Hecken an Gehwegen wegschneiden

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Alsfeld(pm). Ansprechend gestaltete Vorgärten und Anpflanzungen beleben und verschönern das Ortsbild und tragen zur Verbesserung der Lebensräume von Mensch und Tier bei. Oft wächst dieser Bewuchs aber in den Bereich von Gehwegen hinein und ruft Gefahrensituationen hervor, worauf das Ordnungsamt der stadt Alsfeld dieser Tage besonders hinweist.

Besonders gefährdet sind Kinder, die nach der Straßenverkehrsordnung bis zum vollendeten achten Lebensjahr mit ihrem Fahrrad den Gehweg benutzen müssen. Werden sie durch überhängende Äste oder Hecken zum Ausweichen auf die Straße verleitet, besteht erhöhte Unfallgefahr für sie. Neben der möglichen Verletzung des Kindes drohen dem Grundstückseigentümer erhebliche Schadenersatzforderungen.

Grundsätzlich sollte der Rückschnitt in der vegetationslosen Zeit des Winters erfolgen. Noch bis zum 1. März dürfen Hecken, Büsche und Bäume nahezu uneingeschränkt zurückgeschnitten werden, so der Aufruf weiter.

Beim Ordnungsamt eingehende Hinweise und Beschwerden sowie selbst durchgeführte Ortsbesichtigungen zeigen, dass an Straßen, Einmündungen sowie an Fuß- und Radwegen immer wieder Behinderungen durch überragende Äste und zu breit oder zu hoch wachsende Hecken bestehen. Deshalb bitten Bürgermeister Stephan Paule und die Mitarbeiter des Ordnungsamts die Grundstückseigentümer und -besitzer um ihre Mithilfe:

Sie solen kontrollieren, ob Zweige von Bäumen, Sträuchern und Hecken von dem Grundstück aus in den Straßenbereich hineinragen. Dann sollten sie die erforderlichen Rückschnitte vornehmen. Die Eigentümer sollten auch prüfen, ob Straßenlampen oder Schilder an der Grundstücksgrenze zugewachsen sind und deren Freischneiden erforderlich ist. Denn durch das Zuwachsen von Straßenlampen oder Schildern mit Straßenbezeichnungen und Verkehrszeichen wird die Verkehrssicherheit beeinträchtigt. Zudem wird gerade die Orientierung von ortsfremden Personen erschwert.

Wenn der Bewuchs zu stark in den öffentlichen Verkehrsraum ragt, ist der Rückschnitt kein freiwilliges Handeln mehr sondern wird nach den Bestimmungen des Hessischen Straßengesetzes zur Pflichtaufgabe: "Die Eigentümer und Besitzer von Grundstücken innerhalb der geschlossenen Ortslage sind verpflichtet, den von ihren Grundstücken auf öffentliche Straßen ragenden Bewuchs zu beseitigen. Kommen die Eigentümer oder Besitzer dieser Verpflichtung nicht nach, so kann die Straßenbaubehörde nach Aufforderung und Fristsetzung auf Kosten der Eigentümer oder Besitzer die Beseitigung des überhängenden oder herausragenden Bewuchses veranlassen".

Beim Zurückschneiden ist das sogenannte Lichtraumprofil zu beachten: Der Rückschnitt im Bereich von Geh- und Radwegen muss in einer lichten Höhe von mindestens 2,5 Metern bündig zur Grundstücksgrenze erfolgen. Noch höher ist der Bereich an Straßen: Die Fahrbahn muss bis zu einer lichten Höhe von 4,5 Metern von jeglichem Überhang frei sein, wie das Ordmungsamt weiter schreibt.

Auf öffentliche Straßen ragender Bewuchs muss bis 1. März beseitigt werden. Danach verbietet das Bundesnaturschutzgesetz das Roden sowie radikale Schnitte an Hecken und Büschen zum Schutz von Tieren und deren Lebensraum. Vögel brüten in dieser Zeit in den Gehölzen.

Spezielle Fragen hierzu beantwortet die Untere Naturschutzbehörde beim Vogelsbergkreis. Im Übrigen steht das Team vom Ordnungsamt für weitere Fragen zur Verfügung, erreichbar per E-Mail an ordnungsbehoerde@stadt. alsfeld.de, Tel. 06631/182-141.

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