+
Der Welcker-Wiesen-Weg verbindet in Ober-Ofleiden Kunst und Natur: Weidenkünstler Thomas Hofmann gestaltet eine Pergola mit Bezügen zur Wehrkirche des Dorfes.

Dorferneuerung

Beim Spazierengehen kann man in Ober-Ofleiden Kunst entdecken

  • schließen

Beim Spazierengehen Kunst entdecken: das ist in Ober-Ofleiden möglich. Der neue Welcker-Wiesen-Weg beschließt die Dorferneuerung und lädt zu spannenden Entdeckungen ein.

Eine Pergola mit einem bunten Dach, gebogene Hölzer und geflochtene Zweige: Wenige Schritte vom Mehrgenerationenhaus Ober-Ofleiden entfernt haben der Steinmetz Andreas Michel und der Weidenkünstler Thomas Hofmann im Rahmen der Dorferneuerung den Platz gestaltet. Schon seit Jahren steht dort der Natursteinbrunnen von Andreas Michel. Dazu passend hat Hofmann nun die Pergola geschaffen. Das Ganze ist Teil des "Welcker-Wiesen-Wegs" im alten Ortskern, dem künstlerischen Abschlussprojekt der Dorferneuerung. Mehrere Kunstobjekte verbinden im Zuge dieses Wanderwegs die Wehrkirche mit dem Platz am Gemeinschaftshaus am anderen Ortsende.

Die Pergola hat einen Durchmesser von stolzen elf Metern, das Gerüst besteht aus Rundhölzern. "Die habe ich im Wald gesammelt", erzählt Hofmann. Mit Helfern aus dem Dorf hat er die armdicken Stangen in den Ort transportiert, geschält und mit Leinöl behandelt. Die gebogenen Rundhölzer sollen die Form der Fenster in der Ofleidener Wehrkirche aufnehmen. Einige Helfer brauchte es dann, um die Konstruktion aufzurichten, was gar nicht einfach war.

Bedeckt wird der Bogengang mit bunten Plexiglasplatten, die Hubert Straub aus Herbstein gestiftet hat. Die Abdeckung ist zum Schutz der Hölzer nötig und bringt Farbe in die Installation. Weidenkünstler Hofmann hat weitere Bezüge zur Kirche in die Zwischenräume der Holzkonstruktion eingearbeitet. Man sieht eine Rosette wie diejenige über dem Kircheneingang, dazu stilisierte Fische und Vögel. Dazu hat Hofmann zwei Bänke mit ebenfalls gebogenen Sitzflächen gestellt. Der Brunnenplatz ist Endpunkt des Welcker-Wiesen-Wegs, von den Gestaltern gern "WWW" genannt. Start ist an der Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert. Dort ist auch der Rastplatz des Radweges.

Davor wird ein Facettenkreuz aus Steinplatten installiert, das Börries Hahn gestaltet hat. Er ist fasziniert vom Emblem der evangelischen Landeskirche, in dem acht Quadrate so angeordnet sind, dass sie ein Kreuz bilden. "Ein tolles Symbol", findet er. Der ausgebildete Filmarchitekt gestaltete eine Skulptur mit drei Ebenen. Wenige Meter weiter wird auf einer Info-Tafel an den berühmtesten Sohn des Ortes erinnert, Carl Theodor Welcker.

Er wuchs als Sohn des Dorfpfarrers im heutigen Ortsteil Hombergs auf. Der Jura-Professor war in die Demokratie- und Nationalbewegung nach der französischen Revolution eingebunden. Übrigens nimmt auch die Konstruktion für die Info-Tafel auf dem Welcker-Platz Elemente des Kirchenbaus auf. Gestaltet wird sie von Oswin Hacke aus Feldatal. Der Weg führt von dort über die vor Jahren errichtete Stahlbrücke des mehrfach ausgezeichneten Professors Werner Sobek auf die andere Ohmseite, die das "alte" mit dem "neuen" Dorf verbindet.

Im weiteren Verlauf des Wegs wird die "Triangel" von Claus Weber aus Reichlos Blicke auf sich ziehen. Der Künstler nimmt bei der Skulptur mit sich drehenden Tafeln auf die Rosette über der Kirchentür Bezug, wie Josef Michael Ruhl erläutert. Er ist Planer des Welcker-Wiesen-Wegs und hat ebenfalls eine Skulptur beigesteuert. An der Stelle des Weges, von der man einen ungehinderten Blick auf Schloss Homberg hat, bildet die Skulptur einen Rahmen für diese Aussicht.

Am Ohmufer lädt ein Ruheplatz mit einer Weidenmuschel ein. Dafür hat Thomas Hofmann knapp sechs Meter hohe Weiden zum Halbkreis gebunden. Eingeflochten sind Kirschen, Buchen und Haselnuss. Einige Meter weiter grenzt ein Tor den Wiesenweg von der vielbefahrenen Ohmstraße ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare