Musikalisch facettenreich mit Tiefgang

Homberg (kli). Im Rahmen der Kulturwochen zeigte die Musik AG der Grundschule Rüddingshausen mit Lehrerin Heike Becker und unter der Leitung von Joachim Rothe von der Homberger Musikschule eine musikalische Geschichte unter dem Titel "Hänschen Klein oder Moderne Zeiten" in der Turnhalle der Grundschule vor 350 Zuschauern.

Homberg (kli). Im Rahmen der Kulturwochen zeigte die Musik AG der Grundschule Rüddingshausen mit Lehrerin Heike Becker und unter der Leitung von Joachim Rothe von der Homberger Musikschule eine musikalische Geschichte unter dem Titel "Hänschen Klein oder Moderne Zeiten" in der Turnhalle der Grundschule vor 350 Zuschauern. Joachim Rothe begrüßte unter den Besuchern besonders die Kinder des Kindergartens Stumpertenrod und der Grundschule Feldatal. Alles drehte sich an diesem Abend um Kinder, sie musizierten, spielten Theater und sorgten für Lebendigkeit in den Zuschauerreihen sowie in der Halle. Nicht genug damit, die jungen Akteure gestalteten das Vorprogramm mit der Präsentation von musikalischen Leckerbissen. Da gab es Vorträge mit Ziehharmonika, Keyboard, Gitarren, Flöten und vor allen Dingen mit Perkussionsinstrumenten. Verschiedene Schwierigkeitsgrade und Liedgut aus der Vergangenheit und Gegenwart zeigten das Können. So waren Lieder von "Max und Moritz, der Ziege, die den Berg hinauf ging, oder ich will zurück nach Westerland" dabei. Man erfuhr wie gut Gitarren und Flöten zusammen passten und wie viele variantenreiche Stücke die Bongospieler können. Das begeisterte Publikum spendete jeweils reichlichen Applaus, uneingeschränkt für alle Darbietungen, sowohl beim Vorprogramm als auch beim Spiel der musikalischen Geschichte.

Die Begeisterung steckte an und erreichte beidem Stück "Hänschen klein" neue Dimensionen. Die Hauptrolle wurde von einem Mädchen gespielt (den modernen Zeiten entsprechend), und bei Szenenwechseln ertönte feinfühlig die bekannte Melodie zum Thema. Das Grundelement war dem Kinderlied entnommen und diente als Ausgangspunkt. Wesentliche Ideengeber waren ebenfalls die Kinder der Musik AG. Alle hatten sich eingebracht und waren am Werden des Stückes durch besondere Kreativität mit eingebunden. Beim Spiel gaben die Kinder die Würze durch Frische, Pep, Fröhlichkeit, Sportlichkeit und Begabung wieder. Die Freude war immer mit dabei und machte die Veranstaltung zu etwas ganz Besonderem. Mit dem "Lied der Drescher", die im Schattenspiel ihre Vorführung gaben, begann die Reise von Hänschen Klein in Anlehnung an eine andere Zeit, die mit einem gewaltigen Sprung in die Gegenwart weiter ging. Rapper mit Sonnenbrillen und begleitenden Kindern sowie modernen Hip-Hop-Einfügungen führten in die moderne Geschichte ein. Der Weg von Hänschen Klein wurde auszugsweise erlebbar, ihm folgten wieder Rapvorträge und das weitere Spiel. Hänschen hatte in dem Stück erkannt, dass die Arbeit zu einem Lebensziel führen könnte.

Dies stellte man mit einem Straßenkehrer- oder Arbeitertanz vor. Dass die Besen auch als Teil der Perkussionsdarbietung dienten war eine Zusatzerkenntnis, die sogar rhythmisch gefiel. Dazu folgte das Aufsagen von Weisheiten, zum Beispiel "Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen" oder "Arbeit hat bittere Wurzel, aber süße Frucht". Mit Geräuschen und Taktgebung erfolgte die Darstellung der Fließbandarbeit in Form von monotonen Bewegungsabläufen. Die musikalische Taktgebung war dabei gut erkennbar. Hänschen grübelte über die Arbeit und das, was er herstellte, nach und erfuhr das Geheimnis mit der Schaffung von "Schmörenke". Zurückhaltend ging man damit um, "denn es wäre geheim". Dies gefiel Hänschen Klein nicht, er wechselte seinen Arbeitsplatz und ging zur Müllabfuhr, dort entdeckte er riesige Berge von Verpackungsmaterial, womit die "Schmörenke" verpackt waren.

Alle Darsteller waren in schwarz gekleidet, dies passte besonders gut zum weißen Stoff der Schattenwand und auf dieser ließen sich bunte Farben präsentieren. Somit war jederzeit ein lichteffektreiches Bühnenbild vorhanden. Die Darstellung der Müllabfuhr gelang mit Papptonnen, die wieder als Teile von Perkussionsinstrumenten dienten. Teile aus Müll (Flaschen) dienten zur Klangerzeugung. Hänschen Klein träumte nachts vom schönen Leben und merkte, dass er sich trotz Reichtum fast ganz vergessen hatte. Ein Mädchen durchlief dann laut rufend die Besucherreihen und kündigt die "Original Schombo Afrika Band" an, mit der wieder an andere Zeiten erinnert wurde. Beim weiteren Nachdenken kam das Beispiel mit dem Arbeiten für ein Auto, denn wer sich ein Auto leisten kann und herum fährt ist ein richtiger Mann, auch wenn er es nur auf Raten ist, so sagte das Spiel aus.

Hans kehrte schließlich zu seiner Mutter heim, und die Freude wurde mit dem Lied "Froh zu sein bedarf es wenig" wiedergespiegelt. Das Gedicht vom Glück (Herrmann Hesse) zeigt die Lebenserfahrung von Hänschen Klein und die neue Bewertung der Lebensqualität. "Solange du nach dem Glücke jagst, bist du nicht reif zum glücklich sein und wäre alles Liebste dein. Erst wenn du jedem Wunsch entsagst, nicht Ziel mehr noch Begehren kennst, das Glück nicht mehr mit Namen nennst, dann reicht dir des Geschehens Flut nicht mehr am Herz und deine Seele ruht." Nach diesem mit bester Betonung vorgetragenem Gedicht eines mitspielenden Kindes folgte mit dem Abschluss der lange Endapplaus und die Mitteilung von Heike Becker, dass man ein Jahr an der musikalischen Geschichte gearbeitet habe. Für die Kinder gab es Geschenke, und Gerda Grünewald überreichte mit dem Dank der Kommission Tourismus (Abteilung Kunst und Kultur) auch Geschenke an Heike Becker und Joachim Rothe.

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