Vor dem Hintergrund sehr vieler Wildunfälle in der Vogelsberger Region sollte man beim Passieren von Warnschildern den Fuß vom Gas nehmen. FOTO: STOCKWERK-FOTODESIGN/PANTHERMEDIA
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Vor dem Hintergrund sehr vieler Wildunfälle in der Vogelsberger Region sollte man beim Passieren von Warnschildern den Fuß vom Gas nehmen. FOTO: STOCKWERK-FOTODESIGN/PANTHERMEDIA

Historisches Hoch bei Wildunfällen

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Warme Winter und viel Futter, das sorgt für viel Wild. Das bleibt aber leider nicht nur im Wald, sondern gerät beim Umherstreifen auf die Straßen und öfter vor ein Auto. Die Zahl der Wildunfälle im Kreis hat ein neues Hoch erreicht. Das teilt die Polizei in ihrer Unfallstatistik für 2019 mit.

Ein kleiner Fehler in einem kurzen Augenblick kann fatale Auswirkungen haben. Das gilt besonders im Straßenverkehr, in dem sich fast alle Menschen tagtäglich mehr oder weniger bewegen. Die Polizei hat dieser Tage den Unfallbericht für den Vogelsbergkreis für 2019 vorgelegt. Abgesehen vom Vorjahr lässt sich in den vergangenen Jahren ein stetiger Anstieg der Unfallzahlen registrieren, was aber dem allgemeinen Trend in Hessen entspricht, heißt es im Bericht.

Dabei gab es aber nicht mehr Verletzte oder Tote, das war die erfreuliche Nachricht. "Hier im Vogelsbergkreis hat sich eine äußerst positive Trendwende eingestellt", bilanziert Hans-Dieter Blum, Leiter der Polizeidirektion Vogelsberg. Die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Personen ist in den vergangenen vier Jahren konstant geblieben. 274 Verkehrsunfälle mit Personenschäden gab es 2019. Damit sank die Zahl um rund 16 Prozent gegenüber 2018 und erreicht einen historischen Tiefstand. Die Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang sind von vier auf sieben gestiegen, liegen in der Zehn-Jahresbetrachtung aber unter dem Durchschnitt von neun im Jahr.

Bei näherer Betrachtung der Unfallzahlen lassen sich zwei Kategorien ausmachen, die für den Anstieg der Gesamtunfallzahl verantwortlich sind. So gab es noch einmal eine deutliche Zunahme der Wildunfälle. Ihre Zahl stieg um 6,4 Prozent auf 1144. Die 1144 Wildunfälle machen mit 43,6 Prozent fast die Hälfte aller Unfälle aus und markieren gleichzeitig den höchsten Prozentsatz an Wildunfällen aller Landkreise in Hessen sowie den historisch höchsten Wert im Vogelsbergkreis. Mögliche Ursachen sind unter anderem die milden Winter der letzten Jahre, der erhöhte Maisanbau sowie die häufiger als früher vorkommende Eichel- und Kastanienmast.

Erfolgversprechend klinge in diesem Zusammenhang das Update für die Sicherheits-App HessenWarn, welches ab Mitte 2020 einen Wildwarner integriert, meint Blum.

Ferner gab es erneut eine starke Steigerung bei den Verkehrsunfallfluchten. Die Polizei registrierte 519 solcher Fluchtunfälle, was eine Steigerung um 9,4 Prozent bedeutet. Ein Hauptaugenmerk liegt im Vogelsberg, wie bereits in den Vorjahren, auf der Reduzierung der Zweiradunfälle sowie der Senkung des Lärmpegels. Aufgrund hoher Unfall- und Verunglücktenzahlen unter Beteiligung von motorisierten Zweirädern und Motorrädern mit mehr als 125 Kubikzentimeter Hubraum hat die Polizei diese Verkehrsteilnehmer besonders in den Fokus gerückt.

Auffallend ist, dass sich das Lebensalter der Beteiligten verlagert. Waren es in der Vergangenheit über 50-jährige "Best-Ager", die am häufigsten an Zweiradunfällen beteiligt waren, sind es nun die 16 bis 30-Jährigen. Deren Freizeitverhalten ist nicht nur auf das Wochenende konzentriert, sodass die Wochentage von Donnerstag bis Samstag bei den Unfällen statistisch auf einem Niveau liegen und der Sonntag - im Gegensatz zu früher - nur noch knapp über dem Samstag liegt. Die Unfallzahlen aller motorisierten Zweiräder sind dennoch von 90 (2018) auf 71 Unfälle 2019 gesunken. In noch höherem Maße sank im gleichen Zeitraum die Zahl der Verunglückten von 76 auf 55.

Diese erfreulichen Zahlen seien das Ergebnis von zahlreichen Präventionsmaßnahmen sowie einer Vielzahl von Kontrollen, meint Blum. Es gehe nicht darum, den Zweiradfahrern den Spaß an ihrem Hobby zu nehmen, sondern dafür Sorge zu tragen, dass alle Biker sowie auch alle anderen Verkehrsteilnehmer sicher die schönen Motorradstrecken rings um den Hoherodskopf befahren können, betont die Polizei.

Um die Lärmbelästigung zu reduzieren, setzt die Polizei künftig nicht nur auf die Kontrolle, sondern plant mit der Stadt Schotten sowie Hessen- Mobil ein Lärmmessgerät/Verkehrsdisplay einzusetzen. Dieses ermahnt die Verkehrsteilnehmer zur Rücksichtnahme in Bezug auf die Geräuschentwicklung ihrer Fahrzeuge sowie die Einhaltung der erlaubten Geschwindigkeit.

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