Radeln auf dem "Thomasweg"

  • vonHannelore Diegel
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Beim letzten "Café Sonnenschein" vor der Sommerpause hießen Pfarrer Alexander Starck und das Organisationsteam Birgit Wendland, Christiane Engel, Monika Gompf und Birgit Jansky eine besonders große Gästeschar im Gemeindehaus willkommen. In dem mit leuchtenden Farben dekorierten Raum war der Frühling bereits eingekehrt.

Beim letzten "Café Sonnenschein" vor der Sommerpause hießen Pfarrer Alexander Starck und das Organisationsteam Birgit Wendland, Christiane Engel, Monika Gompf und Birgit Jansky eine besonders große Gästeschar im Gemeindehaus willkommen. In dem mit leuchtenden Farben dekorierten Raum war der Frühling bereits eingekehrt.

Nach der Begrüßungsandacht trug Monika Gompf Goethes Gedicht "Osterspaziergang" vor. "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen", sagt man allgemein. Und einer, der viel zu erzählen hatte, war Reinhold Göllner aus Kirtorf, der die "Café-Sonnenschein"-Besucher mitnahm auf eine Reise mit dem Fahrrad von Kirtorf aus durch mehrere Länder bis nach Hermannstadt in Rumänien. Sibiu heißt die Stadt auf Rumänisch, ein Ort, aus dem sein Vater stammte.

Als Göllner im Vorruhestand war, ging er die manchmal beschwerliche Reise mit dem Fahrrad nach ausführlicher Planung an. Denn es waren 1704 Kilometer, die Göllner an 23 Tagen auf seinem "Thomasweg", wie er seine außergewöhnliche Tour nennt, zurückgelegt hat. Andere würden den Jakobsweg wandern, er habe im Gedenken an Vater und Großvater, die beide Thomas hießen, seine Reise in die Heimat seiner Vorfahren "Thomasweg" genannt.

Vom Vogelsberg ging es durch den Spessart, das Altmühltal und Passau nach Österreich und weiter nach Bratislava in der Slowakei, Budapest und dann über die Grenze nach Rumänien bis nach Sibiu in den Karpaten.

Er berichtet von teils erstaunlich guten Radwegen in den verschiedenen Ländern, aber auch von Schotter- und Sandwegen, gefährlichen Fahrten auf stark befahrenen Straßen oder Etappen bei großer Hitze ohne Schatten. Er erzählte von den Menschen, die ihm begegnet sind, wie er sich mal mehr und mal weniger erfolgreich, so weit es ging, verständigen konnte, und auch davon, dass er viel über sein Leben nachgedacht hat. Er ließ auch einige Anekdoten einfließen. In Rumänien schirmten ihn entgegenkommende Lastwagen vor einem auf ihn Jagd machenden aggressiven Schäferhund ab. Es sei nicht sehr ratsam, in Rumänien mit dem Fahrrad durch Dörfer zu fahren.

Reinhold Göllners Vater war nach englischer Kriegsgefangenschaft als Flüchtling nach Hessen gekommen. Durch die Erzählungen von den Erlebnissen seines Vaters könne er heute nachvollziehen, was Flucht heißt, sagt Göllner.

Zwischendurch nahm Pfarrer Alexander Starck die Gelegenheit wahr, dem Organisationsteam Birgit Wendland, Christiane Engel, Monika Gompf und Birgit Jansky mit der Überreichung eines Blumengrußes zu danken. Besonderer Dank ging an Birgit Wendland, die seit Beginn der Veranstaltungen im Jahre 1987 dabei war. Nach 32 Jahren gibt sie nach der Sommerpause die Verantwortung in jüngere Hände.

Mit Liedern, die von Alexander Starck und Lothar Jansky auf der Gitarre begleitet wurden, klang der schöne und interessante Nachmittag aus.

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