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Astrid Ruppert entführt ihre Leser an den Nordpol

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Die nimmermüde Autorin Astrid Ruppert aus Ober-Ofleiden erfreut ihre Fangemeinde mit neuen Werken. Zunächst wird es eisig, es geht an den Nordpol.

Als die Reporterin vorbekommt, ist Astrid Ruppert gerade am Telefon. Ihr Verleger ist dran. Es geht um die letzten Details für das neue Buch. Diesmal drehen sich die Geschichten nicht um beste Freundinnen, die Nachbarn oder die Sorgen und Nöte von Flüchtlingen, sondern um Geschichten, die ihr bei einer Reise ans Nordkap in den Sinn kamen. Die Kurzgeschichten lagen lange in der Schublade, immer wieder kam eine dazu, jetzt werden sie mit einem schmucken Einband und zwischen zwei Buchdeckeln in die Welt hinaus entlassen.

Bei Verlagen sind die schmalen Bändchen mit den kleinen abgeschlossenen Geschichten gar nicht so gerne gesehen, weiß Ruppert. "Selber lese ich unheimlich gern Kurzgeschichten und vielleicht geht es dem einen oder anderen auch so."

In jüngster Zeit hat die Erfolgsautorin übrigens den Verlag gewechselt. Für die Leser jedenfalls, das verspricht sie, hat sich nicht geändert: "Sie wissen, ich kriege etwas Schönes erzählt."

Ein bisschen aufgeregt und erwartungsfroh wie ein Kind auf seine Geschenke erwartete sie vor kurzem die Gestaltung des Covers für den neuen Roman, der erst im kommenden Jahr erscheinen wird. So viel sei vorab verraten: Es geht um eine Familiengeschichte, die das Schicksal von Müttern und Töchter von 1880 bis heute beleuchtet. "Wie werde ich die, die ich sein will?. Das ist als Thema doch immer aktuell".

Das jüngste Werk, "Die Bestimmung der Eisscholle" ist im  Frankfurter Dielmann-Verlag erschienen. Über eine von der heimischen Buchhändlerin Ulrike Sowa organisierte Lesung war sie mit dem Chef des Verlags in Kontakt gekommen und beide waren sich einig geworden, das Buch dort heraus zu bringen. "Ich habe einige Kurzgeschichten, die kein großer Verlag herausbringen will," so hatte sie das Thema anmoderiert.

Mit dem Ergebnis ist sie sehr zufrieden. "Es ist sehr liebevoll bebildert." Im Buch hat sie auch eigene Erfahrungen verarbeitet, die sie bei einer Reise an den Nordpol machte. "Vorher hätte ich nie gedacht, dass mich Eisbären oder Wale einmal so bewegen könnten, aber es war so." Mit 40 anderen Passagieren war sie auf einem chilenischen Schiff in See gestochen, jeder mit ganz eigenen Bewegggründen. "Einmal ans Ende der Welt," das war damals ihr Wunsch. Eisberge sehen, das hatte sie sich fest vorgenommen und ist bis heute fasziniert. Nur einmal gab es fast einen gefährlichen Zusammenstoß der Gruppe mit einem Eisbären: "Der war zum Glück satt," erinnert sie sich. Für den neuen Roman hatte sich Astrid Ruppert die erste Schreibklausur ihres Lebens verordnete. Sie fuhr ganz allein mit dem Auto nach Großbritannien, mietete sich in einem kleinen Cottage am Meer ein und begann zu schreiben. Dabei hat sie sich gut auf den historischen Stoff und seine Handlung und die vielen Figuren konzentrieren können, "ohne dass das Telefon klingelt, das Essen auf dem Herd steht oder Freunde vorbeischauen."

So konnte sie ganz in der Geschichte ihrer Akteure aufgehen und sich morgens an den Computer setzen und loslegen. Die Ideen gehen ihr nicht aus. Wenn es funktioniert, werde sie mit 80 noch schreiben, sagt sie. "Obwohl es mit jedem Buch schwerer wird..."

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