+
Lebensqualität des Dorfs musikalisch und kulinarisch dargestellt: Und das für alle Sinne. Abschlusskonzert der Kulturwochen im Luftschen Bauernhof in Maulbach, auf der Bühne der Gemischte Chor Maulbach unter Leitung von Uwe Henkhaus. (Foto: kl)

Reizvolle Töne im Dorf mit Chor und Posaunenchor

Homberg (kl). Es ist schon ein besonderes musikalisches Erlebnis, dem gemischten Chor Maulbach unter Leitung von Uwe Henkhaus zuzuhören - nun beim Bauernhofkonzert mit dem Posaunenchor.

Der "Soundhaufen" gestaltete mit dem Posaunenchor ein Bauernhofkonzert für alle Sinne mit. Beim Abschlusskonzert der Homberger Kulturwochen "Ohm sweet Ohm" am Sonntag hatten sich die Organisatoren den Luftschen Bauernhof in der Dorfmitte von Maulbach für ein kulinarisches Dorfkonzert ausgesucht. Die Kulturwochen, erstmals durch die Förderung aus dem Programm "Ab in die Mitte" durch das Land Hessen ausgezeichnet und finanziell unterstützt, zeichnen sich durch Schaffung regionalen Identität und Stärkung des Wir-Gefühls aus. Zum achten Male fanden sie statt.

"Matinee für alle Sinne" lautete das Motto – und es passte zu Programm wie auch zur Lokalität. Der Bauernhof des Landwirtes Hans Hermann Luft bot zum Abschlusskonzert einen mehr als passenden Rahmen. Herbstlich dekoriert bot er sich dar, die Türen zu Stallungen und zur Scheune geöffnet. Die Futterkrippe bot reichlich Köstlichkeiten, von den Landrauen Maulbach zubereitet. Über 100 Besucher waren zum Abschlusskonzert gekommen, darunter Bürgermeister Prof. Dr. Bela Dören und Stadtverordnetenvorsteher Armin Klein.

Nach der Begrüßung durch Beate Goßfelder-Michel servierten der Posaunenchor Maulbach/Appenrod unter Leitung von Frank Dörr und der Gemischte Chor Maulbach die besonderen musikalischen Köstlichkeiten den zahlreichen in der Herbstsonne sitzend lauschenden Besuchern. Die Sinne wurden nicht nur angeregt; sie wurden entspannt und das Leben im Dorf, auf dem Land fand seine Bestätigung – teilweise auch textlich in den Liedern und in Mundart ausgedrückt.

Die gesungenen Geschichten des Gesangvereins Maulbach rund um das Leben auf dem Dorfe luden zum Philosophieren und Kombinieren ein, wobei auch die hessische Mundart nicht zu kurz kam. Bei den Liedern ging es um die Ungetreue, über voll geladene Wagen, eine heimliche Liebe, freie Gedanken, die Lust des Müllers am Wandern, das Rascheln im Stroh, die Erlebnisse der Jungfer Lieschen mit Vetter Michel, ein "Scheuerndur, das rabbelt" und die derbe Zunft der Leinweber. Der Soundhaufen stellte sich mit nationalen und internationalen Volksweisen neben zeitlosen Themen auch denen der heutigen Zeit. So besang das Ensemble den Rinderwahn und Machos, rappte über unbeliebte Schwiegersöhne, erzählte vom "Mann im Mond", dem "Parkplatzregen" oder von einer neuen Liebe.

Mit bekannten volkstümlichen Liedern vom weißen Flieder, von der blühenden Heide, den letzten Rosen oder der Biene Maja setzen die Blechbläser des Posaunenchores ganz andere, aber ebenfalls reizvolle Akzente für das Ohr.

In der Mittagspause gab es kulinarische Köstlichkeiten aus der Dorfküche der Maulbacher Landfrauen. Darunter selbst gebackene Kuchen mit einer ganz besonderen Qualität. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine musikalische und kulinarische Reise durch das Dorfleben mit vielen Facetten, das sich dem Zeitgeist angepasst, aber trotzdem seinen eigenen Charakter erhalten hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare