Unbekannte setzten Fische im Marktbrunnen aus. FOTOS: PM
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Unbekannte setzten Fische im Marktbrunnen aus. FOTOS: PM

Goldfische im Marktbrunnen ausgesetzt

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Homberg(pm). Am Samstagabend erhielt die ehrenamtliche Tierschutzbeauftragte der Stadt Homberg, Tina Bieker, von einer besorgten Bürgerin die Meldung, dass sich im Marktbrunnen vor dem Rathaus Goldfische befänden. Die Tierschutzbeauftrage schaute sogleich nach und stellte fest, dass drei Goldfische im Brunnen ausgesetzt wurden.

Sie organisierte zwei Helfer und das nötige Material, um die Goldfische zu fangen. Mit einem Kescher wurden die Tiere aus dem Brunnen geholt und in einem sicheren Transportbehälter untergebracht. Zwischenzeitlich hatte sich ein Tierfreund gefunden, der bereit war, die Goldfische in seinem Teich aufzunehmen. Noch am Abend konnten sie in einen artgerechten Teich umziehen. Durch das Aussetzen in den Brunnen ist ein Fisch aber erkrankt und es sei fraglich, ob er überleben wird. Der Marktbrunnen ist für die Haltung von Fischen nicht geeignet, da es sich beim Brunnenwasser nicht um Trinkwasser handelt und Futter fehlt. Die Fische können im Brunnen nicht überleben.

Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Die Tierschutzbeauftragte fragt sich, ob das Aussetzen der Goldfische "ein schlechter Scherz war oder ob sich jemand der Tiere entledigen wollte und es nicht besser wusste". Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass es immer Lösungen gibt, wenn man sich um sein Tier nicht mehr kümmern kann, und rät, sich an das Ordnungsamt der Stadt oder das Tierheim in Alsfeld zu wenden.

Das Aussetzen von Tieren, auch von Fischen, stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. So ist das Aussetzen von Tieren, um sich ihrer zu entledigen, eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25 000 Euro geahndet werden kann.

Auch das Aussetzen von Fischen und anderen Tieren aus Aquarien oder dem Gartenteich in die freie Natur ist grundsätzlich nicht gestattet oder genehmigungspflichtig und stellt häufig einen Verstoß gegen Tierschutz- und/oder Tiergesundheitsrecht, aber auch Naturschutz- und Fischereirecht dar.

Scheinbar harmlose Zierfische entwickelten sich in freier Natur schnell zu einer ernsten Gefahr für heimische Arten und Ökosysteme, da sie sich rasch vermehren, den Nachwuchs von geschützten Tierarten wie Fröschen, Molchen und Libellen fressen oder Krankheiten einbringen können. Die Polizei und die Stadt wollen daher wissen: Wer hat die Goldfische in den Brunnen ausgesetzt? Hat vielleicht ein aufmerksamer Bürger Beobachtungen gemacht?

Die Polizei Alsfeld und die Stadt Homberg nehmen Hinweise auch anonym entgegen (Stadt Homberg/Ohm, Tel. 06633-1840, E-Mail bgm@hom berg.de- Polizeidienststelle Alsfeld, Tel. 06631-9740).

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