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Große Pläne für Bahnhofsgelände

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Von: Kerstin Schneider

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Das Gelände mit dem alten Bahnhof in Homberg: Architekt Herbod Gans stellte den Stadtverordneten Pläne für ein medizinisches Versorgungszentrum samt 100-Betten-Hotel und Lokal im alten Bahnhofsgebäude vor. © Kerstin Schneider

Homberg (ks). Herbod Gans und Rene Mergner vom Büro Gans Architekten stellten den Stadtverordneten in der jüngsten Sitzung in der Stadthalle eine Planung für das alte Bahnhofsgebäude mit Umfeld in Homberg vor. Sie sehen ein medizinisches Versorgungszentrum, die Sanierung des alten Bahnhofsgebäudes, eine Gastronomie, ein Hotel sowie Ferienwohnungen vor.

Gerade das Ärztezentrum werde man brauchen, »wenn wir den Wettlauf mit anderen Gemeinden nicht verlieren wollen«, so Herbod Gans bei der Vorstellung. Das sei ein wichtiger Standortfaktor, und das Gelände habe eine »Spitzenlage«. Derzeit sei die hausärztliche Versorgung in Homberg noch recht gut, aber der Altersdurchschnitt der Mediziner liege schon bei 63 Jahren, sagte Gans. Erfahrungsgemmäß gibt es zudem bei immer mehr Ärzten den Wunsch danach, dass Praxen gemeinsam betrieben werden wollen. So betreiben oft auch Fachärzte Zweitpraxen, »dann sind sie an zwei Tagen vor Ort«.

So biete eine Anbindung von Radweg und vielleicht später auch Bahntrasse beste Chancen. Das Hotel in moderner Bauweise solle drei bis vier Geschosse haben, das medizinische Versorgungszentrum drei. Es gehe um kurze Wege in allen Bereichen. Im Zentrum könnten sich neben Ärzten eine physikalische Therapie und ein Cafe ansiedeln. Was die Belegung angeht, so führe er Gespräche mit Interessenten, »die gibt es aus allen Bereichen, auch Ärzte und ein Zahnarzt sind dabei«. Was die Planung angeht, so müsse man immer die Wirtschaftlichkeit im Auge haben.

Die Frage sei nun, ob die Stadt das Gelände zur Verfügung stellt und das Projekt unterstütze, stellte Gans in den Raum.

Wenn ja, dann könne man ein brachliegendes Gelände aktivieren und auch dem lange vernachlässigten und denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude wieder zu neuem Leben verhelfen. Denn dieses sei in den vergangenen Jahren extrem vernachlässigt worden und entsprechend heruntergekommen. Das angebaute frühere Toilettenhaus müsse aber abgerissen werden.

Karl Heinrich Linker (Bürgerforum) gab zu bedenken, dass man mit der Planung an diesen Stelle dann ein neues Stadtzentrum etablieren würde, »die Innenstadt würde weiter sterben«. Dem hielt Gans entgegen, dass bislang alle Versuche für eine Innenstadtbelebung gescheitert seien. Das Gebäude mit dem früheren Schlecker-Markt stehe seit sieben Jahren leer, man werde dort nun Appartements für behinderte Menschen einbauen. Leonhard Morneweg (Grüne) wandte ein, man könne bei einer umliegenden Bebauung eventuell den Bahnhof nicht mehr sehen. »Man weiß, dass er da ist«, so Gans, das Gebäude werden entsprechend aufgewertet, sodass es eine Gastronomie aufnehmen kann. Auch für die jetzige Halle einer Gerüstbaufirma werde es sicher eine Lösung geben. Morneweg hatte vorgeschlagen, diesen Bereich in die Planung mit einzubeziehen. Das gesamte Investitionsvolumen liege geschätzt bei rund 13 Millionen Euro. Gans gab zu bedenken, dass eine Entscheidung möglichst zeitnah fallen solle, denn mögliche Bewerber für das Ärztezentrum könnten sich sonst vielleicht anderweitig orientieren. Wenn man das bereits versiegelte und erschlossene Gelände bebaut, dann sei das eine gute Sache, »und wir müssen nicht irgendwo Natur zerstören«.

Das Thema wurde zur weiteren Diskussion einstimmig in den Bau- und Umweltausschuss überwiesen.

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