Im Mittelgang der Kirche zum Stall von Bethlehem

Homberg (rs). "Nicht so schnell, Maria ist doch schwanger!" - Gemeindereferentin Sonja Hiebing hält das heilige Paar auf dem Weg nach Bethlehem im Mittelgang der katholischen Kirche kurz an.

Die beiden Kinder sind als Maria und Josef verkleidet und proben mit anderen Kommunionkindern in St. Matthias für die Kinder-Krippenfeier am Heiligabend um 15.30 Uhr. Die Generalprobe ist erst die zweite Übungseinheit für die Kinder, aber es klappte am Donnerstag Nachmittag alles ziemlich flüssig.

In der katholischen Kirche läuft die Kinder-Krippenfeier rund um den Adventsweg ab, mal eine andere Form als ein Adventskranz. Dieser Adventsweg mit Moosen und Steinen auf den Stufen zum Kreuz gestaltet lockert den ansonsten eher nüchternen Kirchenzweckbau wohltuend auf. Die zehn spielenden Kinder kommen aus Homberg und Gemünden, eines ist erst spontan zur Generalprobe erschienen, fügt sich in seine Rolle als Engel gut ein. Die Engel treten natürlich ganz in Weiß auf, die Hemdchen sind dazu auch schon vorhanden. "An Heiligabend wäre es aber schön, wenn die Mädchen noch weiße Strumpfhopsen und ebensolche Schuhe hätten", rät Gemeindereferentin Hiebing, an diesem Nachmittag "Mädchen für alles", denn sie betreut die Kinder, führt Regie, kümmert sich um die Kostüme, die Dekoration und wird am Montag auch noch die Feier gestalten. "Deine Flügel klappen sich immer zusammen", stellt Hiebing fest und rückt sie auf dem Rücken eines kleinen Mädchens wieder zurecht.

"Oh, cool, heute mit Flammen", kommentiert ein etwas verspätet eintreffender Hirte das Lagerfeuer auf den Stufen vor dem Kreuz. Dort ist die Lagerstätte der vier Hirten, in die drei Holzscheite hat die Gemeindereferentin geschickt zwei Tücher eingelegt, eines gelb, das andere rot, und von weitem sieht es einem Feuer tatsächlich ähnlich. Die junge Schauspieltruppe ist komplett, auch mit den Kostümen gewandet, und alles geht wieder auf Anfang: Maria und Josef beginnen ihren Weg nach Bethlehem zur Volkszählung im Mittelgang der Kirche. Rechts neben dem Kreuz betritt das Paar den Stall, in dem das Jesuskind zur Welt kommen soll. Die Szenerie wird dargestellt durch zwei Stühle und eine mit Stroh gefüllte Krippe, in die Maria eine Puppe legt, als Erzählerin Hiebing von der Geburt berichtet.

Die Verkündigung der Geburt erfolgte als erstes durch einen Engel an die Hirten im Felde, die es sich auf den unteren Stufen um das Lagerfeuer bequem gemacht haben. "Da wurde der Himmel plötzlich hell erleuchtet", berichtet die Erzählerin, und tatsächlich: Der Verkündigungsengel kommt aus der Sakristei, macht im Vorbeigehen das Licht über dem Kreuz an und stellt sich zu den Hirten.

"Wenn der Engel kommt, müsst ihr auch dahin schauen, das ist wichtig", schärft Regisseurin Hiebing den vier Jungs ein. Der Text der Hirten klappt ganz gut, und dann machen sich die vier auf den Weg, das Christkind zu suchen. Auch ihr Weg führt natürlich durch das Kirchenschiff, kreuz und quer, bis sie die heilige Familie auf den Stufen entdecken. Sie gruppieren sich um die Krippe, später treten noch die Engel dazu. Damit dieses Bild nicht zu uniform wirkt, werden sich einige der Hirten hinknieen, und als auch einige Engel sich knien wollen, stellt Gemeindereferentin Hiebing das richtig: Nur die Hirten knien, Engel knien sich nicht.

Die Kinderkrippenfeier wird noch abgerundet durch ein Interview des Erzählers mit dem Verkündigungsengel. Dieses Zwiegespräch soll die Rolle der Predigt übernehmen. "Was bedeutet die Geburt Jesu für die Menschheit, und warum kam der Engel als erstes zu den Hirten?", so eine der Fragen. Damit auch die kleinen Leute Weihnachtsfreude erfahren, haben zuerst sie von der Ankunft Gottes erfahren, und früher wie heute seien die Menschen aufgefordert, dem Wort zu vertrauen und Jesus aufzusuchen, lautet die Antwort.

Wer dieses Zwiegespräch und das Krippenspiel der Kinder sehen möchte, solle sich am Heiligabend spätestens um 15.30 Uhr in der katholischen Kirche St. Matthias einfinden. Es lohnt sich.

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