+
Laudatorin Dr. Brigitte von Savigny und Prof. Dr. Heidwolf Arnold im Gespräch.

Ausstellung von Wilhelm H. Arnold

Homberg (chi). Mit einer gezielten Auswahl aus seinen im Laufe des Lebens entstandenen mehr als 500 Aquarellen wird in der Bilderausstellung "Landschaft rund um das Homberger Schloss" das Lebenswerk des Malers und Bildhauers Wilhelm H. Arnold gewürdigt.

Diese gemeinsam durch die Schlosspatrioten und den Freundeskreis W. H. Arnold ermöglichte Ausstellung gibt Einblick in die Arbeit des Künstlers, die der Nachwelt begreiflich gemacht werden soll.

Der Maler und Bildhauer Wilhelm H. Arnold wurde 1897 im Beuern geboren und heiratete 1925 Emmi Goetz, die im Homberger Schloss lebende zweitälteste Tochter der damaligen Eigentümer-Familie. Die beiden zogen nach der Hochzeit nach Allendorf in den heute nach dem Ehemann benannten Künstlerhof Arnold. Durch seine familiären Kontakte hatte der 1984 verstorbene W. H. Arnold stets eine besondere Beziehung zum Homberger Schloss. Er besuchte die Ohmstadt über Jahrzehnte immer wieder und hielt viele Motive aus Homberg, dem Ohmtal und dem Schloss in seinen Bildern fest.

"Bei dieser Ausstellung geht es um Heimat", so begrüßte Markus Haumann, Vorsitzender der Schlosspatrioten, die gut 50 Besucher "auf" Schloss Homberg zur Eröffnung der Schau. Für viele meist ältere Homberger seien die Gemälde Erinnerungen aus der Kinder- und Jugendzeit aus der direkten Umgebung des Schlosses, dass seit dem Erwerb 2012 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Stolz erwähnte er den durch viel Einsatz erreichten guten Zustand des Schlosses, in dem mittlerweile zahlreiche Veranstaltungen stattfinden.

"Stolz auf tolle Ausstellung"

Auch Erster Stadtrat Michael Rotter lobte den Einsatz der Schlosspatrioten sowohl in Bezug auf die Arbeiten am Schloss als auch in Bezug auf die dort stattfindenden kulturellen Angebote. Er begrüßte die Entwicklung in und um das Schloss nach dem damals nicht ganz unumstrittenen Kauf des mittlerweile wieder belebten Schlosses sehr. Selber Schlosspatriot, sei er stolz, "diese tolle Ausstellung hierher bekommen zu haben, für die es keinen geeigneteren Ort gibt."

Die Verbundenheit mit Homberg und dem Homberger Schloss, in dem er in seiner Kindheit oft zu Besuch war, konnte man Prof. Dr. Heidwolf Arnold, dem Sohn des Künstlers, anmerken. Die Veränderung um das Schloss herum, in der Stadt und im Tal seien ein Aspekt der Ausstellung. Der andere sei die Entwicklung des Malers und das "Sehen lernen". Er zeigte sich hoch erfreut und bewegt über die Ausstellung an diesem besonderen Ort, zu deren Eröffnung viele seiner Cousins und Cousinen aus nah und fern extra angereist waren. An die Schlosspatrioten und den Vertreter der Stadt gerichtet dankte er dafür, dass wieder Leben in den Gemäuern des Schlosses herrscht.

In ihrer Laudatio gab Dr. Brigitte von Savigny in den Ausstellungsräumen einen Einblick in das Leben und die künstlerische Arbeit und Entwicklung von W. H. Arnold, der 1897 geboren wurde. So malte er bereits im Alter von 14 Jahren sein erstes Selbstbildnis. Nach einer Steinmetzlehre erhielt er 1914 ein Stipendium für ein Studium an den Technischen Lehranstalten in Offenbach, das aber bereits nach zwei Jahren wegen Einberufung jäh beendet wurde. Die Zeit zwischen den Kriegen war für den Künstler eine künstlerische Wegsuche, so die aus Freiburg angereiste Kunsthistorikerin. In Allendorf und der weiteren Umgebung wurde er als Bildhauer bekannt und entwarf bildhauerische Arbeiten, Brunnen und Denkmäler (wie auch "Kniender Pflanzer" – Skulptur vor der alten Grundschule in Homberg). Zu dieser Zeit umfasste sein malerisches Werk Bildnisse und Landschaften. Gegen Ende der 1940er Jahre, nach einem einschneidenden Krankenhausaufenthalt, wurde die Freiluftmalerei zu seiner leidenschaftlich künstlerischen Aufgabe. Blumen, Bäume und Gärten, Wald und die auch in diese Ausstellung zu sehenden Ausblicke in die Landschaft sind seine Themen. Mitte seines Schaffens aber war der Garten: Sinnbild der Geborgenheit, wie auch auf den Bildern des Gartens um das Homberger Schloss herum zu sehen ist.

Inniges Verhältnis zur Natur

In den Werken der Ausstellung, die überwiegend Bilder in Aquarelltechnik aus vier Jahrzehnten Schaffenszeit zeigt, wird deutlich, wie sehr sich der Künstler der Wirkung der ihm bekannten Maltechniken bewusst war und sie gezielt einsetzte, wie er sich der Heimat verpflichtet und verbunden gefühlt hat. Das inniges und sinnliches Verhältnis zur Natur des Künstlers lässt sich in all seinen Bildern spüren. Die aus dem Nachlass ausgestellten Gemälde dieser ausgesprochen empfehlenswerten Ausstellung sind noch bis zum 20. September sonntags von 14-18 Uhr oder aber nach Vereinbarung im Homberger Schloss zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare