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Symbolischer Spatenstich der Landesgeschäftsstelle Lutherweg 1521 vor dem Schlossmuseum Romrod mit Vertretern aus Politik und Kirche. (Foto: au)

Landesbüro für Lutherweg: "Ich bin dann mal weg..."

Romrod (au). Das Bedürfnis der Menschen nach Sinnsuche und Spiritualität, nach Stille und Selbstfindung wächst. Daran knüpft der Lutherweg an, der durch Hessen geplant ist, nun wurde das Landesbüro eröffnet.

Die starke Zunahme der Pilgerbewegung auch in Hessen ist ein deutlicher Ausdruck für die Suche nach Spiritualität. Dies war am Freitagmittag fast allen Grußworten beim Startschuss und dem symbolischen ersten Spatenstich für die Landesgeschäftsstelle Lutherweg 1521 im Museum Schloss Romrod zu entnehmen.

Staatsminister und Chef der Hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer, zeigte sich erfreut darüber, dass die Initiatoren den Weg von Dr. Martin Luther aus dem Jahre 1521 zum Reichstag in Worms nachzeichnen.

"Mal in sich gehen"

Dies sei kein üblicher Wanderweg, sondern die Route, die der Reformator damals genommen hat. Hessen habe noch mehr derartige Wege, die teilweise auch zur Flucht wegen der religiösen Zugehörigkeit von Volksgruppen gewählt wurden. Wintermeyer nannte als Beispiele den Hugenotten- und Waldenserpfad, den Jakobsweg, Elisabethpfad und die Bonifatiusroute.

Die Pilger sollten diese Wege nicht nur wegen der Schönheit der Natur, sondern ganz bewusst nutzen, um auch einmal "in sich zu gehen" und über verschiedene Sachen nachzudenken.

Dr. Martin Luther sei heute noch so aktuell wie vor 500 Jahren, meinte der Staatsminister, den der Reformator habe sich damals gegen eine "festgefahrene Kirche" gestellt. Er habe damals den Beginn der Trennung von Staat und Kirche eingeläutet, die dann Ende des 18. und anfangs des 19. Jahrhunderts fortgeführt wurde. Er sicherte abschließend die Unterstützung der Hessischen Landesregierung bei auftretenden Schwierigkeiten zu und wünschte, dass der Lutherweg 1521 von vielen Menschen gegangen wird.

"Ich bin dann mal weg", diese Worte von Hape Kerkeling nutzte Landrat Manfred Görig als Einstieg für seine Ausführungen. Neben dem Jakobsweg und der Bonifatiusroute sei der Lutherweg 1521 nun der dritte Pilgerweg im Vogelsbergkreis.

Er hatte eine erfreuliche Nachricht für die Organisatoren, denn er teilte mit, dass die Sparkasse Oberhessen die Übernahme der Kostenanteile für die Kommunen für die Ersteinrichtung des Weges von rund 68 Kilometern im Vogelsbergkreis mit rund 25 000 Euro zugesichert hat. Die Gesamtkosten der 370 Kilometer langen Wegestrecken sind mit insgesamt rund 490 000 Euro beziffert. Davon hat das Land bereits im Oktober des Vorjahres 317 800 Euro als Zuschuss bewilligt. 183 300 Euro davon sind für dieses Jahr und der Rest für 2016 vorgesehen.

Romrods Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg dankte den beiden stellvertretenden Vorsitzenden von Lutherweg 1521 in Hessen, Bernd Rausch (Romrod), und Hartmut Ziehn (Bad Hersfeld), "ohne deren Idee und Vision das Projekt nicht zu Stande gekommen wäre". Die Zusammenarbeit der Regionen Vogelsberg und Bad Hersfeld bezeichnete sie als vorbildlich.

Die Förderung durch das Land sei gewissermaßen Dank und Anerkennung für diese gemeinsame Arbeit. Der Lutherweg 1521 sei auch eine Chance für Stadt und Land, denn der neue Weg gebe Berührungspunkte und fördere damit mehr gegenseitige Wertschätzung. Abschließend hoffte sie auf die "Kraft des Ehrenamtes" bei der Verwirklichung des ehrgeizigen Projektes.

Für den Chef der Staatskanzlei hatte sie als ersten Berührungspunkt zwischen Stadt und Land ein Paket mit heimischen Produkten dabei, das sie ihm überreichte.

Symbolischer Spatenstich

Die Beisitzerin des Vereins, Sigrid Wetterau (Nentershausen), wies abschließend noch auf den 5. Lutherwegtag am Samstag, 18. April, in der Stadthalle in Bad Hersfeld hin.

Im Anschluss an den offiziellen Teil mit Reden im Schlossmuseum ging es dann zum symbolischen ersten Spatenstich vor das Gebäude. Obwohl die neue Landesgeschäftsstelle im Gebäude der Stadt Romrod nicht bezuschusst wird, vollzog Staatsminister Axel Wintermeyer zusammen mit den Vertretern aus Kirche und Politik diesen symbolischen Akt.

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