+
Eckhart Hisserich (2. v. rechts) tritt für die CDU bei der Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr an. Hier mit Armin Klein (re), Annerose Seipp und Norbert Reinhardt.

Eckhart Hisserich will Bürgermeister werden

Homberg (ks). Dieser Kandidat dürfte vielen Hombergern ganz sicher bekannt vorkommen: Eckhart Hisserich tritt für die CDU bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr an. Der genaue Termin steht noch nicht fest, im Gespräch ist aber der Termin der Kommunalwahl am 6. März.

Die Mitgliederversammlung hat sich in dieser Woche einstimmig für den Homberger ausgesprochen, hieß es am Freitag beim Pressegespräch im Güntersteiner Hof zur Vorstellung des Kandidaten.

Der 63-jährige gelernte Lehrer saß bereits von 1992 bis 1998 (damals für die SPD) im Chefsessel im Rathaus. Er werde neben seiner Kandidatur auch auf der CDU-Liste zur Kommunalwahl stehen "und aktiv mitarbeiten," betonte Armin Klein, der bei der Kommunahl wieder als Spitzenkandidat der Union antreten wird. Nachdem die damalige Abwahl nach nunmehr über 17 Jahren offenbar gut verarbeitet ist, sieht sich Eckhart Hisserich nach eigenen Worten bestens gerüstet für die Aufgabe im Rathaus. Zudem hätten ihn viele Bürger in den vergangenen Jahren bestärkt, noch einmal den Hut in den Ring zu werfen: "Das macht Mut."

Man habe nach einer Persönlichkeit gesucht, mit der man zuverlässig und vertrauensvoll zusammenarbeiten kann, betonten Armin Klein, Fraktionsvorsitzender Norbert Reinhardt und Annerose Seipp. "Und der für Inhalte steht, die der CDU wichtig sind." Als ein Beispiel wurde die Infrastruktur genannt. Bei der Tätigkeit solle stets der "Bürgerwille im Zentrum des Handelns stehen," wurde betont. Bewusst habe man sich auch für einen Homberger entschieden, den die Menschen kennen "und der den Leuten aufs Maul schaut." Armin Klein formulierte es so: "Wir wollten keinen Newcomer, der nicht weiß, wie in Homberg die Hasen laufen."

"Andere Politik"

Norbert Reinhardt beklagte die schwierige Arbeit in der vergangenen Legislaturperiode im Parlament und eine entsprechend Verweigerung seitens der CDU, "die Denkweise des jetzigen Bürgermeisters war mit uns schwierig umzusetzen." Es sei nach "Gutsherrenart" gearbeitet worden, eine echte Diskussion zu Sachthemen habe nicht stattgefunden, nunmehr sehe man sich vor einem Scherbenhaufen.

So sei man "maßlos enttäuscht" darüber, dass es zum Bürgerentscheid kommen müssse und nicht der Bürgerwille bereits jetzt anerkannt werde, so Reinhardt zur strittigen Debatte um das geplante Einkaufszentrum in der Marburger Straße/Friedrichstraße. Ein weiteres Beispiel sei die Diskussion um Dorfgemeinschaftshäuser und Feuerwehrgerätehauser in den Stadtteilen. Man strebe an, im Parlament wieder eine sachliche Arbeit machen zu können "und das ist mit Eckhart Hisserich sehr gut möglich." Für den Stadtverband sagte Annerose Seipp, auch dieser habe sich einstimmig für den Bewerber Hisserich ausgesprochen.

Der Kandidat will nach eigenen Worten helfen, eine andere Politik umzusetzen, in der sich der Bürgerwille widerspiegelt. Er sprach sich für eine andere Kultur des Umgangs miteinander aus. Hisserich ist eine der Vertrauenspersonen beim Bürgerbegehren und hier sei desöfteren die Frage an ihn gerichtet worden "Was kommt danach?" Auch deshalb habe er sich für die Kandidatur entschieden. Er werde alles daran setzen, dass "umzusetzen, was gewollt ist".

Weitere Punkte, die Hisserich als Schwerthemen benannte, falls er denn Bürgermeister werden sollte: ein Ausbluten des ländlichen Raumes verhindern, Infrastruktur und Grundversorgung sichern, Kindergärten in den Stadtteilen erhalten, regionale und interkommunale Zusammenarbeit suchen. Das werde er vom ersten Tag an als "Vollzeit-Bürgermeister" anstreben. So werde es ferner noch darum gehen, Homberg wieder einen alten Platz zurück an der Spitze bei der Steuerkraft zu sichern. Das gehe nur durch eine wirtschaftsfreundliche Politik.

Eine weitere Möglichkeit sieht er, falls BMW – wie derzeit zu hören sei – tatsächlich im benachbarten Stadtallendorf ein neues Motorenwerk baut. Dann könne man versuchen, in die Ohmstadt Zulieferfirmen zu bekommen. Zudem will Hisserich ein Leitbild mit klaren Vorgaben vorlegen. Seinen Stil möchte Hisserich mit "korrekt und gradlinig" umschrieben sehen. Ferner formulierte er als ein Anliegen für seinen bevorstehenden Wahlkampf, diesen ohne "persönliche Angriffe auf den oder die Mitbewerber zu führen."

"Medizincheck bestanden"

Auf Nachfrage betonte Hisserich, dass er kein Mitglied bei der CDU ist, er will aber im Wahlkampf unter der Flagge der Union antreten. Armin Klein betonte, man habe den Kandidaten seinerzeit schon einmal bei einer Stichwahl unterstützt, nachdem der damalige CDU-Bewerber Arnulf Lenck ausgeschieden war. Was seine lange Zugehörigkeit zur SPD angeht, sagte Hisserich, er habe seine Abkehr hier vor rund zwei Jahren "in einem sachlichen Abschlussgespräch" mit den Sozialdemokraten und dem amtierenden Bürgermeister dargelegt.

Und was sein Alter von 63 Jahren angeht, so verwies Hisserich auf Nachfrage einerseits auf die weggefallene Alterbeschränkung für Bürgermeister in Hessen und andererseits scherzhaft auf den "bestandenen Medizincheck."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare