Kirchensanierung: Braunfäule sorgt für Mehrkosten

Homberg-Haarhausen (kli). Gleich mehrere Probleme wurden dieser Tage bei einem Ortstermin mit dem Haarhäuser Kirchenvorstand und dem zuständigen Pfarrer Winfried Schön mit Architekt Michael Schneider-Lange und Heike Linke, der Regionalbeauftragten der ev. Landeskirche für Baumaßnahmen, begutachtet und besprochen.

Homberg-Haarhausen (kli). Gleich mehrere Probleme wurden dieser Tage bei einem Ortstermin mit dem Haarhäuser Kirchenvorstand und dem zuständigen Pfarrer Winfried Schön mit Architekt Michael Schneider-Lange und Heike Linke, der Regionalbeauftragten der ev. Landeskirche für Baumaßnahmen, begutachtet und besprochen. Als erstes hatte man bei Sanierungsmaßnahmen im Dachbereich auch größere Flächen der Holz-Lehm-Decke wegen Befalls mit Braunfäule herausnehmen und Teilerneuerrungen mit dem Einziehen von schadfreien Balken und dem Ausfüllen mit Lehm vornehmen müssen. Das nächste große Problem sind die deutlich sichtbaren Schwingungen des Glockenstuhles beim Läuten.

Dies war erst bei den Dachöffnungen gut erkennbar geworden. Der Architekt schlug den Einbau von Streben vor und wenn dies nicht funktioniere, sei ein gekropftes Joch einzusetzen. Zur Fachwerksanierung nahm Kirchenvorsteher Norbert Rieß Stellung und zeigte, dass die Lehmgefache nur durch die Verschalung gehalten würden. Diese Brettchen hätten zuvor der Befestigung von Holzschindeln gedient. Eine neue Schalung sei sowieso für die Befestigung von Schieferplatten erforderlich. Diese Bretter sollten in Abschnitten eingefügt werden, damit die vorhandenen Lehmgefache erhalten werden könnten.

Zur Verschieferung erfuhren die Anwesenden sollten zwei verschiedene Schieferarten eine Verwendung finden: im unteren Bereich den grauen Sauerländer und im oberen (Dachbereich) den schwarzen Moselschiefer. Vor allen Dingen müsse der Dachschiefer im Herbst und Frühjahr kontrolliert werden, um möglichst schnell eingreifen zu können, wenn Undichtigkeiten entstünden. Architekt Schneider-Lange mahnte dies mit den Worten an: "Eine neue Verschieferung bedeutet nicht, dass man dann jahrelang Ruhe hat".

Es folgte die Besichtigung der Baustelle im Kirchen-Innenbereich. Die Decke werde nach der doch größeren Maßnahme mit Lehmputz auf Schilfrohr ergänzt und mit einem Kalkstrich versehen, diese Art sei Kunstfarben vorzuziehen. Die Kirchenvorstandsmitglieder hätten lieber eine Holzverkleidung der Decke gehabt, die allerdings die Raumhöhe erheblich senken würde. Die Frage nach Rissen im Putz wurden vom Architekt und Frau Linke mit unterschiedlichen Luftfeuchtigkeitsverhältnissen und dem "Arbeiten" des Holzes erklärt. Dies sei in Holzkirchen immer möglich.

Bei der sich anschließenden Dachbegehung folgte die Vorstellung der bisherigen Maßnahmen mit den Mehrarbeiten und den größeren Sanierungsflächen. Frau Linke mahnte Laufstege mit Geländer und Kniebrett sowie Lichtquellen an und erklärte, dass bei erforderlichen Sanierungserweiterungen sie schnellstmöglich eingeschaltet werden müsse, um die Mehrfinanzierbarkeit zu sichern. Pfarrer Schön betonte, dass man in mehreren Sitzungen des Kirchenvorstandes nach dem Erkennen der Braunfäule die Folge bis in alle Einzelheiten erarbeitet habe. Der vorgesehene Wiedereinweihungstermin solle am Erntedanktag sein.

Frau Linke sagte dazu, dass dies nicht machbar sein werde, man solle eher den Advent vorsehen. Das Mehr an Arbeit und das Auspacken, Zusammenbauen, Reinigen und Einstimmen der Orgel werde alleine mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Architekt Schneider-Lange erklärte auf die Anfrage nach "weiteren Überraschungen", dass er sich dies nicht vorstellen könne.

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