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(Symbolfoto)

Aldi-Erweiterung: Einstweilige Verfügung gegen Baubeginn

Homberg (pm). Der Magistrat der Stadt Homberg hat in seiner Sitzung die Situation um den Baubeginn der Erweiterung des Aldi-Marktes in Amöneburg-Mardorf und "die erstaunliche Stellungnahme" des Bürgermeisters von Amöneburg, Richter-Plettenberg, beraten und entschieden, mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Baubeginn vorzugehen.

Der Magistrat der Stadt Homberg stellt noch einmal fest: "Homberg will in Amöneburg-Mardorf nicht den Aldi schließen, sondern die Erweiterung, die ausschließlich auf das Einkaufspotenzial von Homberg (Ohm) abzielt und für Mardorf nicht benötigt wird, verhindern", Aldi breche mit der Erweiterung von 800 qm Verkaufsfläche auf ca. 1000 qm Verkaufsfläche eine bundesweite Begrenzung für lokale Einkaufsstandorte. Aldi spiele hier die eine Stadt gegen eine andere aus und benutze dies in den Verhandlungen als Drohkulisse.

"Nur billig bauen"

Es könne nicht sein, dass die Stadt Homberg sich an die Vorgaben des Bundes und des Landes hält und dann in unmittelbarer Nachbarschaft, wo man nicht dagegenhalte, die Vergrößerung stattfindet.

"Aldi hat den Standort in Homberg durch Abschluss eines fünfjährigen Vertrages für eine andere Ansiedlung blockiert, um in Amöneburg billig zu bauen und die Konkurrenz fern zu halten. In Homberg (Ohm) hätte wohl die Miete ca. 0,50 Euro mehr betragen sollen, um die Investitionen eines Einkaufsmarktes mit altengerechten Wohnungen zu koppeln, welches den Anforderungen einer innerstädtischen Lage entspricht". Es könne nicht sein, "dass ein Regionalmanager von Aldi die Grundlagen der Stadt- und Regionalplanung bestimmt".

Woanders gehe Aldi bei zentralen Lagen in qualitative Architektur und hier in der ländlichen Region werde nur versucht, "möglichst billig zu bauen und ohne öffentliche allgemeingültige Prinzipien zu achten". Die Initiative des Landes "Ab in die Mitte" und deren Zielsetzung würden mit solch einer "bahnbrechenden Genehmigung" konterkariert.

"Bedauern die Klage"

Hier finde eine "Rosinenpickerei" statt, zulasten anderer. Eigentlich müsste hier das Land klagen, um nicht noch mehr das Leben und die Kaufkraft aus den Ortsmitten abzuziehen und zu schützen. Der Magistrat der Stadt Homberg ist der Auffassung, dass die Stadt mit dieser Klage ihre eigenen und die Interessen einer übergeordneten Planung vertritt und bedauert es sehr, in dieser Sache gegen das Land klagen zu müssen. "Demnach wäre es fair gewesen, die Entscheidung des Verwaltungsgerichts abzuwarten und dann erst die Genehmigung zu erteilen. So bleibt der Stadt Homberg (Ohm) keine andere Möglichkeit als die Beantragung einer einstweiligen Verfügung, um ihre Interessen zu wahren".

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