Kritik an Grünabfallbergen - Abfuhr in diesen Wochen

Homberg/Vogelsbergkreis (jol). Grund zum Protest von Kommunalpolitikern bieten überfüllte Grünabfallsammelstellen wie diejenigen in Homberg und Schlitz, aber für Abfallverbands-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Fuchs kein Grund zur Aufregung.

Probleme bei der Verwertung haben über Monate hinweg Halden von Holz und Grünabfällen entstehen lassen, die seien aber seit einigen Wochen ausgeräumt. Die großen Haufen werden aber dieser Tage abgefahren, bis zum Herbst sollen alle Flächen geräumt sein.

Kritische Nachfragen mussten sich Verbandsvorsteher Friedel Kopp und Fuchs am Montag in der Hauptausschuss-Sitzung des ZAV gefallen lassen. So monierten Abgeordnete aus Homberg und Schlitz, dass immer noch nicht die Grünabfallberge auf den Anlagen in ihrem Gemeindegebiet abgefahren sind. Fuchs verwies darauf, dass es einige Schwierigkeiten mit der Logistik gegeben habe, aber nun werden die Überbleibsel der vergangenen Monate abgefahren und verwertet. Das Thema war bereits vor einigen Wochen Gegenstand von Protesten gewesen, die Lage hat sich aber laut Fuchs deutlich entspannt.

Im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung erinnerte der ZAV-Geschäftsführer an die Grundlagen der Misere. Seit 2010 besteht ein neues Konzept zur Behandlung von Grünabfällen: Das Material wird kurz vorgerottet und geschreddert, um die Holzbestandteile herauszuholen. Diese werden zu Pellets weiterverarbeitet, der Abfallrest rottet noch ein wenig, um dann noch einmal in Holz und kompostierbare Reste sortiert zu werden. Die holzigen Abfälle werden in Biomassekraftwerken verfeuert, zurück bleibt ein Komposthaufen. Vorteil dieses Systems: Es ist deutlich kostengünstiger: Im Vergleich zum alten System spart der ZAV und damit der Gebührenzahler über 400000 Euro jährlich. Das liegt an den Holzbestandteilen, die an Pelletshersteller und Heizkraftwerke verkauft werden können.

Der Kompost bringt wenig ein, weil er nur im Vogelsberg wieder ausgebracht werden kann, was den Verkauf deutlich einschränkt. Problem ist die hohe Nickelanteil im Boden, der sich in den Pflanzen wiederfindet. Da er die Grenzwerte überschreitet, darf Vogelsberger Kompost nur auf Vogelsberger Böden, so Fuchs.

Die Grünabfallberge sind in den vergangenen zwei Jahren entstanden, weil ein Biomassekraftwerk nicht rechtzeitig in Betrieb gegangen ist. Es ging mit über einem Jahr Verzögerung ans Netz, die vertraglich festgelegten Holzlieferungen waren deshalb nicht möglich, das Heizmaterial musste gebunkert werden. Diese Lager sind schnell vollgelaufen und wurden in den vergangenen Monaten nach und nach geleert, so Fuchs. Inzwischen ist der Kraftwerksbetreiber so weit, dass er auch das abgelagerte Material aus den Vogelsberger Deponien abnehmen kann. Dabei ist der Bodenverband als Subunternehmer eingesetzt, der aber wiederum mit Blick auf die Erntearbeit der Mitglieder nicht so schnell schreddern und sortieren konnte.

Das soll bereits in den nächsten Wochen der Vergangenheit angehören, wie Fuchs sagte. In dieser Woche sollte die Deponie "Rote Kuh" bei Homberg freigeräumt werden.

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