"Das grenzt an Verleumdung"

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Am zwei Stellen der jüngsten Sitzung des Homberger Parlaments wurde es persönlich, als die Abgeordnete Jutta Stumpf Bürgermeisterin Claudia Blum direkt anging.

Am zwei Stellen der jüngsten Sitzung des Homberger Parlaments wurde es persönlich, als die Abgeordnete Jutta Stumpf Bürgermeisterin Claudia Blum direkt anging.

In der Haushaltsrede sagte Stumpf auch im Namen von Eckhard Hisserich und Markus Klapp, Blum habe im Zusammenhang mit einem Grundstücksgeschäft Geschenke erhalten und später wandte sie sich gegen eine angebliche Vorverurteilung im Zusammenhang mit der Hacker-Affäre. Beides weist Claudia Blum auf Nachfrage in aller Deutlichkeit zurück und sieht darin einen Tiefpunkt in den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung.

In der Haushaltsrede verweist Stumpf auf geplante Grundstücksankäufe in der Innenstadt. Dabei nennt sie ein Ehepaar, für dessen Areal 200 000 Euro eingeplant seien. Bei einem gemeinsamen Essen habe das Ehepaar Geschenke an die Bürgermeisterin überreicht.

Auf Nachfrage bestätigte Claudia Blum, dass Vorgespräche zu Grundstücksgeschäften laufen. Dabei legt sie, wie bei solchen Verhandlungen üblich, Wert auf Vertraulichkeit. Es sei im Geschäftsleben absolut unüblich, während der laufenden Gespräche die Beteiligten und inhaltliche Details öffentlich zu machen. Erst würden von der Verwaltung Gespräche mit den Eigentümern geführt, dann werde das nicht öffentlich im Magistrat beraten und zur Beschlussfassung in die Stadtverordnetenversammlung gegeben. Das sei sinnvoll, weil zunächst die Varianten geprüft würden, dabei könne es Veränderungen geben. Solche Gespräche werden bewusst diskret gehandhabt: "Frau Stumpf hat da bewusst der Stadt geschadet".

Dass sie im Zusammenhang mit dem Grundstücksgeschäft Geschenke erhalten hat, sei eine absurde Unterstellung: "Das grenzt an Verleumdung". Vielmehr gehöre das betreffenden Paar zu ihrem Bekanntenkreis und man habe sich zu einem Geburtstagsessen getroffen. Dabei habe sie einen selbst gebackenen Kuchen, eine Cola und Marmelade erhalten. Das sei ganz normaler Umgang in einer Kleinstadt. "Darf ich keinen privaten Kontakt mit Homberger Menschen haben?", fragt Claudia Blum ironisch.

Auch die Aussagen Jutta Stumpfs in einer persönlichen Erklärung zum Schluss der Sitzung weist Blum deutlich zurück. Die Stadtverordnete hatte an das Ermittlungsverfahren gegen einen jungen Homberger erinnert, der Daten von Prominenten gestohlen und im Internet veröffentlicht haben soll (die Alsfelder Allgemeine berichtete mehrfach).

Hierbei gelte die Unschuldsvermutung, führte Stumpf in der Erklärung aus. Das sei im Grundgesetz so geregelt, während eines Verfahrens gelte der Betroffene als unschuldig. Claudia Blum habe aber gesagt, es sei zweifellos eine Straftat. Das bedeute eine öffentliche Vorverurteilung eines 20 Jahre alten Hombergers. Das lehne sie ab, so Jutta Stumpf und warf Claudia Blum vor, mediensüchtig zu sein.

Die Bürgermeisterin wies diese "Interpretation" klar zurück. "Ich habe immer gesagt, dass Datendiebstahl eine Straftat ist, dabei ging es nicht um die Schuld des Betroffenen", erläuterte sie ihre Position. Das Ermittlungsverfahren laufe ja noch, dann werde man sehen, was dabei herauskommt. Frau Stumpf sei bei den Pressegesprächen nicht dabei gewesen, sie könne sich nur auf die Berichterstattung in Medien stützen.

Die Anmerkungen Stumpfs wertet Claudia Blum als Tiefpunkt in den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung. Das sei ein respektloser Umgang mit der gewählten Bürgermeisterin und den Stadtverordneten. Da werde die Demokratie mit Füßen getreten, "das war weit unter der Gürtellinie.".

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