Gegen Windkraft

Halb Höingen wird Wohngebiet

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Windkraftanlagen bringen ökologischen Strom. Aber sie werden nicht immer als in die Landschaft passend und leise empfunden. Deshalb hat die Stadt eine neue Satzung beschlossen.

Dörfer verändern sich, dem trägt nun die Stadt Homberg Rechnung und ändert die Hälfte der Ortslage von Höingen von einem "Mischgebiet" zu einem reinen Wohngebiet. Ein Hintergrund ist, dass in diesem Bereich keine landwirtschaftlichen Betriebe mehr bestehen. Der Bereich entlang der Straße "Zur Hunnenburg" ist also künftig für Gewerbebetriebe tabu. Zudem gilt dort ein niedrigerer Grenzwert für Lärm, was mit Blick auf die geplante Windenergieanlage nahe dem Dorf Bedeutung gewinnt.

Den Satzungsbeschluss zur Ausweisung als Wohngebiet fasste die Stadtverordnetenversammlung in der jüngsten Sitzung. Dabei äußerte Eckhard Hisserich (CDU-Fraktion) "erhebliche rechtliche Bedenken", weshalb er und zwei weitere Fraktionsmitglieder nicht an der Abstimmung teilnahmen, zudem gab es zwei Enthaltungen. Christiane Helm von den Grünen sah erheblichen Diskussionsbedarf und schlug die weitere Beratung im Ausschuss vor. Das wurde bei 5 Jastimmen durch die Mehrheit von CDU, SPD und FW abgelehnt.

1,6 Hektar betroffen

Der Beschluss des Stadtparlaments muss noch veröffentlicht werden, dann ist er rechtlich gültig. Es betrifft den Nordbereich des Dorf mit rund 1,6 Hektar. Das neue Wohngebiet befindet sich rechterhand der Durchgangsstraße, wenn man von Deckenbach kommt. Künftig sind dort Wohnhäuser, Läden und Gaststätten möglich. Links dieser Linie stehen die Höfe weiterhin im Mischgebiet, eine gewerbliche Nutzung mit Landwirtschaft oder Handwerk ist zulässig. Der übergeordnete Flächennutzungsplan muss noch angepasst werden. Im Zuge der Umwidmung sind entlang der Durchgangsstraße "In der Goldbach" vier Baufenster festgelegt worden. Zwei davon sind Vergrößerungsmöglichkeiten für bestehende Häuser, zwei für Neubauten.

Bei der Ausweisung waren übergeordnete Behörden zu befragen. Dabei lehnte das Kreisbauamt das Wohngebiet mit der Begründung ab, dass so die Nutzung der früheren landwirtschaftlichen Anwesen eingeschränkt werde. Dem hält der Planer entgegen, dass in dem Bereich seit vielen Jahren keine Landwirtschaft betrieben wird.

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