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Geschichte wird lebendig

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Mitglieder des Heimatkundlichen Kreises geben bei einer Wandertour Erläuterungen, hier am Backhaus. © Red

Homberg (pm). Es war dieser Tage ein sogenannter Altweibersommer vom Feinsten, an dem der Heimatkundliche Kreis zu einer Wanderung in Ober-Ofleiden eingeladen hatte. Und so war eine erfreulich große Anzahl von Teilnehmern am Treffpunkt Dorfgemeinschaftshaus erschienen. Für diese hatten Mitglieder des Heimatkundliche Kreises dann eine kulturgeschichtliche Lehrstunde parat.

An mehreren Stationen im und um das Dorf wurde Tradition und Geschichte bis in die jüngste Vergangenheit lebendig.

Biotop und Schürzenfrauen

Karin Zimmer stellte das historische Backhaus von 1850 vor und erläuterte anschaulich den Brauch des Brotbackens, der bis heute von den »Schürzenfrauen« aufrecht gehalten wird. Interessant war auch der Vortrag von Rainer Pfeil zu den zwei alten Brunnen, die vor einigen Jahren wieder Instand gesetzt wurden.

Im Brunnenschacht an der Erbsengasse hat sich sogar ein Biotop für seltene Farne entwickelt. Rainer Schwarz stellte die Geschichte der alten Schule von 1781 vor, die nach der Sanierung im Jahre 2002 durch seine Familie wieder zu einem Schmuckstück geworden ist. Gegenüber der Schule, an der Kirchhofmauer, ist im Rahmen der Dorferneuerung ein Platz umgestaltet worden. Zentraler Bestandteil ist ein Kunstwerk aus Basaltsäulen mit Sandsteinplatten, das aus der Vogelperspektive das Logo der evangelischen Kirche Hessen Nassau darstellt. Börries Hahn, der das Kunstwerk entworfen hat, erhofft sich damit auch einen Ort der Kommunikation. Den Schwerpunkt der Tour bildete die Wehrkirche, die einst auch Wirkungsstätte der Theologenfamilie Welcker war. Nach ihr ist auch der sogenannte Welcker- Wiesen- Weg benannt, der mit dem neuen Ohmsteg von Stararchitekt Werner Sobek, den Kunstwerken von Claus Weber sowie der Weidenmuschel und Pergola von Thomas Hofmann sowohl zum Spaziergang als auch zum Verweilen einlädt.

Kirche und Welcker-Wiesen- Weg wurden sehr ausführlich vom Vorsitzenden des Heimatkundlichen Kreises, Gerhard Kuntz, vorgestellt und kommentiert. So konnten die Gäste eine Fülle von Hintergrundinformationen aufnehmen, die für viele bis dahin so nicht bekannt waren.

Geplant waren für den Rundgang eineinhalb Stunden, aus denen am Ende zweieinhalb interessante und kurzweilige Stunden wurden.

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