Ein Gutachten, zwei Rad-Demos und Rodungen

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Homberg(pm). Zufrieden teilt die DEGES mit, dass seither schon viele Hektar Wald für die A 49 gerodet worden sind. Hoffnungsvoll ist das Aktionsbündnis Keine A 49, nachdem ein weiteres Gutachten zum Umgang mit dem Trinkwasserschutz vorliegt. Etwas zähneknirschend haben unterdessen die Organisatoren der Rad-Demos heute von Gießen und Kassel zum "Danni" Änderungen bei der Streckenführung hingenommen.

Seit einem Monat finden nach einer Mitteilung der DEGES im künftigen Trassenbereich der A 49 Fällarbeiten statt. Inzwischen sind die Arbeiten im Bereich des Herrenwalds und des Maulbacher Walds weit vorangeschritten. Auch im künftigen Trassenbereich nördlich des Herrenwalds, beispielsweise bei Wiera, sind Fällungen mehrerer kleiner Waldflächen erfolgt.

In den genannten Bereichen werden in den kommenden Tagen noch geringfügige Fällarbeiten in Restflächen durchgeführt. Des Weiteren findet in den bisherigen Fällbereichen die forstwirtschaftliche Nachbereitung statt. Dazu gehören das Entasten gefällter Bäume und das Rücken und der Abtransport von Baumstämmen. Diese werden im Anschluss der weiteren Verwertung zugeführt.

Neben den genannten Restflächen ( siehe Kasten) sind etwa 27 Hektar im Dannenröder Wald zu fällen. Die noch ausstehenden Fällarbeiten werden zurzeit vorbereitet und sollen mit dem Ende der Fällperiode am 28. Februar 2021 abgeschlossen sein.

Zweites Gutachten zum Wasser

Das Aktionsbündnis Keine A 49 teilt mit, dass es nach dem von Greenpeace in Auftrag gegebenen Gutachten der renommierten Hamburger Rechtsanwältin Roga Verheyen noch ein zweites Gutachten gebe, das die Zuverlässigkeit der Vorgehensweise der Planfeststellungsbehörde in Wiesbaden überzeugend widerlege.

Das dem Aktionsbündnis Keine A 49 vorliegende neue Gutachten von RegioConsult Marburg weise in überzeugender Weise die Mängel des von Tarek Al-Wazir (Verkehrsminister Hessen, Die Grünen) vorgelegten Fachbeitrages Wasser nach. Zusammen mit dem Hamburger Gutachten würden somit erdrückende Beweise vorliegen, die den Verdacht begründeten, dass die Planfeststellungsbehörde in Wiesbaden in Bezug auf die Sicherung des Grund- und damit Trinkwassers fahrlässig oder gar schlampig arbeitet.

Das Aktionsbündnis Keine A 49 fordert Tarek Al- Wazir daher auf, Rodungen und Räumungen für die A 49 in dem Bauabschnitt VKE 40 (zwischen Stadtallendorf und dem Anschluss an die A 5 bei Gemünden) sofort auszusetzen und anhand der vorgelegten Gutachten eine sorgfältige Überprüfung der Wasser-Thematik vorzunehmen.

Sollte Tarek Al-Wazir diese Sorgfaltspflicht gegenüber der Bevölkerung verweigern, seien Rücktrittsforderungen unausweichlich.

Das Aktionsbündnis Keine A 49 teilt mit, dass es bereits Anzeigen habe erstatten müssen, weil bei den Fällarbeiten im Herrenwald aus den Räum- und Rodungsfahrzeugen Öle und andere Stoffe in erheblichem Maße ausgelaufen seien und den Boden stark verunreinigt hätten.

Nach Mitteilung der Anmelder der beiden Fahrraddemonstrationen heute von Kassel sowie Gießen aus, die beide den Dannenröder Wald zum Ziel haben, sind die vorbereitenden Gespräche mit den Genehmigungsbehörden " äußerst zäh verlaufen". So sei versucht worden, ein Befahren der A 485 zu verhindern. Man sei auch gebeten worden, die gesamte Rad-Demo erst ab Marburg starten zu lassen. Am Donnerstag schließlich sei eine Verfügung des RP Gießen bei deren Anmelder Finn Becker eingegangen. Darin heiße es, dass die Demo zwar nicht wie angemeldet bei der A 485 starten könne, dafür aber die B 3 ab der Autobahnauffahrt Staufenberg bis zum Übergang auf die B 62 bei Cappel zur Verfügung gestellt bekommen würde. Von der B 62 werde dann bei Kirchhain an der Abfahrt Amöneburg abgefahren. Auch die Zubringer-Demo, die in Marburg Mitte vom Elisabeth-Blochmann-Platz zum Korso dazustoßen solle, sei sicher.

Auch das Regierungspräsidium Kassel hatte zuvor die erneute Befahrung der A 49 ab Baunatal oder Gudensberg verwehrt. Eine erneute Absage der Demo zum Protest gegen die Verfügung, wie schon am 17. und 24. Oktober, sei jedoch keine Option - dafür sei diesmal bereits im Vorfeld zu viel Werbung für den Korso gemacht worden, der nun größtenteils über Landstraßen vom Kasseler Hauptbahnhof bis in den Dannenröder Forst fahren wird, heißt es von den Organisatoren.

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