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Der Dannenröder Forst mit Blick nach Lehrbach.

Naturschützer fordern Rodungsstopp

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Homberg (pm). Naturschützer und Gegner einer A 49 durch das Gleental fordern mittlerweile geschlossen, von Rodungen für die Autobahnstrasse im Dannenröder Forst abzusehen. Die Naturschützer machen auch rechtliche Bedenken geltend, die Autobahngegner haben jetzt Mitglieder der Landesregierung zu einer Waldbegehung am Samstag eingeladen.

Die NABU-Gruppe Homberg und die Vogel- und Naturschutzgruppe Maulbach fordern Behörden und Landesregierung auf, einen sofortigen Rodungsstopp für den Dannenröder Forst, den Herrenwald sowie den Maulbacher Wald bis zur Anbindung an die A 5 zu verhängen. Auch eine weitere Zerstörung von Feldholzinseln soll unterbunden werden.

Hintergrund dieser Forderung ist die aus ihrer Sicht mangelhafte Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme am Sörnteich im ersten Abschnitt des Diebachsgrabens in der Gemarkung Maulbach. Diese Maßnahme sei als CEF-Maßnahme ausgewiesen. CEF steht für Continued Ecological Functionality. Dabei handelte es sich um eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme, für die nach dem Bundesnaturschutzgesetz besondere Anforderungen gelten würden. So müsse die vollständige Wirksamkeit der Maßnahme bereits zum Eingriffszeitpunkt in die Natur und dauerhaft über den Eingriffszeitpunkt hinaus gewährleistet sein, sodass die Funktionalität der Stätte kontinuierlich sichergestellt sei. Es müsse eine ausreichende Sicherheit geben, dass die Maßnahme tatsächlich und langfristig wirksam sei.

Mittlerweile habe die DEGES, Auftraggeber für die Umsetzung der Maßnahme, selbst eingeräumt, dass die Ausführung sehr mangelhaft gewesen sei und deshalb "überarbeitet" werden müsse. Ein entsprechendes Behördenschreiben liege dem NABU vor. Als Beginn der Überarbeitung gebe die DEGES das Frühjahr 2020 an; abgeschlossen sein solle die Maßnahme im Herbst 2020, was aber noch nicht sicher zu sein scheint. Insgesamt teile sich die Maßnahme am Diebachsgraben in sechs Abschnitte auf, wobei die restlichen fünf Abschnitte noch nicht einmal begonnen worden seien. Auch für viele weitere Ausgleichsmaßnahmen gelte, dass sie teilweise noch nicht begonnen worden seien, oder aber so schlecht ausgeführt seien, dass eine wirksame Umsetzung im Sinne des Planfeststellungsbeschlusses ernsthaft angezweifelt werden müsse. Zweifel an der Wirksamkeit der Maßnahmen bestünden auch im Dannenröder Forst.

Unter Beachtung des Bundesnaturschutzgesetzes sind die Voraussetzungen für den Baubeginn der A 49 in der VKE 40 derzeit nicht gegeben. Das gilt auch für die geplanten Rodungen wie z. B. die Rodung des Dannenröder Forstes, des Natura 2000 Gebietes Herrenwald sowie des Maulbacher Waldes. Eine Rodung vor der eingetretenen Wirksamkeit der CEF-Maßnahme würde gegen geltendes Recht verstoßen.

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