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Am Welckerplatz gibt es Informationen zum Kunstpfad durch das Dorf. Die Optik der Tafel erinnert an die Ortskirche.

Neuer Dorfplatz

Brunnenplatz über Kunstweg mit Kirche verbunden

Das Brunnenfest in Ober-Ofleiden war zugleich eine Eröffnungsfeier für den Welcker-Wiesen-Weg und ein Schlusspunkt der Dorferneuerung.

Es ist gute Tradition, ein neues Mitglied in der Familie zu begrüßen. Für die Menschen in Ober-Ofleiden war es daher eine besonders schöne Pflicht und Kür zugleich, die neue Dorfmitte mit Leben zu füllen. Bürgermeisterin Claudia Blum begrüßte die Gäste des Brunnenfestes - denn auch der jüngst sanierte steinerne Zeitzeuge sollte willkommen geheißen werden. Dass er künftig von einer im Sonnenlicht bunt strahlenden Pergola flankiert ist, freute besonders die Kinder, die staunend vor dem Kunstwerk von Thomas Hofmann standen. Feine Flechtarbeiten waren dort zu sehen, begleitet von den unterschiedlichsten Werkstücken, welche die Pergola einzigartig machen.

Den Kreis der Novitäten schloss schließlich der eigens zum Abschluss des Dorferneuerungsprozesses kreierte Welcker-Wiesen-Weg. Er bildet ein Band zwischen den besonderen Eckpunkten von Ober-Ofleiden und verbindet zugleich die Siedlungsteile, wie Architekt Josef Michael Ruhl betonte. Er führte eine interessierte Gruppe vom Portal am Auenweg, welches die Wehrkirche und ihr Kirchenschiff symbolisiert, hin zur Weidenmuschel, an welcher der Weg scheinbar endet. "Das ist bewusst so gehalten", verriet Künstler Thomas Hofmann - die Streuobstwiese solle einladen, nicht geteilt sein.

Die Muschel aus Weidenruten kann künftig beispielsweise für Konzerte oder Treffen genutzt werden. Weiter ging es zur Skulptur Schlossblick von J. Michael Ruhl, der Skulptur Triangel von Claus Weber und hin zum Ohmsteg. Der führt - nach einem Entwurf von Prof. Werner Sobek - wieder zurück an das andere Ufer der Ohm, die dort gemütlich vor sich hin plätschert. Der Steg in Edelstahloptik glänzte im Sommerlicht, als sich alle auf das neue Facettenkreuz neben der Wehrkirche freuten. Der Entwurf von Börries Hahn aus Ober-Ofleiden ließ die Menschen staunen, bevor sie auch die Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert erkundeten.

Der Weg, der dem Ober-Ofleidener Carl Theodor Welcker gewidmet ist, entpuppte sich damit als Strecke der Entspannung, des Innehaltens und des Erlebens des Wandels einer Gemeinde in ihren Jahreszeiten. Der Denker und Rechtswissenschaftler (1790-1869), der auch an der Paulskirchenversammlung und beim Hambacher Fest aktiv teilnahm, hätte diese Widmung sicherlich geschätzt.

Das Fest, bei dem der Heimatkundliche Kreis und der Schürzenverein auch für besonders schmackhafte Details sorgten, lud noch bis zum Abend zum gemeinsamen Erleben der neuen Dorfmitte ein. Die Gläser erklangen für das erfolgreiche Projekt, welches vier große Maßnahmen in sich vereinte: den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses zum Mehrgenerationenhaus, die Backhaussanierung, den Dorfmittelpunkt und die Wegeverbindung.

Alleine die Beratung privater Bauherren, betonte Angelika Böse vom Vogelsbergkreis habe 41 Projekte erreicht und 490 000 Euro Fördergelder nach Ober-Ofleiden gebracht. Die öffentlichen Arbeiten brachten einen Zuschuss von 360 000 Euro ein.

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