Der Vogelsbergkreis hat die Waldbesetzer aufgefordert, ihre Baumhäuser umgehend zu räumen. FOTO: DPA
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Der Vogelsbergkreis hat die Waldbesetzer aufgefordert, ihre Baumhäuser umgehend zu räumen. FOTO: DPA

Autobahn

Kreis: Baumbesetzer müssen Lager umgehend räumen

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Der Vogelsbergkreis hat eine Verfügung erlassen. Danach sollen die Waldbesetzer in Dannenrod und Lehrbach ihre Baumhäuser schnellstmöglich räumen. Die Antwort der Besetzer: "Nein Danke."

Jetzt schaltet sich noch einmal in der Vogelsbergkreis in die Auseinandersetzung um den Weiterbau der Autobahn ein. Landrat Manfred Görig und Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak gaben eine sogenannte Allgemeinverfügung heraus. Grundlegende Aussage: Die Waldbesetzung wird ab sofort untersagt, ab Freitag sollen "alle persönlichen Sachen aus den baulichen Anlagen entfernt werden". Das gelte auf sechs Grundstücken in der Gemarkung Lehrbach sowie auf zwei Grundstücken in der Gemarkung Dannenrod. Dort sei die Nutzung von Baumhäusern, Tripods, Plattformen, Zelten, Barrikaden und ähnlichem ab Samstag untersagt. Die Waldbesetzer müssten alle Anlagen bis zum 30. September entfernen. Zudem dürften keine neuen Anlagen gebaut werden. Falls sich die Waldbesetzer nicht daran halten, wird ab Samstag die Zwangsräumung angedroht.

Auf den Dächern der Baumhäuser befänden sich teilweise Solaranlagen, was die Waldbrandgefahr erhöhe. Zudem lagerten im Wald "Betonpoller und Abfall," heißt es unter anderem zur Begründung. Auf der Trasse sollen ab 1. Oktober 27 Hektar Wald gerodet werden. Damit ist die nächste Eskalationsstufe im Konflikt erreicht. Die Waldbesetzer haben bereits angekündigt, dass sie nicht freiwillig gehen.

Von Schmierereien distanziert- Schmierereien an Autos sind eine Sachbeschädigung, das betont die Aktionsgemeinschaft zum Schutz des Ohmtals angesichts der Taten in Gießen vom Dienstag (die AAZ berichtete), wo Unbekannte über 200 Autos "markiert" hatten. Betroffene Autohalter seien darüber zurecht aufgebracht. Zusätzlich schadeten solche Handlungen dem Widerstand gegen die A 49.

Befürworter laden ein- Die Initiative Pro A 49 aus Stadtallendorf lädt am kommenden Sonntag, 27. September, dazu ein, "sich für den Lückenschluss stark machen". Wenngleich es ein beschlossenes Projekt ist, möchte man sich mit Polizisten und Rettungskräften "solidarisieren und zeigen, dass wir hinter ihnen stehen und die Autobahn wollen." Die Aktion findet um 11 Uhr am Rasthof in Stadtallendorf statt. Es gibt Speisen und Getränke. Für die Kinder sind zwei Hüpfburgen aufgebaut. "Wir hoffen, ein starkes Zeichen für die Autobahn geben zu können".

A 49 soll Samstag Fahrradstraße werden- Am kommenden Samstag, 26. September, und am 3. Oktober soll erneut für den Erhalt der Wälder und besonders des Dannenröder Forstes mobilisiert werden. Geplant ist das im Rahmen einer zweiteiligen Fahrrad-Demo auf der A 49 zwischen Kassel und Stadtallendorf. Das teilte ein Bündnis aus Verkehrswende-Aktivisten mit. Um auf die Forderungen aufmerksam zu machen, werde man den Verkehr auf den bereits gebauten Abschnitten der A49 an zwei Tagen vollständig zum Erliegen bringen und von dort über die Bundesstraßen zum Dannenröder Forst fahren. Zweck sei sowohl der Protest gegen den Ausbau der A 49, die anstehende Räumung der Baumhäuser und Rodung von Teilen des Dannenröder Forstes als auch die Demonstration einer Umnutzung der bestehenden Teile der A 49 als Fahrradschnellverbindung Kassel - Neuental. Eine Auftaktkundgebung wird am Samstag von 9 bis 9.30 Uhr am Beginn der A 49 zwischen Autobahnkreuz Kassel-Mitte und Kassel-Waldau abgehalten. Zwischenkundgebungen finden an beiden Tagen an der Ausfahrt 15, Wabern (ca. 11.45 Uhr), in Schlierbach (ca. 13.45) und auf der B 454 kurz vor Stadtallendorf (ca. 16 Uhr) statt. Aus Infektionsschutzgründen wird der Demonstrationszug in Stadtallendorf geteilt werden. Drei Abschlusskundgebungen finden dann gegen 17 Uhr auf der B 62 (Höhe der geplanten A 49-Trasse), auf der L 3290 (Höhe der Einfahrt "Am Trieb") sowie am Sportplatz Dannenrod statt.

Linke: Landrat provoziert- Ohne Not beschreite der Vogelsberger Landrat Manfred Görig "den Weg der Eskalation", so Dietmar Schnell von der Kreistagsfraktion der Linken. Der Erste Kreisbeigeordnete Jens Mischak von der CDU und Landrat Görig (SPD) ließen keine Gelegenheit verstreichen, "um vor gewaltbereiten Chaoten im Dannenröder Forst zu warnen", mit ihrer jetzigen Drohung hätten sie sich "offensichtlich für den Weg der Provokation entschieden", so Michael Riese. "Mit an den Haaren herbei gezogenen Bestimmungen" werde "auf groteske Weise die Räumung des Waldes amtlich vorbereitet". pm

Mücke-Flensungen(pm). Unbekannte entwendeten zwischen Dienstagmittag und Mittwochmorgen aus einem Container-Anhänger, welcher an der B 49 zwischen Flensungen und Grünberg abgestellt war, mehrere Baumaterialien. Ebenso stahlen sie von einem danebenstehenden Lkw Kettenzüge. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 5500 Euro.

Ebenfalls schlugen unbekannte Täter in der gleichen Nacht an einer Baustelle in der Graf-Otto-Hartmann-Straße in Schlitz zu. Auch dort brachen sie einen Container an einer Baustelle auf und stahlen verschiedene Werkzeuge. Dabei wurde das Schloss des Containers auf unbekannte Weise aufgebrochen. Der Sachschaden beträgt in diesem Fall rund 2000 Euro.

Hinweise in beiden Fällen an die Polizeistation Alsfeld unter der Telefonnummer 0 66 31/9 74-0 oder unter www.polizei.hessen.de.

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