Protest

Runde Tische zur Windkraft

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
    schließen

Gleich zwei runde Tische soll es in der Stadt Homberg zum Thema Windkraft geben. Damit sollen vorhandene Konflikte möglichst ausgeräumt werden. Ob das gelingt, ist offen.

So hatten zum einen die Ortsbeiräte aus Höingen, Deckenbach und Haarhausen einen runden Tisch gefordert, aber auch der Ortsbeirat aus Bleidenrod. Es soll versucht werden, Konflikte rund um geplante neue Windkraftanlagen in der Homberger Gemarkung auszuräumen. Ob das gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Für die Bürger soll mehr Transparenz entstehen. Die war vor allem in Bleidenrod vermisst worden. Hier hat die Firma bereits den Antrag auf Genehmigung von vier bis sechs Anlagen beim RP eingereicht.

Vorbild für die jetzt geplanten runden Tische ist unter anderem der aus dem benachbarten Amöneburg. Im Rahmen eines sogenannten Mediationsverfahrens soll es darum gehen, möglichst bürgerverträgliche Lösungen zu erreichen, dabei geht es vor allem auch um den Abstand der Windräder zum bewohnten Gebiet und um Lärmemissionen.

Bürgermeisterin Claudia Blum sagte am Donnerstag in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, die Einrichtung der runden Tische sei relativ unkompliziert. Die Hessen-Agentur wird sie im Rahmen ihres Programms "Bürgerforum Energieland Hessen" mit neutraler Moderation einrichten. Sie will versuchen, die Akzeptanz zu erhöhen, denn Hessen hat das ehrgeizige Ziel, seine Energie bis 2050 komplett aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Mit am Tisch sitzen sollen neben Kommunalpolitikern und Ortsvorsteher, Vertreter der Grundstückseigentümer und der Firmen.

Reg.en könnte bald loslegen

Dem Ansinnen, in einem Fall nicht die Fraktionsvorsitzenden zum Runden Tisch zuzulassen, haben die Stadtverordneten nicht entsprochen. Bürgermeisterin Blum sagte in der Sitzung, dass die Projektierer, im Falle der Mardorfer Kuppe die Firma juwi und im Fall von Bleidenrod Reg.En, "recht unterschiedlich vorgehen". So will Reg.En. mit der Stadt schon einen Wegenutzungsvertrag abschließen. Die Firma will im Bereich Bleidenrod/Nieder-Gemünden vier bis sechs Windkraftanlagen vom Typ Vestas aufstellen. Seit Monaten ist die Firma in Verhandlungen mit Grundstückseigentümern. Der Genehmigungsantrag liegt beim RP. Im März vergangenen Jahres hatten sich viele Besucher einer Info-Veranstaltung sehr verärgert und enttäuscht gezeigt, danach herrschte die Meinung vor, es sei alles gelaufen und man könne nichts mehr tun.

Ob es nun gelingt, außer einigen finanziellen Zugeständnissen am runden Tisch mehr zu erreichen, muss sich zeigen. Und ob überhaupt finanzielle Zugeständnisse gemacht werden, scheint auch unsicher. Hier haben Gemeinden wie zum Beispiel Feldatal bereits schlechte Erfahrungen gemacht.

Die Stadt Homberg hat bereits mit Firmen Wegenutzungsverträge abgeschlossen. Inzwischen stellt sich laut Blum die Situation aber etwas anders dar, weil es keine festen Einspeisevergütungen mehr gibt und die Erlöse aus der Windkraft sinken und damit auch die Gewinnspannen für die Firmen. Es soll jetzt noch einmal im Bau- und Umweltausschuss beraten werden. Dazu werden Vertreter der Windkraftfirmen eingeladen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare