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Pkw können wie hier auf der Marburger Straße in Homberg parken, allerdings muss es ein gewisser Mindestabstand zur Kreuzung eingehalten werden.

Straßenverkehr

Autos parken und damit den Verkehr in Homberg beruhigen

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Je nachdem, ob man mit dem Auto oder zu Fuß unterwegs ist, sieht man die Welt völlig unterschiedlich. Fußgänger brauchen freie Gehwege, die werden nicht selten von Autofahrern blockiert.

Mit einer äußerst knappen Entscheidung von zwölf zu elf Stimmen haben sich die Homberger Stadtverordneten kürzlich für mehr Parkplätze zur Verkehrsberuhigung entschieden. Der Beschluss ermächtigt die Stadtverwaltung, an Durchgangsstraßen mit weißen Linien Parkbereiche auf der Fahrbahn zu markieren.

Die abgestellten Fahrzeuge sorgen für eine vorsichtigere Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer, so das Kalkül dahinter. "Auf der Frankfurter Straße in Höhe des Terrassenhauses haben wir Parkplätze markiert und das hat etwas gebracht", berichtete Hauptamtsleiter Markus Haumann in der Sitzung. Hintergrund der Debatte war ein abgeänderter Antrag der Grünen.

Die hatten gefordert, die Stadt möge elektronische Tempotafeln anschaffen und an neuralgischen Punkten Baken auf der Straße montieren, um die Fahrbahn einzuengen und so für vorsichtigeres Fahren zu sorgen. Das wurde im Hauptausschuss beraten, wobei die Verwaltung für die Anschaffung von zwei elektronischen Tempo-Info-Geräten eintrat. Der Ausschuss sprach sich für solche Info-Tafeln aus, die am Ortseingang auf die gefahrene Geschwindigkeit der Fahrer hinweisen. Im Ausschuss wurde der Antrag verändert, statt der Baken sollen nun Parkstreifen auf die Fahrbahn gemalt werden. Denn die Baken sind eigentlich nicht zur Verkehrsberuhigung gedacht, sondern sollen für einen kürzeren Zeitraum ein Hindernis markieren, das umfahren werdebn muss.

Gefühlte Raser

Bisher darf im übrigen schon an Durchgangsstraßen geparkt werden, was sich aber kaum jemand traut, weil er den fließenden Verkehr nicht stören will. Werden dort aber Fahrzeug abgestellt, so haben sie eine gute Bremswirkung, das hat sich bereits in der Frankfurter Straße gezeigt, wo langsamer gefahren wird.

Im Stadtparlament sprach sich Norbert Reinhardt (CDU) gegen eingezeichnete Parkplätze aus, weil das Probleme im Gegenverkehr geben kann, wie er meint. "Man soll nicht so etwas den Bürgern aufdrücken, weil ein Prozent zu schnell fährt", sagte Reinhardt. Besser sei es, in Wohngebieten Tempo-30-Zonen auszuweisen, dann seien die Klagen der Anwohner vom Tisch.

Eckhard Hisserich (CDU) unterstützte Reinhardt und verwies auf die Erfahrungen in der Marburger Straße. Dort sei das Parken prinzipiell erlaubt, aber wenn ein paar Pkw im Bereich kurz unterhalb des Kreisverkehrs abgestellt sind, staut sich der Verkehr bis in den Kreisel zurück.

Gegenposition bezog die SPD, die sich für markierte Parkflächen aussprach, wenn es für den Verkehrsfluss ungefährlich ist. Jutta Stumpf (CDU-Fraktion) erinnerte daran, dass die eingezeichneten Parkplätze zu einer Verlangsamung in der Bahnhofstraße geführt haben. Man müsse das jeweils abwägen.

Bürgermeisterin Claudia Blum meinte, die markierten Parkflächen auf Straßen hätten sich bewährt. Denn ansonsten neigten Pkw-Fahrer dazu, hälftig auf dem Gehweg zu parken, was wiederum Hessen-Mobil sehr kritisch sieht, denn die Gehwege sollen von parkenden Autos freigehalten werden. Dem folgten dann die Stadtverordneten, wenn auch mit knapper Mehrheit.

Übrigens soll eine Tempo-Infotafel in Deckenbach installiert werden, die andere an wechselnden Standorten.

Bereits in der Diskussion im Ausschuss hatte sich gezeigt, dass eine überwiegende Mehrheit nicht zu schnell fährt. Das zeigte eine Statistik von Geschwindigkeitsmessungen, die Hauptamtsleiter Markus Haumann vorstellte.

Probleme gibt es aber an neuralgischen Punkten wie etwa am Ortsausgang von Nieder-Ofleiden, wo viele die Bäckerei ansteuern, Laster und parkende Autos den Gehweg blockieren. Ebenfalls problematisch gestaltet sich die Lage oft in der Hochstraße, wenn die "Elterntaxen" mit den Kindern vorfahren. Dann ist es nicht nur eng, sondern nicht selten auch gefährlich.

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