+
Viel Abstand sollen Schüler und Lehrer im Klassenraum halten, wie der Homberger Schulleiter Carsten Röhrscheid zeigt. FOTOS: JOL

Corona-Pandemie

Kleingruppen und Seifenspender für den Klassenraum

  • schließen

Mit Spannung erwarten Kinder und Jugendliche die Rückkehr an die Schule. Klassen werden geteilt. Die Räume erhalten Seifenspender, wie an den Gesamtschulen in Homberg und Mücke.

Nächste Woche öffnen die Schulen wieder - zumindest teilweise. Die Viertklässler an Grundschulen und die Abschlussjahrgänge an weiterführenden Einrichtungen werden wieder direkt mit Lehrern zusammenkommen. Doch das Coronavirus diktiert die Bedingungen. Um Ansteckungsmöglichkeiten zu minieren, sind nur 15 Kinder oder Jugendliche im Raum. Abstand und Händewaschen sind Pflicht. Darauf stellen sich die Gesamtschule Mücke und die Ohmtalschule Homberg ein, auch wenn noch nicht alle Vorgaben bekannt sind, wie die Schulleiter erläutern.

So erwartet Gustl Theiß in Mücke drei Klassen zurück, zwei 10. Realschulklassen und eine Hauptschulklasse im 9. Jahrgang. Sie werden geteilt, also in sechs Lerngruppen, damit die Vorgabe von maximal 15 Schülern im Raum eingehalten wird. Erst ab 4. Mai kommen die übrigen Schüler hinzu. Dann wird es spannend, denn die Räume und Lehrkräfte reichen nicht, um den normalen Unterricht in geteilten Klassen anzubieten.

"Dann wird jede Klasse ebenfalls in zwei Gruppen geteilt, außer der 10. Gymnasialklasse, die hat nur 15 Schüler", sagt Theiß. Die Gruppe A jeder Klasse kommt Montag, Mittwoch und Freitag in die Schule, Gruppe B hat am Dienstag und Donnerstag Unterricht. In der darauf folgenden Woche wird dann gewechselt. Ziel sind bis zu 20 Wochenstunden pro Klassengruppe, erläutert Theiß. Mit den kleinen Gruppen ist der vorgeschriebene Abstand von rund 1,5 Metern einhaltbar.

Damit will man gleich mehrere Probleme lösen. "Wir haben nicht genug Räume und Lehrer für zusätzliche Klassengruppen, und es gibt auch nicht genug Platz in den Bussen", fügt Theiß an. Denn einige der 538 Schüler kommen aus einem weiten Radius und bis Feldatal, Ulrichstein, Ober-Ohmen und anderen Orten, die nicht zu Fuß erreichbar sind.

Noch keine Lösung hat man dafür, wie der Ausfall von älteren Lehrern und solchen mit älteren Lebenspartnern geregelt wird. Diese sollen aus Sorge vor einer möglichen Ansteckung nicht mehr in die Klassenräume. Das betrifft rund 13 von 50 Lehrkräften, wie Theiß sagt. Da dieser Erlass des Kultusministeriums neu ist, muss das noch geklärt werden. Die Lehrer könnten von zu Hause aus arbeiten, "das ist aber ein riesiger organisatorischer Aufwand". Ein Zusatzproblem ist, dass zwei Lehrkräfte wegen Pensionierung und Mutterschutz nicht da sind, aber kein Vertrag mit Nachfolgern abgeschlossen werden darf.

Immerhin ist in Mücke Vorsorge in Sachen Hygiene getroffen. Trennscheiben für Sekretariat, Cafeteria und Mediathek sind beauftragt. Einige Klassenräume werden mit Seifenspendern und Boxen für Papierhandtücher zum Händewaschen nachgerüstet.

Auch die Homberger Ohmtalschule ist auf die Rückkehr der Abschlussklassen vorbereitet, wie Schulleiter Carsten Röhrscheid sagt. Die 9. Haupt- und die 10. Realschulklasse werden geteilt und ab nächster Woche auf die Prüfungen vorbereitet. Die Prüfungen sind Ende Mai, "das ist auf jeden Fall zu schaffen".

Schwieriger ist die Einteilung der übrigen Klassen ab Anfang Mai. Dann müsste man eigentlich die Klassen teilen und abwechselnd unterrichten. Die andere Variante ist, die 5. und 6. Klassen in der Schule zu unterrichten und die übrigen Jahrgänge weiterhin per Fernunterricht. "Da warten wir noch auf eine Klarstellung des Kultusministeriums", sagt Röhrscheid.

Ebenfalls eine offene Frage ist, ob in der Schule ein Mundschutz notwendig ist. Der wäre in den Korridoren sinnvoll, im Unterricht halten die Jugendlichen genug Abstand.

Die Frage, wie der Busverkehr organisiert wird, um volle Busse zu vermeiden, wird noch geklärt. Denkbar ist es, an der Ohmtalschule von der zweiten bis fünften Stunde zu unterrichten, an der benachbarten Grundschule von der ersten bis zur vierten Stunde. Das entzerrt den Busfahrplan.

Erfreut ist Röhrscheid über das Engagement von Lehrern und Schülern beim Unterrichten zu Hause. "Die Lehrer versuchen, alles zu schaffen", sagt er. Denn sie müssten den Stoff anders vermitteln und die Schüler individueller betreuen. Die Klassenräume sind für mehr Hygiene gerüstet. Es gibt überall Waschbecken, Seifenspender können überall installiert werden. Nur bei den Papierhandtüchern wird es schwierig, "vielleicht sollten Schüler kleine Handtücher mitbringen". Schwierig wird das Einhalten von Distanz in den Pausen, da sind sich Theiß und Röhrscheid einig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare