Kazim Ehsas beim Fußballtraining in Gemünden. Jetzt ist er im Alter von nur 30 Jahren verstorben. FOTO: GKM
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Kazim Ehsas beim Fußballtraining in Gemünden. Jetzt ist er im Alter von nur 30 Jahren verstorben. FOTO: GKM

Hoffnungsvoller Weg jäh beendet

Gemünden(gkm). Er schien seinen Weg in Deutschland zu machen. Kazim Ehsas stammte aus Afghanistan. 2015 nahm er die strapaziöse Flucht von dort über den Iran, die Türkei, Griechenland und die sogenannte Balkanroute nach Deutschland auf sich. Seine Eltern ließ er im Iran zurück. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in Gießen kam er in eine Gemeinschaftsunterkunft in Gemünden.

Trotz der beschränkten Möglichkeiten in einer solchen Unterkunft gelang es ihm relativ schnell, die deutsche Sprache so gut zu erlernen, dass er in verschiedenen Zusammenhängen als Dolmetscher tätig werden konnte. Das galt für das Begegnungscafé, das die Flüchtlingsinitiative Gemünden regelmäßig durchführt, aber auch für die vielfältigen Probleme, die für die Bewohner einer Geflüchtetenunterkunft im Alltag zu lösen sind.

Durch sein verständnisvolles und freundliches Auftreten war er immer wieder für alle Beteiligten ein wertvoller Vermittler, heißt es.

Kazim Ehsas interessierte sich schon als kleiner Junge für Fußball. In seiner Heimatstadt Loman, rund 150 Kilometer im Südwesten von Afghanistans Hauptstadt Kabul, gehörte das Kicken mit den Kindern aus der Nachbarschaft zur üblichen Freizeitbeschäftigung.

Als Student in Kabul konnte er sich weiter diesem Hobby widmen. So war es naheliegend, dass er sich in Nieder-Gemünden nach einer Gelegenheit umsah, Fußball zu spielen. Der TSV ermöglichte ihm und drei anderen jungen Asylbewerbern 2017 die Teilnahme am Spielbetrieb, was er bis zu seinem Umzug nach Gießen auch wahrnahm.

Kazim Ehsas hatte bereits in Kabul ein Studium für Bildungsmanagement abgeschlossen, zu dem er in Deutschland ein Aufbaustudium absolvieren wollte.

Nachdem er die geforderten Deutschkenntnisse dafür erreicht hatte, begann er dieses an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Doch bald erkrankte er und musste sich in die Obhut einer Gießener Klinik begeben. Trotz mehrerer Operationen konnte er nicht geheilt werden.

Kazim Ehsas verstarb vor wenigen Tagen im Alter von nur 30 Jahren.

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