Die Kinder können munter spielen, die Eltern sich auf sechs kostenlose Betreuungsstunden ab Herbst in den Kitas freuen. Die Stadt muss dennoch versuchen, etwas von dem hohen Defizit in Sachen Kinderbetreuung abzubauen. (Foto: dpa)
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Die Kinder können munter spielen, die Eltern sich auf sechs kostenlose Betreuungsstunden ab Herbst in den Kitas freuen. Die Stadt muss dennoch versuchen, etwas von dem hohen Defizit in Sachen Kinderbetreuung abzubauen. (Foto: dpa)

Kinder kosten

Homberg sucht Einsparmöglichkeiten

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Die Stadt Homberg muss sparen. Die Kinderbetreuung kostet viel Geld, das Defizit deswegen ist massiv gestiegen. Aber kann die Stadt wirklich bei der Kinderbetreuung einsparen?

Bei der Stadt Homberg wird gern auf die umfangreiche Betreuung in den Kindertagesstätten verwiesen. Die hat ihren Preis. Gerade in den vergangenen Jahren sind die Kosten geradezu davongelaufen. Das liegt an höheren Auflagen, Tarifsteigerungen, es werden aber auch mehr Kinder in mehr Gruppen betreut. Zudem betreibt Homberg einen Kindergartenbus.

Unter dem Strich lief für die Stadt im vergangenen Jahr ein Defizit von rund 1,78 Millionen Euro auf. Das Defizit wäre sogar noch höher ausgefallen, würde nicht der Unterhalt für die Gebäude anders verbucht. Auch hier fallen erhebliche Kosten an. So mussten für die Sanierung der Kita in der Hochstraße nach Wasserschäden rund 300 000 Euro bezahlt werden.

Weil die Genehmigungsbehörden der Stadt eine Haushaltskonsolidierung ins Aufgabenbuch geschrieben haben, befasste sich am Donnerstag der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung mit dem Thema. Den Prüfern in Wiesbaden, denen man den Homberger Haushalt im Winter vorgelegt hatte, war ebenfalls das hohe Defizit im Kinderbetreuungsbereich aufgefallen.

Elternbeiträge sind nur 20 Prozent

Die Beiträge, die die Eltern zum Aufwand leisten, machen mit 346 000 oder 20 Prozent nur einen recht kleinen Anteil an den Kosten aus. Und ab dem kommenden Kindergartenjahr werden die ersten sechs Betreuungsstunden die Eltern gar nichts mehr kosten. Wie sich die Kosten dann für die Stadt entwickeln, lässt sich noch nicht genau sagen, meinte Bürgermeistern Claudia Blum. Sie hatte zum Thema Kitas und Finanzen Informationen für die Ausschussmitglieder.

Thema in diesem Jahr ist für alle Kommunen die Beitragsfreistellung für die ersten sechs Betreuungsstunden. Diese wird natürlich auch in Homberg umgesetzt. Dazu trug die Bürgermeisterin die mögliche Rechnung vor. Danach würde man den Elternbeitrag im Monat für sechs Stunden Betreuung auf 135,60 Euro festlegen. Dieses Geld wird der Stadt vom Land erstattet, das pro Jahr und Platz 1627,20 Euro gibt.

Die Prüfer beim Landesrechnungshofs, denen die Stadt den Haushalt vorgelegt hatte, empfehlen angesichts des Defizits genau hinzuschauen, wo der Aufwand gesenkt werden kann, um künftig Kosten zu sparen. Diese Debatte muss in den kommenden Monaten noch geführt werden.

Es gab bereits Fingerzeige, dass es Bereiche gibt, so werden etwa in Büßfeld und Nieder-Ofleiden am späten Nachmittag nur sehr wenig Kinder betreut, teilweise eines bis zwei. Wenn diese in andere Einrichtungen gingen, könnte die Stadt hier etwas sparen. Klar sei aber auch, so die Bürgermeisterin, "dass wir über diesen Bereich nicht unseren Haushalt sanieren können." Das widerspreche dem Ziel, eine familienfreundliche Kommune zu sein. Insgesamt, so war man sich im Ausschuss einig, könnten die Eltern mit der Situation sehr zufrieden sein. Auch bei den Elternbeiräten gebe es "eine hohe Akzeptanz," so Blum.

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