Das seitherige Flüchtlingswohnheim in der Ohmstraße in Ulrichstein ist aufgelöst. FOTO: AU
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Das seitherige Flüchtlingswohnheim in der Ohmstraße in Ulrichstein ist aufgelöst. FOTO: AU

Hoffen auf Folgenutzung

  • vonDieter Graulich
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Ulrichstein(au). Ende März wurde die Asylbewerberunterkunft in der Kernstadt Ulrichstein geschlossen. Die Bewohner aus unterschiedlichsten Herkunftsstaaten wurden in andere Einrichtungen verlegt, was vom Magistrat und den Stadtverordneten sehr bedauert wird.

Das ehemalige Jugend- und Freizeitheim der evangelischen Kirche in Ulrichstein war nach seiner Schließung am 31. Dezember 2013 in ein Asylbewerberheim umfunktioniert worden.

Die Neue Arbeit in Alsfeld hatte das Gebäude von der Kirche gemietet und betrieb dieses für den Vogelsbergkreis seit Anfang 2014 als Unterkunft für Asylsuchende. Es wurden seinerzeit dort 59 Plätze eingerichtet und genehmigt. Nach der abflauenden Flüchtlingswelle waren zuletzt rund 45 Menschen in Ulrichstein untergebracht.

Weil die Neue Arbeit seit Ende des vergangenen Jahres insolvent ist, hatte Bürgermeister Edwin Schneider schon befürchtet, dass dies auch das Ende der Unterkunft sein könnte: "Es tut uns sehr leid, dass wir unsere neuen Mitbürger in Ulrichstein verlieren werden, gab es doch überhaupt keine Probleme mit den Menschen".

Stadtverordnetenvorsteher Karl Weisensee stellt fest, dass Ulrichstein eine "bunte Stadt ist, die auch bunt bleiben soll": "Auch künftig sind Flüchtlinge in Ulrichstein herzlich willkommen".

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Repp meint: "Nachdem die Eingewöhnungsphase mit den neuen Mitbürgern vorbei war, war es ein gutes Miteinander. Schade, dass es jetzt vorbei sein soll."

"Man hatte sich an die Menschen in unserem Stadtbild gewöhnt, sie gehörten mit dazu", betont Volker Scharmann, Fraktionsvorsitzender der FW-Fraktion. Auch der Fraktionsvorsitzende der AK-Fraktion, Sven Kilian, bedauert es sehr, dass das ehemalige Jugend- und Freizeitheim jetzt schon wieder leer steht. Er hofft, dass es bald wieder mit Leben erfüllt wird, "auch gerne wieder mit Flüchtlingen".

Wieder neu orientieren

Bürgermeister Edwin Schneider ergänzt: "Wir haben die Flüchtlinge unter anderem auch bei den Deutschkursen, die von der Volkshochschule im Rathaus durchgeführt wurden, als nette und zuvorkommende Menschen kennen gelernt."

Nicht nur, dass Hessens höchstgelegene Stadt auf einen Schlag 45 Bürger verliert sondern insbesondere auch, dass die Menschen mit ihren Kindern, die teils schwere Schicksalsschläge haben erleiden müssen, sich schon wieder neu orientieren und umgewöhnen müssen, kommt beim Bürgermeister und den politisch Verantwortlichen nicht gut an.

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