Der Bauausschuss bespricht gegenüber der Baustelle des neuen Lebensmittelmarktes, auf welcher Straßenseite ein breiter Bürgersteig angelegt wird. FOTO: RS
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Der Bauausschuss bespricht gegenüber der Baustelle des neuen Lebensmittelmarktes, auf welcher Straßenseite ein breiter Bürgersteig angelegt wird. FOTO: RS

Grundstückskauf für breiten Bürgersteig

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Gemünden(rs). Die Umgestaltung des Bahnhofs Nieder-Gemünden samt Umfeld mit den seit Jahrzehnten verfallenden Bahnhofsgebäuden ist schon lange Thema der Kommunalpolitik. Jetzt kommt Bewegung in das Vorhaben, denn der Auftrag zum Abriss der Gebäude ist nach Angaben von Bürgermeister Lothar Bott raus. Das erläuterte der Rathauschef am Montagabend bei einem Ortstermin des Ausschusses für Bauen, Planen, Landwirtschaft und Forsten. Zu hoffen sei, dass man bei Abriss nicht auf Schadstoffe stoße, sagte Bott, die dann das Vorhaben verteuern oder verzögern könnten. Ohne "unliebsame Überraschungen" würden die Gebäude noch im laufenden Jahr niedergelegt.

Iris Rohrbach von der Bauabteilung erläuterte, die Parkplatzfläche würden neu gestaltet und der zunehmenden Zahl von Pendlerfahrzeugen angepasst. Nach Angaben des Bürgermeisters sind die Mittel für die Umgestaltung der Bahnhofstraße bei Hessen Mobil angemeldet, ein Förderantrag solle im September gestellt werden. Vorher werde das Thema in der Gemeindevertretung behandelt, und auch eine Anliegerversammlung stehe aus.

Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Bahnhofs, des Umfeldes und der Bahnhofstraße machte sich der Ausschuss ein Bild von der Situation das Straßenabschnittes unterhalb des Kindergartens und gegenüber des zukünftigen Netto-Marktes. Denn das Grundstück Bahnhofstraße 30 wurde der Gemeinde zum Kauf angeboten. Das bietet die Möglichkeit, Teile davon zur notwendigen Verbreiterung des Gehweges zu nutzen.

Breiter Bürgersteig

Nach Angaben von Iris Rohrbach muss die neu zu bauende Fahrbahn 7,60 Meter breit sein, um einen Begegnungsverkehr von Lastwagen und Omnibus zu ermöglichen. Mit Omnibussen muss wegen des Bahnhofes gerechnet werden, mit Lkw wegen der im unteren Teil abzweigenden Zufahrt zum Gewerbegebiet. Andererseits sei wegen der Lage von Lebensmittelmarkt, Bahnhof, Schule und Kindergarten im unmittelbaren Umfeld mit verstärktem Fußgängeraufkommen zu rechnen. Dafür müsse der Gehweg auf 2,50 Meter Breite ausgelegt werden, auch für Menschen mit Gehhilfe, was mit dem seitherigen gemeindlichen Grund nicht möglich sei. Zudem sei der Verlauf des Radweges 6 über die Straße zu berücksichtigen.

Eine Diskussion ergab sich in der Folge darüber, was man mit dem Rest des 1547 Quadratmeter großen Grundstückes anfange. Tobias Reitz (BGG) sah das Grundstück als Klotz am Bein der Kommune an, denn es sei bereits vor Jahren ohne Erfolg im Internet angeboten worden. Zudem entstünden Folgekosten wie die Beteiligung an den Kosten für den Ausbau der Infrastruktur. Reitz favorisierte, den Investor für den Lebensmittelmarkt zu fragen, ob er einen entsprechenden Streifen - dann auf der anderen Straßenseite - abgeben könne.

UBL-Vertreter Jürgen Lutz vertrat die gegenteilige Auffassung, dass der verbleibende 15 bis 18 Meter breite Streifen sogar für zwei Baugrundstücke geeignet sei, denn der Trend gehe zu kleineren Einheiten. Zudem gebe es kaum ein Grundstück, das zentraler gelegen sei. In ähnlicher Weise sah es Erster Beigeordneter Eckhard Kömpf (UBL), auch der Bürgermeister ließ diese Einschätzung vernehmen und Klaus-Dieter Jensen (UBL) konstatierte, dass man das angebotene Grundstück für die Erschließung brauche. Vor diesem Hintergrund sei eine Diskussion, was man mit dem Rest mache, nicht zwingend. Dr. Jörg Müller (SPD) schloss sich der Sichtweise von Jürgen Lutz (UBL) an; Der breite Gehweg auf der Seite dem Dorf zugewandt sei viel besser für Fußgänger, auch angesichts des Verkehrs. Von der SPD wandte Lukas Becker ein, zur Wohnbebauung sei das Grundstück nicht optimal, und die Nachbarn hätten offensichtlich Bedenken bezüglich einer zu nahen Bebauung auf dem verbliebenen Areal. Drei Anlieger begleiteten den Ortstermin als Zuhörer.

Iris Rohrbach von der Bauabteilung wies noch darauf hin, dass bei der Lage des breiten Gehweges zum Dorf hin der 1,50 Meter schmale Gehweg auf der Seite des Lebensmittelmarktes nur ein kurzes Stück über die Zufahrt zum Netto-Markt (zehn bis 15 Meter) gezogen werde. Das spare Baukosten. Sei der breite Weg auf der Marktseite, seien dessen Zufahrt und die Zufahrt zum Gewerbegebiet unten zu kreuzen. Auch Ausschussvorsitzender Walter Harres (BGG) sprach sich für den Vorschlag des Gemeindevorstandes aus.

In der Abstimmung votierten die Ausschussmitglieder einstimmig für die vorgeschlagene Verfahrensweise. Tobias Reitz, der eine andere Vorgehensweise angeregt hatte, hatte in der Zwischenzeit aus privaten Gründen den Saal verlassen.

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