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Hinter dem alten Homberger Bahnhof soll der Radweg verlaufen.

Radeln auf dem Bahndamm

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Homberg (jol). Drei Besucher waren sogar standesgemäß auf zwei schmalen Reifen gekommen, um sich die Planungen für den Radweg durch Homberg anzuhören. Doch konkrete Details zu der Ausführung und zu den Kosten gab es noch nicht bei der Info-Veranstaltung in der Stadthalle. Bürgermeisterin Claudia Blum und Planer Immo Zillinger stellten die Planungen für das Bauleitplanverfahren vor. Die Ausführungsplanung ist dann der nächste Schritt hin zu einem modernen Radweg von Ober-Ofleiden bis hinter das Kamax-Areal.

Die Strecke soll in Ober-Ofleiden auf dem alten Bahndamm oberhalb der Durchgangsstraße verlaufen, quert die Marburger Straße am alten Bahnhof und führt über die historische Ohmbrücke zum Haupteingang von Kamax. Das letzte Stück verläuft parallel zur Landstraße und knickt kurz vor dem Ortsende nach links in Richtung Gemünden ab.

Strittig war am Mittwochabend unter den rund 30 Besuchern die Streckenführung in Ober-Ofleiden. So erinnerten Ortsvorsteherin Friederike Feyh und ein Ofleidener an ihren Vorschlag, den Radweg von der neuen Ohmbrücke ein Stück am Ufer entlang zu einem Übergang beim Tannenweg zu führen. Zillinger hatte hingegen die Variante mit einem Übergang am Ortseingang aus Richtung Nieder-Ofleiden vorgestellt.

Hintergrund sind die Vorgaben von Hessen Mobil, wie Zillinger und Blum erläuterten. Denn der Übergang im Bereich des Ampel-übergangs und der Bushaltestelle wird von den Straßenexperten als deutlich riskanter eingestuft als die Variante am Ortseingang. Ein Problem ist ein Knick in der Strecke, besonders wenn Radler den Tannenweg herunter zur Hauptstraße fahren. Um zu verhindern, dass sie geradeaus die Straße queren, müsste die Ampel verlegt werden. "Aber dafür sind die Voraussetzungen nicht mehr gegeben, dann würde die Ampel wohl abgebaut," wie Hessen Mobil mitgeteilt habe, erläutert Zillinger.

Ein Besucher wollte gern die Kosten für den Radwegbau wissen, was Blum aber nicht beantworten konnte. Im Moment sei man im Bauleitverfahren, die Kosten und Förderhöhe stehen erst in der konkreten Bauplanung fest. Hartmut Kraus äußerte Zweifel, dass die Strecke auf drei Meter Breite ausgebaut werden muss. Dann wäre der Weg einem Wirtschaftsweg gleichgestellt und für Traktoren frei. Er plädierte aus Kostengründen für einen Ausbau mit 2,5 Metern Breite. Das wies Zillinger deutlich zurück, denn die Vorgabe von Hessen Mobil lauteten auf drei Meter Breite. Die Landesbehörde sei auch für die Vergabe von Fördermitteln zuständig, also sei man ihren Vorschlägen gefolgt.

Blum betonte, dass mehrere Ortstermine mit Hessen-Mobil-Mitarbeitern erfolgt sind. Dabei wurden Varianten und Ausführung der Strecke besprochen. Die Sicherheitsbedenken der Hessen-Mobil-Mitarbeiter habe man sehr ernst genommen.

Angesprochen auf die Begegnungen von Radlern und Treckerfahrern auf dem Radweg bei Nieder-Ofleiden, erinnerte Blum daran, dass dort der Radweg auf einem bestehenden Wirtschaftsweg angelegt wurde. Deshalb sei er gemischt nutzbar, die Strecke durch Ober-Ofleiden und Homberg sei hingegen ein reiner Radweg und für Kraftfahrzeuge gesperrt. Ein Lob gab es auch: Eine Radlerin freute sich darauf, dass endlich die Strecke in Angriff genommen wird. Dabei hofft sie auf eine gute Streckenführung, es gebe schon genug gefährliche Radwege.

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