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Kein Anschluss über den Windpark Kirtorf: Die OVAG teilt mit, dass es keine Vereinbarung mit GoeTel/OR Network über den Anschluss an Glasfaserleitungen gibt.

Breitbandausbau

Bis zu 92 Prozent unterschreiben für die Telekom

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Viele Menschen wollen Breitband, aber am liebsten von der Telekom. Dabei bleibt die Lage in den Homberger Stadtteilen Appenrod, Dannenrod und Erbenhausen weiter unklar.

Das erläuterte der Appenröder Ortsvorsteher Richard Fleischhauer auf Anfrage dieser Zeitung.

So haben inzwischen 92 Prozent der Ortsbewohner mit Unterschrift bestätigt, dass sie einen Ausbau durch die Göttinger Firma GoeTel ablehnen. Ähnlich klare Ergebnisse gab es auch in Erbenhausen und Dannenrod, wenn auch nicht in derselben Höhe, sagt Fleischhauer. Das Ergebnis sei dem Unternehmen über die Stadtverwaltung mitgeteilt worden, doch offenbar halte man dort an den Ausbauplänen fest. Ob ein Antwortschreiben der Firma eingegangen ist, mochte Bürgermeisterin Claudia Blum nicht bestätigen. Das betreffe eine interne Verwaltungssache, dazu könne sie keine Auskunft geben.

Bislang geht Fleischhauer davon aus, dass GoeTel, zu dem die Reiskirchener Firma OR Network gehört, nach Wegen sucht, die Blockade durch die Bewohner der drei Ortsteile zu umgehen. So könnte die Firma beispielsweise mit ersten Ausbaumaßnahmen beginnen. Nicht bekannt ist, wie das Unternehmen die drei Dörfer an das übergeordnete Glasfasernetz anschließen will.

So teilt die OVAG auf Anfrage mit, dass es keine Vereinbarung zwischen dem Energieversorger und GoeTel gebe, an die schnelle Datenleitung im Windpark Kirtorf/Erbenhausen angeschlossen zu werden.

Unklare Reservierungsfrist

Unklar bleibt auch nach einer Anfrage bei der Bundesnetzagentur BNA, ob es für GoeTel/OR Network reicht, einen neuen Verzweigerkasten oder einen Funkmast aufzustellen, um so eine Verlängerung der Reservierung zu erreichen. Ein Grundproblem ist bereits der Datenschutz, wie Michael Reifenberg von der Pressestelle der BNA mitteilt. So können Unternehmen, die einen Kabelverzweiger mit der VDSL-Vectoring-Technik erschließen möchten, diesen über eine "Vectoringliste" für ein Jahr reservieren. Diese Liste fällt unter den Datenschutz, Einblick gebe es nicht. Sofern das Unternehmen an seiner Erschließungsabsicht festhalte, kann es um eine Verlängerung der Ausbaufrist ersuchen, erläutert Reifenberg. "Diese wird aber nur gewährt, wenn eine Prüfung durch die Bundesnetzagentur zum Ergebnis gelangt, dass das Unternehmen die Ausbauverzögerung nicht zu vertreten hat."

Wenn sich nach einem Jahr zeigt, dass das Unternehmen nicht gebaut hat, drohen finanzielle Vertragsstrafen. Reifenberg betont, das sich "Reservierungen nicht automatisch durch das Aufstellen eines leeren Gehäuses eines Kabelverzweigers oder die Errichtung eines Funkmastes, der voraussichtlich für die Anbindung des Kabelverzweigers genutzt werden soll, verlängern".

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