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»Film ist für die Politik unbequem«

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Homberg (pm). Der Dokumentarfilm »49 Problems (And my Future is one)«, der dieser Tage in den Kinos in Lauterbach und Lich gezeigt wurde, sei »ein Volltreffer«, kommentiert Barbara Schlemmer in einer Pressemitteilung für das Bündnis Keine A 49. Das werde spätestens klar, wenn man die Reaktionen auf die Kinovorstellungen und die Nachgespräche mit dem Regisseur betrachte.

In Lauterbach sei zum Vorstellungsbeginn Polizei erschienen und habe von der Kinobetreiberin wissen wollen, wer und wie viele Menschen in der Vorstellung seien. Und ob sie für die Veranstaltung nicht eine Erlaubnis nach dem Versammlungsrecht brauche. »Reibt man sich da schon verwundert die Augen, kommt es im Kino Traumstern in Lich subtiler und vermeintlich professioneller daher. Ein junger fürsorglicher Vater mit Baby im Arm mischt sich ins Gesprächspublikum und dominiert über lange Strecken die Diskussion.« Er habe für Verständnis für das Vorgehen der Polizei im Dannenröder Forst geworben. Polizeibeamter sei er. Verschwiegen habe er die Tatsache, dass er verantwortlich ist für die Social-Media-Auftritte der Polizei Mittelhessen. In der Presse werde der Film gerne auf die Geschichte von Ella reduziert. Genau das sei aber falsch.

»Probleme bleiben«

Der Film sei neben der Geschichte um Ella eine »schonungslose Dokumentation über Polizeigewalt, über falsch ausgeführte Ausgleichsmaßnahmen, über eine mangelhafte ökologische Baubegleitung und die Enteignung und existentielle Bedrohung eines Biolandwirts.« Vor allem sei der Film ein Zeugnis »für die möglicherweise unrechtmäßige Zerstörung eines alten gesunden Dauermischwaldes mitten in der Klimakrise und die Gefährdung unserer Wasserressourcen, die auch über den gesamten Betrieb der A 49 hinaus bestehen bleiben wird«.

Vor diesem Hintergrund thematisiere der Film »auch das Versagen und Wegducken der verantwortlichen politischen Akteure und Behörden«. Und deshalb komme der Film zur rechten Zeit zum beginnenden Landtagswahlkampf in Hessen. Der Film sei für die Politik unbequem, mutmaßt Schlemmer. »Ein schonungsloses Zeugnis und Mahnung zugleich. Klar, dass man ihn gerne auf eine Thematik reduzieren und entschärfen möchte. Doch der Film trägt seinen Namen zurecht: 49 Problems! Genau deshalb hat er höchste Aufmerksamkeit verdient.«

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