Grüne Vogelsberg weisen Kritik der CDU zurück

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Vogelsbergkreis(pm). Die Vogelsberger Grünen lehnen weiterhin den Weiterbau der A49 ab. "Wir wollten diese Autobahn, welche mit Flächenversiegelung, Zerstörung eines gesunden Mischwaldes und der Gefährdung eines Trinkwasserschutzgebietes, aus dem 500 000 Menschen ihr Wasser beziehen, nie, und das hat sich nicht geändert" , stellt Gabriele Szepanski , Sprecherin des Kreisvorstands der Grünen klar. "Diese Ziele zu verfolgen, gehört zu den ursprünglichsten Idealen unserer Partei", fügt sie an.

Nach einer Pressekonferenz in Dannenrod, an welcher unter anderem Barbara Schlemmer, Stadträtin in Homberg und Sprecherin der Bürgerinitiative gegen die A 49, auch Waldbesetzer teilnahmen, sei es seitens der kommunalen CDU zu massiver Kritik gekommen. Diese mündete in der Unterstellung, sowohl Schlemmer als auch der gesamte Grünen-Kreisvorstand, dem sie auch angehört, sympathisiere mit "gewaltbereiten Linksextremisten". Hinzu sei eine detaillierte Auflistung von kriminellen Handlungen im Hambacher Forst durch dortige gewaltbereite Aktivisten im Jahr 2018 gekommen.

Dies ist aus Sicht der Grünen eine ungeheuerliche Behauptung. Denn man stehe für friedliche Konfliktlösung, Gewaltlosigkeit gehört zu den Grundprinzipien der Partei, gegen welche darüber hinaus zu keinem Zeitpunkt verstoßen worden. Folglich weise der gesamte Kreisvorstand der Grünen diese Unterstellungen zurück.

Natur erhalten

"Auch wenn die Forderungen einiger Aktivisten und Grüner Kommunalpolitiker, nicht der umweltpolitischen Linie der CDU entsprechen, macht sie das deswegen lange nicht verfassungsfeindlich oder extremistisch", fügt José Tomas Jaraba vom Kreisvorstand an.

Es sei zudem bedauerlich, dass die Kritik seitens der CDU an den Grünen so wenig sachlich und eher an persönlichen Attacken und Stimmungsmache orientiert sei. "So kann man jedoch gut von eigenen Versäumnissen in Sachen verantwortungsvoller Umwelt- und Verkehrspolitik ablenken", ergänzt Dr. Udo Ornik, Fraktionsvorsitzender im Kreistag.

Mitglieder des Kreisvorstandes der CDU sollten wissen, dass Protestaktionen und gewaltfreier Widerstand in einer funktionierenden Demokratie nicht nur erlaubt seien, sondern dass gerade solche Aktionen eine gelebte Demokratie ausmachten. "Die jungen Aktivisten sind im Dannenröder Wald, weil sie wissen, dass es höchste Zeit ist, das, was an intakter Natur noch existiert, zu erhalten. Sie setzen sich ein für eine Welt, in der sie und ihre Kinder noch leben können", erklärt Ornik.

Der Kreisvorstand unterstützt den Widerstand gegen die A 49, um beharrlich auf die Sinnlosigkeit des Autobahnbaus und die mit dem Bau einhergehenden Zerstörungen und Gefährdungen aufmerksam zu machen. Auch wenn der Bau der A 49 im schwarz-grünen Koalitionsvertrag stehe und die grünen Landesminister die Auftragsverwaltung des Bundesverkehrsministeriums übernehmen müssten, hofften die Vogelsberger Grünen, dass angesichts des mittlerweile äußerst bedenklichen Zustands der Wälder seitens der grünen Minister und Abgeordneten ein deutliches Statement gegen den Bau der Autobahn komme.

Formalrechtlich sei der Bau der Autobahn erlaubt und genehmigt. Trotzdem hoffen die Kreisgrünen auf ein Umdenken, bei der Kreiskoalition aus CDU und SPD sowie beim Bundesverkehrsministerium, das für den Bau verantwortlich sei. Denn, wie es eine der Aktivistinnen vom Dannenröder Wald so treffend gesagt habe: "Baurecht ist nicht Baupflicht".

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