Gruppenbild mit der kompletten Welpenschar: Sina Fischer und Thomas Greis.
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Gruppenbild mit der kompletten Welpenschar: Sina Fischer und Thomas Greis.

Tiere

Maulbacher Hundemama Nala blickt auf sensationelle 14 Nachkommen

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Ganz große Augen gab es vor wenigen Wochen in Maulbach bei Sina Fischer und ihrer Familie sowie ihrem Freund Thomas Greis. Ein freudiges Ereignis brachte den Alltag ziemlich durcheinander.

Appenzeller-Sennenhündin Nala schickte sich an, Mutter zu werden.

Normalerweise werden es zwischen sechs und acht Welpen. Nala wollte es dabei nicht belassen, und so tummelten sich am Ende stolze 14 Hündchen rund um den erschöpften Vierbeiner. Eine echte Sensation, die für einiges Aufsehen sorgte und vor allem für reichlich Arbeit für die stolzen Besitzer von Nala.

Kampf auf Leben und Tod

Sina Fischer wollte es kaum glauben, als der Geburtsvorgang drei Tage zu früh einsetzte und dann schier kein Ende nehmen wollte, weil ein ums andere Mal noch ein weiterer kleiner Appenzeller das Licht der Welt erblickte. Am Ende waren es elf Weibchen und drei Rüden, die tapsige erste Schritte auf Maulbacher Boden vollführten.

Fischer, die im Rahmen ihres Lehramtsstudiums in der Staatsexamensprüfung steckt, war während der Corona-Krise zu Hause. So konnte sie sich ausgiebig um die lebhafte Rasselbande kümmern. "Ein echter Rund-um-die-Uhr-Job," erzählt sie. Besonders die Nächte forderten ihr einiges ab. Hieß es doch für einen Teil der hungrigen Junghunde "Schlange stehen" beim Milch fassen an Mutters Quelle.

Ohne Aufsicht in der "Wochenstube" wäre es da vielleicht zu problematischen Situationen gekommen.

Über die Maßen gefordert war Fischer aber erst, als Hundemutter Nala, was angesichts der permanenten Belastung nicht erstaunt, eine Entzündung der Zitzen bekam und die jungen Hunde mit der Milch Viren aufnahmen, was sie zum Teil heftig erkranken ließ. Sie mussten nun mit der Hand gefüttert werden: "Ich bekam 36 Stunden lang keinen Schlaf." Es ging um Leben und Tod. Der aufopferungsvolle Einsatz wurde am Ende belohnt: Alle schwarz-weiß-braunen Schlappöhrchen kamen durch. Jetzt heißt es in dieser Woche schon schweren Herzens Abschied nehmen von der munteren Schar. Die meisten Vierbeiner verlassen den Hof und ziehen bei neuen Familien ein. Die künftigen Herrchen und Frauchen stammen aus der Vogelsberger Umgebung, aus Stadtallendorf und aus Garbenheim.

Für jeden der 14 Hunde hat Sina Fischer einen rund zehnseitigen Steckbrief zusammengestellt, in dem sich die wichtigsten Daten etwa zu Mutter Nala, die aus Tann in der Rhön stammt, und zu Vater Moritz finden.

Ferner gibt es Hinweise darauf, was die Welpen schon so alles erlebt haben, unter anderem reichlich Film- und Fotoaufnahmen. Denn als Models sind die süßen Kerlchen unschlagbar. "Wir haben im jeweiligen Steckbrief auch festgehalten, wann der jeweilige Hund auf die Welt gekommen ist." Die Namen wurden übrigens je nach Charakter oder Eigenschaften ausgesucht.

"Keks" beispielsweise ist der Kleinste im Bunde, "Coeur" (Herz) hat einen herzförmigen Punkt auf dem Fell und "Hope" (Hoffnung) ließ die Familie zunächst etwas bangen, weil sie sehr lange in der Fruchtblase steckte.

Appenzeller Sennenhunde kommen ursprünglich aus der Schweiz und wurden dort als Hütehunde für das Vieh eingesetzt. Sie gelten wegen ihres sozialen und verträglichen Charakters als pflegeleichte Familienhunde.

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