Mit Ruhe und Augenmaß dem "Schweinchen" nähern

Homberg (rs). Ein prüfender Blick nach vorn, die Wurfhand schwingt leicht nach hinten und beschleunigt im Vorschnellen die 710 Gramm schwere Eisenkugel, die nach acht Metern Flug kurz aufsetzt und nach einem kleinen Hüpfer gegen eine weitere Eisenkugel schlägt, diese beiseite schnickt. Ein guter Wurf, wie auch anerkennendes Kopfnicken in der Runde der Mitspieler unterstreicht. Es ist kein Spiel großer Worte, das Boule-Spiel, das an jedem Mittwoch ab 17 Uhr bis zu zehn Männer auf dem Bouleplatz unterhalb der Stadthalle betreiben.

Homberg (rs). Ein prüfender Blick nach vorn, die Wurfhand schwingt leicht nach hinten und beschleunigt im Vorschnellen die 710 Gramm schwere Eisenkugel, die nach acht Metern Flug kurz aufsetzt und nach einem kleinen Hüpfer gegen eine weitere Eisenkugel schlägt, diese beiseite schnickt. Ein guter Wurf, wie auch anerkennendes Kopfnicken in der Runde der Mitspieler unterstreicht. Es ist kein Spiel großer Worte, das Boule-Spiel, das an jedem Mittwoch ab 17 Uhr bis zu zehn Männer auf dem Bouleplatz unterhalb der Stadthalle betreiben. Auf dem herrlich gelegenen Platz hoch über der Speedwaybahn ist es ein eher ruhiges Treiben unter den alten Schatten spendenden Bäumen.

Boulespielen ist in Mittel- und Osthessen weit verbreitet, es gibt sogar in mehrere Klassen eingeteilte Ligen, Homberger haben an diesen Runden vor vielen Jahren noch teilgenommen. Das ist aber nicht das Anliegen der aktuellen Homberger Runde, die sich nach eigener Einschätzung als Vertreter von 60plus versteht - leider. Der Alterdurchschnitt hatte vor Jahren mal weit niedriger gelegen, die jetzt immer noch Aktiven waren jünger, und außerdem hatte das Boulespiel damals noch mehr Interessenten angezogen, darunter auch junge Leute.

Woran es liegt, dass das Interesse nachgelassen hat? Keiner weiß da was Genaues.

Genau sind indes die Würfe einiger Boulespieler, die in Mannschaften gegeneinander antreten. Üblicherweise wird in Teams zu zwei oder drei Personen gespielt, die Fachbegriffe dazu lauten Doublette beziehungsweise Triplette. Ein Spieler wirft eine kleine gefärbte Kugel zwischen sechs und zehn Meter von den Spielern weg auf das Boulespielfeld, ein von Holzbalken umrahmter Platz mit feinem Splitt. Der Abwurfplatz wird mit der Fußspitze als Strich oder Kreis markiert, und dann versucht ein Spieler mit seiner bis zu 800 Gramm schweren Eisenkugel so nahe wie möglich an die gefärbte kleine Kugel - auch "Schweinchen" genannt - zu kommen. Im Wechsel kommt dann immer ein Vertreter der Mannschaft an die Reihe, deren Kugel nicht am nächsten zum "Schweinchen" liegt.

Dabei unterscheidet man zwei Spielertypen. Die einen legen die Kugel möglichst nahe am "Schweinchen" ab, die anderen schießen zu nahe liegende gegnerische Kugeln vom "Schweinchen" weg. Das kann klappen - wie eingangs beschrieben - muss aber nicht, wie am vergangenen Mittwoch. An diesem Nachmittag wurde mit der gegnerischen Kugel auch gleich das "Schweinchen" weg befördert, das Spiel bekam eine völlig neue Wendung.

Die Spielphasen werden von den Aktiven teils interessiert im Halbkreis um das "Schweinchen" begutachtet, wahlweise auch von einer Bank am Spielfeldrand aus. Weil sich diese Bank dank überschüssiger Kräfte Jugendlicher auch immer wieder mal in der Hecke zur stillgelegten Bahnlinie hin befand, hat die Stadt in diesem Jahr eine große und massive hölzerne Tisch-Bank-Kombination aufgestellt. Dier Platz bietet sich somit auch für ein Picknick an

Wer Interesse hat, kann ja am nächsten Mittwoch mal ab 17 Uhr an der Boulebahn unter- halb der Stadthalle neben der Straße zur Pletschmühle vorbei schauen. Eisenkugeln können gegebenenfalls gestellt werden, und ein kleines Läppchen muss man als Anfänger auch nicht mitbringen: Das ist nach Angaben der Homberger Spielerrunde den "Profis" vorbehalten, um Schweiß oder Staub von den Eisenkugeln abzuwischen.

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