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»Es müssen jetzt Erfolge her«

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Von: Kerstin Schneider

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Bauarbeiten an der Trasse der neuen Autobahn 49 im Abschnitt Schwalmstadt-Ohmtaldreieck. Die Stadt Homberg hofft darauf, noch eine Einigung für einen Sicht- und Lärmschutz zu erreichen. © Christian Endres

Homberg (ks). Neuer Anlauf in Sachen Sicht- und Lärmschutz an der Baustelle der Autobahn 49. Heute will der Magistrat mit dem beauftragten Fachanwalt Mathias Möller (Frankfurt) über das weitere Vorgehen beraten. Dabei drängt die Zeit massiv, schon seit Wochen werden jeden Tag große Mengen an Erde von der Großbaustelle wegtransportiert.

Auf Anfrage der Alsfelder Allgemeinen Zeitung betonte Erster Stadtrat Michael Rotter, man habe nicht dem von der Stadt beauftragten Fachanwalt in die Parade fahren wollen. Man habe aber verschiedene Überlegungen angestellt, wie in der verfahrenen Situation eine Lösung herbeigeführt werden könnte. Das Problem: »Die Zeit läuft uns schlicht davon.« Denn jeden Tag fahren Dutzende von Lastern mit Erde von der Autobahnbaustelle Richtung eines Steinbruchs bei Wetzlar, nach Gonterskirchen oder nach Niederwalgern zu einem Baggersee.

Ein Knackpunkt ist aus Rotters Sicht, dass ein für einen wirksamen Sicht- und Lärmschutz einzuleitendes Planfeststellungsverfahren bekanntlich seine Zeit braucht. Da offenbar aber aufseiten der Bau-Arge überhaupt kein Interesse daran bestehe (es gibt auch keine Verpflichtung dazu), sei es fraglich, ob es sinnvoll ist, dieses Verfahren einzuleiten. Rotter: »Das wäre wie den Plan für ein Haus in Auftrag geben, an dem sich der vermeintliche Bauherr gar nicht beteiligen will.« Man komme auf diesem Weg nicht weiter »und die Zeit läuft uns davon.«

Man mache Rechtsanwalt Möller ausdrücklich keinen Vorwurf, das sei nie die Absicht gewesen, betonte Rotter. Er selber und auch die anderen Magistratsmitglieder hätten selbst gar kein Interesse daran, auf eigene Faust mit der Bau-Arge zu verhandeln. Eine Möglichkeit sieht Rotter darin, sich mit allen Akteuren, auch den betroffenen Ortsvorstehern, an einen Tisch zu setzen »und bestenfalls konkrete Lösungsvorschläge zu machen.«

Heute Abend wird sich der Magistrat erneut mit dem Thema befassen und dazu in einer Videokonferenz auch Anwalt Möller hören. Dieser habe nach wie vor das Verhandlungsmandat in der Sache.

Es werde nun laut Erstem Stadtrat darum gehen, »möglichst kurzfristig und schnell etwas zu erreichen«, denn die Autobahnbaustelle wächst in einem rasanten Tempo. Rotter widerspricht aus persönlicher Begutachtung heraus Vorwürfen, Lkw-Fahrer von der Autobahnbaustelle würden die städtischen Feldwege nutzen. Es sehe manchmal so aus, es seien aber neu angelegte Baustraßen, die von der Trasse der Autobahn wegführen würden. »Von der Trasse gehen viele Wege ab.«

Rotter betonte gegenüber dieser Zeitung, im Sinne der Bürger müssten »nun Erfolge her.« Je länger man noch in den Gremien diskutiere oder streite, desto weniger Chancen habe man. »Ich hoffe wirklich inständig, dass wir noch irgendetwas für die Bevölkerung herausholen können.«

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