Autos fahren an einer Lärmschutzwand vorbei (Symbolfoto). In Homberg gibt es Befürchtungen, dass beim Neubau der Autobahn 49 der Lärmschutz zu kurz kommt. FOTO: DPA
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Autos fahren an einer Lärmschutzwand vorbei (Symbolfoto). In Homberg gibt es Befürchtungen, dass beim Neubau der Autobahn 49 der Lärmschutz zu kurz kommt. FOTO: DPA

A 49: Kommt Lärmschutz zu kurz?

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Homberg(ks/pm). In der Stadt Homberg mehren sich Zweifel, ob beim Bau der Autobahn 49 der Lärmschutz ausreichend berücksichtigt wird. Jetzt hat die CDU an Bundesverkehrsminister Scheuer, die Landesregierung und die beteiligten Unternehmen DEGES und STRABAG geschrieben und auf die Notwendigkeit des Schutzes der Anwohner hingewiesen. Zuletzt war im Stadtparlament auch Kritik laut geworden, dass die Autobahn als "Betonpiste" gebaut wird.

Beton wird im Straßenbau verwendet, wenn große Belastungen für die Straße erwartet werden, etwa durch ein hohes Lkw-Aufkommen. Beton ist belastbarer als Asphalt. Allerdings sind solche Betonstrecken unter Autofahrern als Holperpisten verschrien, was an den Fugen zwischen den Platten liegt.

Mittlerweile gibt es laut Straßenbauexperten Möglichkeiten, den Belag so zu gestalten, dass die Geräusche beim Überfahren nicht anders als bei Asphalt sind.

Im Brief an Bundesverkehrsminister Scheuer fordert die CDU "wirksamen Lärmschutz". In der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hatte sich das Stadtparlament bereits auf einen Eilantrag der SPD hin für den Lärmschutz ausgesprochen.

Die Stadt Homberg habe sich in vielen Sitzungen mit dem Thema Autobahn befasst, schreibt die CDU. Es sei inzwischen klar, dass das Verfahren rechtens und rechtskräftig ist. Nichtsdestotrotz gingen "die Diskussionen am Rand der notwendigen Arbeiten weiter". Und auch wenn sich das Stadtparlament und die CDU nach vielen Diskussionen 2004 für den Bau der "Herrenwaldtrasse" ausgesprochen habe, seien Skepsis und die ablehnende Haltung vieler Menschen spürbar. "Seit 2004 haben wir uns immer wieder für das Projekt ausgesprochen, sehen wir doch gute Chancen für die Stadt in ihrer wirtschaftlichen und demografischen Weiterentwicklung durch die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen oder jungen Familien", schreibt die CDU. Trotzdem nehme man die Sorgen und Ängste der Bürger ernst, die in Zukunft an der Trasse der Autobahn wohnen.

Eine wesentliche Angst ist die vor zunehmendem Verkehrslärm für einige Stadtteile. Unter Experten sei seit Jahren unumstritten, dass Verkehrslärm die bedeutendste Umweltbeeinträchtigung im Wohnumfeld darstellt. Er störe Entspannung, Erholung und Gespräche und mache über einen längeren Zeitraum sogar krank. 2007 habe die Stadt die Verlegung von sogenanntem Flüsterasphalt sowie die Errichtung von Lärmschutzwänden und Erdverwallungen für Dannenrod, Appenrod, Erbenhausen und Maulbach gefordert. Für Dannenrod, Appenrod und Erbenhausen seien darüber hinaus verkehrsberuhigende Maßnahmen an den Ortseingängen vorzusehen. "Zu unserem großen Unverständnis wurde die Homberger Stellungnahme im Rahmen der Planfeststellung nicht berücksichtigt."

Umfangreicher und wirksamer Lärmschutz müsse aber realisiert werden. "Nur so werden wir die Akzeptanz vor Ort positiv beeinflussen können."

Denn ein dauerhaft positives Meinungsbild zu diesem Infrastrukturprojekt werde es nur "durch einen fairen Ausgleich der Interessen geben". Der Brief ging auch an Ministerpräsident Bouffier, an die DEGES und die STRABAG.

Die DEGES hielt sich dieser Tage auf eine Anfrage hin bedeckt. Dies sei ein "Thema für die Bürgersprechstunden", die letzte fiel allerdings wegen der Pandemie aus.

Entlang der Trasse gebe es in Sachen Lärm "eine unterschiedliche Betroffenheit", so Pia Verheyen: "Das ist auch eine subjektive Angelegenheit." Man habe ein Büro beauftragt, zu prüfen, wo passiver Lärmschutz sinnvoll sei. Zudem würden zu einem späteren Zeitpunkt Anwohner kontaktiert und auf Maßnahmen wie Schallschutzfenster hingewiesen. Bis zur Inbetriebnahme der Autobahn sei dafür noch ausreichend Zeit, meinte Verheyen. In den Bürgersprechstunden habe man aber schon Anwohnern helfen können.

Bestimmte Anwohner hätten Anspruch auf aktiven Lärmschutz, entsprechende Wälle seien im Planfeststellungbeschluss vorgesehen.

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