Junger Mauersegler wurde gerettet

Homberg (kli). Die Mauersegler hatten in früheren Jahren ihre Nester fast nur in den Städten, denn dort gab es geeignet große und hohe steinerne Häuser und Kirchen, die auch Brutnischen hatten.

Homberg (kli). Die Mauersegler hatten in früheren Jahren ihre Nester fast nur in den Städten, denn dort gab es geeignet große und hohe steinerne Häuser und Kirchen, die auch Brutnischen hatten. In Homberg haben sich die Segler sehr gut halten können und ziehen dort jährlich ihr Jun- gen groß. Nach und nach setzte auch die Besiedlung in den umliegenden Ortschaften ein. Dort wurden nicht nur hohe und steinerne Häuser besiedelt sondern auch Fachwerkgebäude. Ebenso ließen sie sich in Nistkästen ansiedeln.

Dem Tier- und Naturschutzverein Homberg wurden Brutstätten aus fast allen Dörfern der Ohmstadt gemeldet. Voller Freude werden die schnellen Vögel jedes Jahr zum Maienanfang erwartet und aufs neue beobachtet, wenn sie im rasanten Flug um die Dächer und Türme der Stadt sausen. Bald setzt dann auch die Nesterbelegung und die Brut ein. Es ist Eile angesagt, denn in der heimische Region zählen die Mauersegler zu den ersten Vogelarten, die Homberg wieder in Richtung Süden verlassen. Fast ihr gesamtes Leben spielt sich in der Luft und während des Fluges ab. Das Nistmaterial wird so besorgt, die Nahrungsaufnahme ebenfalls und sogar die Balz und Paarung. Selbst das Schlafen wird im Flug er- ledigt. Lediglich die Eiablage, Brutzeit und Jungenaufzucht erfolgt in geeigneten Brutstätten.

Kürzlich meldete eine Homberger Familie einen kleineren Vogel mit krummem Schnabel und scharfen Krallen, der für ein Greifvogel gehalten wurde. Sie informierten den Tier- und Naturschutzverein und baten um Hilfe. Vorsitzender Kurt Linker eilte in die Ohmstadt und stellte einen agilen Jungmauersegler fest, der aus einem nicht bekannten Nest entwichen und im Garten der Familie Schipper gelandet war. Der erste Versuch den Jungvogel in die Luft zu entlassen scheiterte, weil die Flügel noch zu kurz und fluguntauglich waren. Die zweite Alternative lautete, sich nach einer Pflegestation umzusehen. Dann kam der rettende Gedanke, den kleinen Segler in ein zugängliches Nest mit nur einem Jungvogel zu legen. In der Marktstraße bei Familie Bernbeck gab es diese Chance. Dort leben mehrere Paare in verschiedenen Nistkammern mit Zugang von der Hausseite her. Ein Paar hatte nur einen Jungvogel, und dort wurde der muntere Kleine hinzugegeben. Er setzte sich sehr schnell durch und bekam fast immer als erster das Futter von den Stiefeltern gereicht. Er wuchs und gedieh, flog allerdings als Zweiter aus der Nestkammer und kam noch mehrfach zum Übernachten, um dann wie sein Stiefgeschwisterchen und die Nachbarjungen die Reise in den Süden anzutreten.

In einer weiteren Kammer gab es eine Besonderheit, weil ein Paar drei Jungvögel großzog. Diese Seltenheit wurde von Seglerexperten bestätigt. Ende Juli setzte dann der Wegzug ein und die schneidigen Segler konnten nicht mehr beobachtet werden. Allerdings kann es durch Witterungsprobleme oder Nahrungsmangel auch zu Verzögerungen kommen sowie in günstigen Jahren zu einem beschleunigten Abzug. In Homberg dürfte man im nächsten Frühjahr wieder gespannt auf die Ankunft warten und ob denn der kleine Mauersegler mit in die Ohmstadt zurückkehrt.

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