Polizei räumt neue Barrikaden im Maulbacher Wald

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Homberg-Maulbach (dpa/pm). Ein größeres Polizeiaufgebot hat am Freitag mit der Räumung neuer Plattformen und Barrikaden von Waldbesetzern an der gerodeten A 49-Trasse begonnen. Nach Angaben eines Polizeisprechers war eine niedrige dreistellige Zahl von Polizisten im Maulbacher Wald im Einsatz. Darunter waren Spezialkräfte, die Menschen aus großer Höhe zum Boden bringen sollten.

Da mit Ausnahme einer Person die Gegner des Autobahnausbaus die Angabe ihrer Personalien verweigerten, wurden sie zu einer Polizeidienststelle gebracht. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen erhielten sie einen Platzverweis für die nächsten fünf Tage. Um den Einsatz der Arbeitsmaschine zu ermöglichen, sei es notwendig gewesen, »einige wenige Bäume zu fällen,« so die Polizei. Vor Ort war ein Camp errichtet und ein Lagerfeuer entzündet worden. Sowohl das Campieren als auch das Feuermachen seien verboten.

Die zuständige Forstbehörde habe zudem festgestellt, dass mehrere Bäume durch die errichteten Strukturen und Seilverstrebungen erheblich beschädigt worden waren. »Da sie in diesem Zustand eine Gefahr darstellten, mussten sie gefällt werden.«

Im Maulbacher Wald sowie im Dannenröder Forst und im Herrenwald bei Stadtallendorf sind Bäume für den Weiterbau der Autobahn 49 gefällt worden. Dagegen protestieren Umwelt- und Klimaschützer, die vor allem im Dannenröder Forst zahlreiche Baumhäuser, Plattformen und Barrikaden errichtet hatten, die Schritt für Schritt von der Polizei entfernt wurden.

»Auch aufgrund der aktuellen Witterung begeben sich die Ausbaugegner in den Bäumen in große Gefahr«, hieß es bei der Polizei. So mussten am Donnerstag zwei Menschen wegen Unterkühlung behandelt und ins Krankenhaus gebracht werden, auch am Freitag waren sie weiter in der Klinik. Kurz vor 10 Uhr morgens lagen die Temperaturen in Homberg bei minus 11 Grad.

Die Polizei betonte, man werde nach dem Grundsatz »Sicherheit vor Schnelligkeit« vorgehen. »Sollte die Gefahr für die Personen beziehungsweise die Einsatzkräfte zu groß werden, so sehen wir nach genauer Prüfung des Einzelfalls von einer Räumung ab.« Mittlerweile sind nach Polizeiangaben im Maulbacher Wald ein halbes Dutzend Plattformen neu entstanden, in denen die Aktivisten teils ausharren. Die Kreisstraße 56 war ab dem Morgen wegen des Polizeieinsatzes gesperrt.

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