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Es geht los im Dannenröder Wald

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Mit einem Großeinsatz begann am Dienstag die Räumung des Dannenröder Forstes, den Umweltaktivisten seit einem Jahr besetzt halten. Vereinzelt sind Steine und Pyrotechnik geflogen.

Einige Trommler schlagen rhythmisch auf ihre Instrumente, gut 30 Demonstranten rufen: "Das ist unser Wald". Doch die Beamten lassen sich nicht beirren. Mit Haltegurten gesichert, werden sie von einem Kran auf Höhe der Plattform eines dreibeinigen Gestells aus Baumstämmen, einem Tripod, gehoben. In etwa acht Metern Höhe hat sich ein Umweltaktivist festgeklammert, damit das Gerüst nicht abgebaut werden kann. Die Beamten legen ihm zügig einen Gurt um und bringen ihn hinunter zum Waldboden. Mit solchen Aktionen hat am Dienstag die schon lang erwartete Räumung des Dannenröder Waldes begonnen. Gut 1000 Beamte aus Hessen und aus angrenzenden Bundesländern haben sich Zugang zum von Umweltaktivisten stark gesicherten Waldstück zwischen Dannenrod und Niederklein verschafft.

Hauptziel war es, die Wege von Hindernissen zu räumen und die Bodenstrukturen in einem Baumdorf nahe des Gleentals zu beseitigen. Zudem wurden erste Arbeiten für ein Polizeicamp am Waldrand bei Dannenrod vorgenommen. Während des Einsatzes waren die Bundesstraße 62 zwischen Niederklein und Kirtorf-Lehrbach sowie die Landstraße von Appenrod nach Dannenrod gesperrt.

Die Polizisten räumten zunächst Barrikaden von zwei Waldwegen und füllten Gräben auf, um mit Hubsteigern bis zu den Plattformen zu gelangen. Wie Polizeisprecher Jochen Wegmann sagte, hatten die Aktivisten in die Hindernisse Stacheldraht und Gaskartuschen eingebaut.

Ein Tripod war schnell abgeräumt. Im Camp "Drüben" schafften die Beamten alles weg, was unter den Baumhäusern aufgebaut war. Nach Angaben von Aktivisten haben sich dort eine provisorische Küche, Regale und eine überdeckte Feuerstelle befunden.

Ein zweiter Tripod war durch einen Umweltaktivisten gesichert. Mitglieder der Höheneinsatzgruppe holten ihn mit einem Kran herunter. An anderer Stelle mussten jedoch Spezialkräfte ran, da einer der Aktivisten bis in die schwankende Baumkrone geklettert war.

Die Bilanz des Tages verkündete die Polizei am Abend recht nüchtern: Obwohl vereinzelt Steine und Pyrotechnik flogen, sei der Einsatz relativ reibungslos verlaufen ist, sagte Polizeisprecher Jochen Wegmann. Einige Waldbesetzer versuchten, auf Baumaschinen zu klettern. Polizisten setzten den Schlagstock ein, dabei wurde ein Mann leicht verletzt. Er sei unverzüglich von einem Polizeisanitäter versorgt und an einen Rettungssanitäter übergeben worden.

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