Zum Weiterbau der A 49 und Anschluss an die A 5 bei Gemünden (Fotomontage) gibt es auch kritische Stimmen. SYMBOLFOTO: PM
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Zum Weiterbau der A 49 und Anschluss an die A 5 bei Gemünden (Fotomontage) gibt es auch kritische Stimmen. SYMBOLFOTO: PM

Autobahnbau

Homberg kann aus Dornröschenschlaf erweckt werden

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Zum Leserbrief von Kerstin Pfeil vom 17. Oktober

Endlich mal Sachverhalte im Leserbrief von Kerstin Pfeil und keine Polemik. Dazu noch einige Ergänzungen meinerseits, die die meisten schon längst aus dem Gedächtnis verloren haben dürften:

Im April 2007! hatte ich bereits Einwendungen zur Planfeststellung der A 49 erhoben, die sich aber nicht unmittelbar gegen den Bau der A 49 richteten. Vielmehr hatte ich seinerzeit unter anderem geltend gemacht, dass die Ausgleichsmaßnahmen nicht dort stattfinden, wo die Leute vom Bau der A 49 betroffen sind, sondern vornehmlich in anderen Landkreisen. Das heißt: Von den Nachteilen des Baus der A 49 sind wir Homberger betroffen, aber von den Vorteilen profitieren andere (Beispiel Bekassinenloch bei Amöneburg).

Ein weiterer Vorschlag betraf die Renaturierung des Sörnteichs, dem die Homberger Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit zustimmte. Weiterhin bat ich bereits seinerzeit um Vorschläge von Maßnahmen, wie die Anwohner der Berliner Straße von der zu erwartenden erheblich zunehmenden Verkehrsbelastung entlastet werden könnten.

Das Kuriose bei der Sache, meine Einwendungen und Anregungen waren über drei Jahre verschollen, einfach weg. Nach mehreren vergeblichen Versuchen zur Auffindung wurde ich im Jahr 2010 um erneute Einreichung gebeten. Die Antworten kamen nun relativ zügig, allerdings keine Positiven. Die Maßnahme Sörnteich wurde durch die Landwirtschaft kategorisch abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde der Vorschlag, die Ausgleichsmaßnahmen in Homberger Gemarkung auszuführen (mit dem Hinweis, dass die Kiebitze vom etwa neun Kilometer entfernten Bekassinenloch sicher auch bis auf unseren "Hohen Berg" fliegen würden). Wegen der Berliner Straße teilte man mir mit, dass für die Anlieger ein grundsätzlicher Anspruch auf entsprechende Lärmschutzmaßnahmen bestehe.

Was sind also, außer dem bereits oben Geschilderten, die negativen Auswirkungen auf unsere Homberger Gemarkung durch den Bau der A 49? Erhebliche zusätzliche Verkehrsbelastung in der Berliner Straße (das ist nun mal der Autobahnzubringer) und auch mehr Verkehr im alten Dorf Ober-Ofleiden und Gonterhausen. Gefahr von Staus bei Umleitungen. Zusätzliche Lärmbelästigung durch Fahrgeräusche in den von der A 49 betroffenen Abschnitten. Zerschneidung der Landschaft. Abholzung eines (wenn auch nur relativ geringen Teils) unseres Waldes, höhere Schadstoffbelastung als bisher usw. usw.

Und wo liegen die Vorteile für uns Homberger? Gewisse Verkehrsentlastungen der Marburger Straße, des Ostrings, von Nieder-Ofleiden und einem Teil Ober-Ofleidens sowie Büßfelds. Weiterhin bedeutet ein Autobahnanschluss in unmittelbarer Nähe eine wichtige künftige Perspektive für Ansiedlung von Industrie und Gewerbe (d.h. zusätzliche Arbeitsplätze) sowie infolge der Kostenersparnis den Ausbau von bestehenden Industrien. Das heißt auch im Klartext: Höhere Gewerbesteuereinnahmen, Zuzug von Arbeitskräften mit allen positiven Aspekten. Homberg würde endlich aus seinem Dornröschenschlaf erweckt.

Es bleibt nur zu hoffen, dass auf dem "Roten Berg", dem künftigen Homberger Industrie- und Gewerbegebiet, sich kein großes Logistikunternehmen festsetzt, denn dies wäre sicherlich kontraproduktiv und würde die geschilderten Vorteile ins Gegenteil verkehren. Manchmal hege ich die Befürchtung, dass schon gewisse Fäden in Richtung Logistikunternehmen gezogen sind. Dann hätten wir allerdings die A…karte gezogen.

Für eine positive Entwicklung unserer Heimatstadt in Verbindung mit dem Anschluss an die A 49 muss allerdings auch die Infrastruktur in Homberg stimmen. Und um Zuzugswillige befriedigen zu können, sollten in Hombergs Kernstadt zwingend neue Bauplätze ausgewiesen werden. Natürlich müssen wir auch unseren Slogan "Homberg - wunderbar - wanderbar" weiter verstärken (eine neue Wandertour über Ohmviadukt, Wäldershausen und Harthschlucht ist schon seit Jahren in Planung). Denn Neubürger suchen in der heutigen Zeit nicht nur einen entsprechenden Arbeitsplatz, sondern auch die Möglichkeit der sinnvollen Freizeitgestaltung und Entspannung, z. B. beim Wandern.

Hartmut Kraus, Homberg

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