Neue Jagdpächter

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Mücke-Atzenhain (eva). Von einer sehr guten Zusammenarbeit nach einem "turbulenten" Beginn des Jagdjahres berichteten der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Atzenhain, Berthold Biedenkapp, und der neue Jagdpächter Stefan Schlosser während der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft. "Zu unserem Bedauern ist unser langjähriger Jagdpächter Gerhard Keil verstorben", berichtete Biedenkapp.

Mücke-Atzenhain (eva). Von einer sehr guten Zusammenarbeit nach einem "turbulenten" Beginn des Jagdjahres berichteten der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Atzenhain, Berthold Biedenkapp, und der neue Jagdpächter Stefan Schlosser während der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft. "Zu unserem Bedauern ist unser langjähriger Jagdpächter Gerhard Keil verstorben", berichtete Biedenkapp.

Weil gemäß Vereinbarung der Pachtvertrag automatisch an die Erbin Waltraud Keil überging, wurde im Rahmen einer außerordentlichen Genossenschaftsversammlung vonseiten der Jagdgenossen eine Aufhebung des Pachtvertrages favorisiert. Nach Rücksprache mit der Unteren Jagdbehörde und nach Überwindung einiger Widrigkeiten bei den Verhandlungen, wie Biedenkapp sagte, sei es schließlich gelungen, den bestehenden Pachtvertrag in beiderseitigem Einverständnis aufzuheben.

Weil zu diesem Zeitpunkt auch schon neue Pächter ihr Interesse an der Atzenhainer Jagd bekundeten, wurde nach einstimmigem Votum der Genossenschaftsmitglieder mit Jagdpächter (Beständer) Stefan Schlosser sowie den Mitjägern Michael Hubner und Wolfgang Theiß ein neuer Jagdvertrag abgeschlossen. Nach ein paar Monaten könne man sagen, dass die getroffenen Entscheidungen richtig waren, hob Biedenkapp hervor. Die neuen Jagdpächter seien sehr aufmerksam sowie engagiert, und es sei schon einiges an Schwarzwild erlegt worden.

Im Rahmen eines weiteren Jahresrückblickes dankte Biedenkapp für den sorgsamen Umgang, die Pflege und die Unterstellung der Maschinen. Es wurden ein neuer Seitenmulcher angeschafft sowie eine ins Alter gekommene Rundballenpresse und ein alter Seitenmulcher verkauft. Eine geplante Maßnahme am Feldweg zum "Kratzberg" konnte nicht wie ursprünglich vorgesehen umgesetzt werden, weil das dafür vorgesehene Abfräsmaterial, das bei der Neugestaltung der Kreisstraße nach Merlau abfiel, nicht für den Wegebau geeignet war.

Traditionsgemäß hatte die Jagdgenossenschaft die Mitglieder an Pfingstmontag zu einem Grenzgang mit gemütlichem Beisammensein eingeladen.

Rechner Burkhard Katz legte die Jahresrechnung vor. Jagdpächter Stefan Schlosser dankte in Bezug auf den Auflösungsvertrag und die Neuverpachtung dem Jagdvorstand für das Vorgehen und er nannte die Zusammenarbeit mit den Jagdgenossen vorbildlich. Er gehe schon über 30 Jahre auf die Jagd, aber eine so gute Zusammenarbeit habe er bisher noch nicht kennengelernt. Kurzfristig getroffene Absprachen würden innerhalb von zwei bis drei Tagen umgesetzt, das erleichtere die Arbeit im Revier.

Gutes Niederwildrevier

Sein Vorgänger Gerhard Keil habe ein sehr gutes Niederwildrevier hinterlassen. Keil sei noch ein Mann des alten Schlages gewesen: "Da wurde nicht alles totgeschossen, was den Kopf rausstreckte, sondern vernünftiges Jagen betrieben", betonte Schlosser. Er werde in der gleichen Schiene fahren, denn er sei auch jemand, der gerne hege und pflege.

Kritisch äußerte sich der Jagdpächter zu der Politik von Hessen Forst in Bezug auf die Anhebung der Abschusszahlen für das Rehwild. Auch für Atzenhain sei ein Abschuss von drei Stücken mehr vorgesehen (das wären mehr als 18), dagegen habe er sich vehement gewehrt, und er hoffe, dass es auf nur ein Stück mehr hinauslaufe.

Insgesamt wurden 25 Stück Schwarzwild (Rekordergebnis; Tendenz steigend), 18 Stück Rehwild, drei Füchse, vier Waschbären und ein Steinmarder (inklusive verunfalltes Wild) erlegt. Bedauert wird von Schlosser, dass keine Anträge auf Wildbahnreflektoren von Hessen Mobil angenommen würden und bereits gestellte Anträge gestoppt worden seien, weil es angeblich nichts bringen würde. Berthold Biedenkapp bestätigte, dass angesichts der hohen Abschusszahlen beim Schwarzwild viele Wildschäden verhindert werden konnten.

Zur Sprache kam auch die Belastung durch schnell fahrende Pkw und parkende Lastwagen sowie viel Unrat auf den befestigten Feldwegen zum neuen Brunnen. Dem könnte durch das Anbringen von Schranken in diesem Bereich entgegengewirkt werden.

Stefan Schlosser informierte, dass ein Begehungsschein für ein Jahr an den ortsansässigen Kai Thomas ausgestellt wurde und zukünftig, nach bestandener Prüfung, sein Sohn Lukas Schlosser als Jungjäger das Team ergänzen werde.

Biedenkapp gab bekannt, dass auch in diesem Jahr an Pfingstmontag wieder ein Grenzgang durch das Revier mit anschließendem Beisammensein stattfindet.

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