Roland Jankowsky liest unter Corona-Bedingungen in Homberg. FOTO: NR
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Roland Jankowsky liest unter Corona-Bedingungen in Homberg. FOTO: NR

Mordsmäßig lustig

  • vonNina Reichhardt
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Homberg(nr) Er kann es einfach nicht lassen. Kaum muss Kommissar Overbeck mal keine Verbrecher jagen, lassen ihn die Ganoven trotzdem nicht los. Roland Jankowsky, den die meisten als etwas "schrägen" Kripo-Mann aus dem Münsteraner Wilsberg-Krimis kennen, kann auch anders. Er singt sehr gut - und er liest sehr gut.

Das hat ihm gerade noch das Homberger Publikum attestiert. Am vergangenen Wochenende präsentiert er in einer Lesung in der Homberger Stadthalle kriminelle Shortstorys - Kurzgeschichten also, in denen es manchmal tödlich, immer spannend, aber durchaus auch einmal lustig zugehen kann.

Für sein kriminelles Leseprogramm sucht er sich mit sicherem Gespür die besten Comedy-Crime-Stories aus. Wenn die Leiche im Kofferraum bollert oder sizilianische Mafiosi ihr Unwesen in Bayern treiben, wenn das erste Sado-Maso-Date völlig aus dem Ruder läuft, wenn im Meldeamt das Blut von der Säge tropft und sich die Leser dennoch vor Lachen biegen, dann ist das genau die Mischung, die ein Typ wie Overbeck mag.

Jankowsky erzählt nicht nur, er schauspielert. Gestik, Mimik, Sprache, alles vermischt sich, die Szenerien scheinen vor dem Zuhörer auf, und man meint, der Protagonist höchstpersönlich stünde da gerade auf der Bühne. Der Schauspieler versteht sich darin, die abstrusen Welten der Erzähler aus den Geschichten lebendig werden zu lassen, und nur zu gerne lässt sich das Publikum in diese Welten entführen.

Trotz der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen wegen der Corona-Pandemie war die Stimmung in der Stadthalle gut. Ulrike Sowas von der Homberger Buchhandlung freute sich als Mitveranstalterin sehr darüber, dass die Lesung so gut angenommen wurde.

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