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Heiße Suppe und frisches Brot

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Homberg(pm). Seit Oktober ist der Dannenröder Wald besetzt. Ein Gruppe von Aktivisten hat sich in Baumhäusern niedergelassen um den Wald, welcher in großen Teilen dem Weiterbau der A 49 weichen soll, in letzter Minute vor der Motorsäge zu retten. Auch wenn der Winter noch mild ist, ein Kessel heiße Suppe und frisch gebackenes Brot sind eine willkommene Unterstützung. Am Wochenende erhielten die Waldbesetzer die Unterstützung einer Delegation der Umweltbewegung "Extinction Rebellion" (Rebellion gegen das Aussterben).

"In Zeiten des Klimawandels sind Aktionen wie diese unglaublich wichtig", äußerten die Aktivisten von "Extinction Rebellion" ("XR") "Einen geschützten Wald abzuholzen, um eine Autobahn zu bauen - das ist in so vielerlei Hinsicht falsch und zeigt deutlich, dass unsere Gesellschaft den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt hat." "Als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung solidarisieren wir uns ausdrücklich mit der Besetzung des Dannenröder Waldes. Wir wollen die Menschen im Wald wissen lassen, dass sie nicht alleine sind. Wenn sie uns brauchen, werden wir kommen."

"Es geht um das Lernen, das Verstehen und das Formulieren neuer Ansprüche", meint einer aus der Gruppe, der sich ebenfalls auf den Weg in das weit vom Waldweg entfernt liegende Camp der Baumbesetzer gemacht hat. Aus Frankfurt, Gießen und Mainz sind sie gekommen, tragen die Fahne der Rebellion vor sich her. "Wir sind Delegierte des Aktionsbündnisses Rhein-Main", erklärt eine junge Aktivistin die Fahne, "und nutzen diesen Besuch auch für den Austausch zu kommenden Aktionen." Klettern wollen sie lernen - im Waldcamp ist es eine der wichtigsten Handlungen, um Bäume zu retten. Die "Spinner in den Bäumen", wie so mancher Bürger diejenigen nennt, die in den Baumhäusern nun schon seit mehreren Monaten ausharren, heißen sie willkommen. "Wir bekommen hier ja regelmäßig Solidaritätsbekundungen durch die Sonntagsspaziergänger", verrät eine der Frauen, die als Baumbesetzerin im Dannenröder Wald aktiv ist. Sie trifft die Besucher auf einem unlängst gebauten Stelzenhaus, auf dem Begegnung und Versorgung möglich ist, "und da ist es schon ganz gut, auch von Menschen besucht zu werden, die gemeinsam mit uns hier vor Ort auch aktiv gegen die Rodung vorgehen würden."

Wie sehen die Baumbesetzer ihre Aktion im Kontext mit dem nahen Umfeld? Sie würden sich noch mehr Menschen wünschen, die sich ihr eigenes Bild im Wald machen wollten. Denn Solidarität sei wichtig - vor allem vor dem Hintergrund von Hetzkampagnen auf Facebook sowie Naziaufklebern im Basiscamp. Im Austausch geht es um Aktionspläne und um das "Wir." Debattiert wird auch über andere Naturschutzkonflikte rund um Dannenrod: Über den Bau der A 49 durch Wasserschutzgebiete, um den Abzug des Vogelsberg-Trinkwassers in das Rhein-Main-Gebiet, um Lärm und Feinstaub. Und um die betroffenen Menschen. "Und genau die brauchen wir", meint ein Vertreter der "XR"-Gruppe aus Homberg, welche auch die Gemeinde Gemünden beinhaltet.

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