Exzellenz-Forschung strahlt in ländlichen Raum

Homberg (pm). Das Institut für Gewässerschutz (Mesocosm GmbH) und das Loewe Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) in Frankfurt/Main setzen ihre wissenschaftliche Kooperation fort und planen eine neue Messanlage zur digitalen Erfassung und Überwachung von Veränderungen in Gewässern.

Homberg (pm). Das Institut für Gewässerschutz (Mesocosm GmbH) und das Loewe Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) in Frankfurt/Main setzen ihre wissenschaftliche Kooperation fort und planen eine neue Messanlage zur digitalen Erfassung und Überwachung von Veränderungen in Gewässern. Für das BiK-F besuchten dieser Tage Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, und Prof. Dr. Jörg Oehlmann von der Goethe-Universität Frankfurt das Forschungszentrum Neu-Ulrichstein (FNU), auf dessen Gelände die Mesocosm GmbH angesiedelt ist. Mesokosmen sind abgeschlossene Versuchswelten, in denen die Reaktionen einzelner Arten wie auch die von Lebensgemeinschaften in Gewässern untersucht werden können.

Das passt zu einem der BiK-F-Forschungsprojekte, in dessen Rahmen die Anpassung von Süßwasserorganismen an Klimaveränderungen und unter dem Einfluss weiterer Stressoren untersucht wird.

Mit der größten Freiland-Forschungsanlage Europas, zu der mehrere Teichsysteme und im Bau befindliche Fließrinnen gehören, bot die Mesocosm GmbH schon während der vergangenen drei Jahre die passende Infrastruktur für eine wissenschaftliche Kooperation mit dem Biodiversität und Klima Forschungszentrum.

Bei dem Treffen mit den Frankfurter Wissenschaftlern ging es um ein Resümee der bisherigen Zusammenarbeit, in die auch die Flörsheimer ECT Oekotoxikologie GmbH eingebunden ist, wie auch um den weiteren Ausbau der Kooperation.

Im Rahmen des Klimaforschungsprojekts wurden Handlungsempfehlungen für Behörden entwickelt, die eine Basis für die Zulassung neuer Substanzen bieten. Grundlage ist die Bewertung von Risiken, die sich aus dem Eintrag von Chemikalien in die Umwelt und unter zusätzlichen Einflüssen der Klimaerwärmung ergeben. An das erfolgreiche Projekt anknüpfend diskutierten die Frankfurter Professoren gemeinsam mit Dr. Klaus Peter Ebke, dem wissenschaftlichen Leiter der Mesocosm GmbH, nun die Entwicklung eines geeigneten Messapparates zur digitalen Erfassung und Überwachung von Veränderungen in sensiblen und besonders gefährdeten Gewässerabschnitten.

Die Anforderungen an die Messtechnik wurden bereits im Detail erarbeitet und liegen nun vor.

Gemeinsam mit Klaus Peter Ebke und dessen Ehefrau Marlene Ebke, die die Geschäftsleitung des mittelständischen Unternehmens hat, besichtigten die Professoren Volker Mosbrugger und Jörg Oehlmann die Anlagen der Mesocosm GmbH auf dem 17 Hektar großen Gelände des Forschungszentrums Neu-Ulrichstein. Mit seiner Lage in der quellreichen Naturregion Vogelsberg ist das Institut in die natürlichen Gewässersysteme der Umgebung eingebunden und bietet somit die besten Voraussetzungen, naturnahe stehende und fließende Oberflächengewässer zu simulieren. Volker Mosbrugger, der auch wissenschaftlicher Koordinator des BiK-F ist, sagte nach dem Rundgang: "Die verfügbare Infrastruktur mit den umfangreichen Freiland- und Gebäudeflächen wie auch die fachliche Kompetenz vor Ort bieten ein beachtliches Potenzial an Entwicklungsmöglichkeiten." Am Frankfurter Loewe Biodiversität und Klima Forschungszentrum werden derzeit weitere Anträge für die Biodiversitätsforschung erarbeitet.

Jörg Oehlmann, Ökotoxikologe und Leiter des Laborzentrums am BiK-F und der Senckenberg-Chef können sich ihre Einrichtungen als wichtigen Kunden für das Homberger Forschungszentrum vorstellen. In Ergänzung zu den Frankfurter Laboren seien die flächenintensiven Versuchsanlagen eine attraktive Option.

Eine Chance für weitere große Vorhaben der Mesocosm GmbH sieht Klaus Peter Ebke in der 2007 in Kraft getretenen EU-Chemikalien-Verordnung (Reach). Da Hersteller und Importeure nach dem Reach-System verpflichtet sind, ihre Stoffe registrieren zu lassen, will der Biologe über das GLP-zertifizierte Labor für die Zulassung von Chemikalien in einem Verbundprojekt mit mehreren Einrichtungen europaweit Zulassungsprüfungen anbieten. Der Leiter des Forschungszentrums Neu-Ulrichstein sieht in solchen Verbundprojekten eine große Chance für die Homberger Einrichtung: "Durch erfolgreiche Kooperationen, wie mit dem Loewe Biodiversität und Klima Forschungszentrum, können wir an der künftigen Entwicklung der Ballungszentren teilhaben." Im erfolgreichen Ausbau solcher Projekte innerhalb des Rhein-Main-Verbundes liegt für Klaus Peter Ebke nicht nur für den ländlichen Raum eine Chance zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, sondern auch eine Sicherung der Arbeitsplätze in den Ballungszentren.

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