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Der Diebachsgraben ist vertieft und auf fünf Meter verbreitert, Rohrdurchlässe machen ihn unpassierbar für Wassertiere.

Söhrenteich

Homberger Naturschützer mahnen Sanktionen an

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Homberger Naturschützer ordnen Ausgleichsmaßnahmen im Zuge der A 49 als falsch ein und fordern Aktion von Behörden. Denn es wurde am Söhrenteich gerodet und ein Graben vertieft.

Die Homberger Naturschützer geben keine Ruhe. Mit einem ausführlichen Schreiben an die Naturschutzbehörden in Kreis und Regierungspräsidium sowie an die Autobahn-Planungsgesellschaft Deges fordern NABU sowie die Vogel-und Naturschutzgruppe Maulbach Entgelte gegen die Verursacher von mehreren Heckenrodungen im Bereich Söhrenteich bei Appenrod/Maulbach. Zudem sehen sie in der Verbreiterung des Diebachgrabens keine Ausgleichsmaßnahme, die sie eigentlich sein sollte. Damit erweitern die Naturschützer die Kette an Vorwürfen, die sie kürzlich nach einem Ortstermin erhoben haben (die Alsfelder Allgemeine Zeitung berichtete). Alle "Tatorte" liegen am Acker eines Maulbacher Landwirts. Die Naturschützer fordern "spürbare Entgelte" für alle Eingriffe.

Gegen Richtlinien gehandelt

So heißt es im Schreiben, dass in einem Feldgehölz im südlichen Bereich etwa 80 Prozent der Bäume und Sträucher entfernt wurden. Dort hätten nur einzelne Bäume gefällt und maximal 30 Prozent der Hecke zurückgeschnitten werden dürfen. Die Naturschützer fordern die Behörden auf, den Verursacher zu ermitteln und zur Wiedergutmachung zu verpflichten. Zudem sollen ein spürbares Entgelt verhängt werden.

Der Diebachsgraben sei als "ein 5 Meter breiter und 1,5 Meter tiefer schnurgerader Graben ausgehoben" worden. Es wurden die gesamte Fauna und Flora vernichtet. Das widerspreche der Wasserrahmenrichtlinie und weiteren Gesetzen gravierend. NABU und Vogelschutzgruppe beantragen Einsicht in den Vertrag zwischen DEGES und dem Landwirt, in dem die Baumaßnahme geregelt wurde. Zudem sollen die Beeinträchtigungen zurückgebaut werden, die über eine Genehmigung hinaus gehen oder durch eine "eventuell rechtswidrige Genehmigung" ermöglicht wurden. Einige Drainagen im Gelände sollen zurückgebaut werden. Wenn sie ohne Genehmigung eingebaut wurden, solle ein weiteres Entgelt verhängt werden.

Scheibchenweise Hecken gerodet

Entlang des angrenzenden Dammes, auf dem ein asphaltierter Feldweg verläuft, wurden "große, einheimische, standortgerechte Gehölze gerodet". Dies sei rechtswidrig. Der Verursacher solle ermittelt werden, um den Bereich wieder zu bepflanzen. Dabei weisen die Naturschützer auf die Aussage eines Zeugen hin, der den Auftraggeber genannt hat. In einem Feldgehölz am Damm wurden ebenfalls Bäume und Hecken gefällt. Da fordern die Naturschützer, zu prüfen, ob das genehmigt wurde. Gegebenenfalls müsse der Verursacher nachpflanzen. Ein längerer Heckenstreifen entlang eines Wirtschaftswegs an der Längsseite des Areals "wurde fortgesetzt über viele Jahre immer wieder scheibchenweise beeinträchtigt. Aktuell wurden dort wieder Gehölze entfernt", kritisieren die Gruppen. Auch diese Rodungen sollen auf Genehmigung geprüft werden. Wenn sie illegal erfolgten, soll der Verursacher die Hecken wieder anlegen.

An der Südostecke des Gebiets Söhrenteich haben die Naturschützer den nicht-einheimischen Japanischen Staudenknöterich festgestellt. Diese ausbreitungsfreudige Pflanze komme in der Umgebung nicht vor. Die Behörden sollten prüfen, wer die Pflanzen ausgebracht hat. Auch dazu solle ein Entgelt verhängt werden, wenn der Verursacher feststeht. Die Pflanzen müssten bekämpft werden.

NABU und Vogelschutzgruppe kritisieren auch die über weite Strecken ausgeräumte Landschaft. In fast allen Gemarkungen der Stadt seien Hecken, Kleingewässer und Feldgehölze weitgehend verschwunden. Deshalb müssten öffentliche Flächen wieder ins Eigentum von Stadt, Kreis und Land zurückgeholt werden, wenn die Bereiche nicht für Wege notwendig sind.

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