Grüne: OVAG hinkt Konkurrenz hinterher

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Vogelsbergkreis(pm). Auf ihrer coronabedingt per Videokonferenz stattfindenden Fraktionssitzung haben Vogelsberger, Wetterauer und Gießer Grüne im Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) wieder den Politikbetrieb aufgenommen. Dabei beschäftigten sie sich unter anderem mit Verlautbarungen des Energiekonzerns OVAG, der 2019 ein Rekordjahr bei der Produktion von Ökostrom bekannt gegeben hatte.

Laut Grünen-Fraktionssprecher Dr. Udo Ornik freut sich auch die Grünen-Fraktion darüber, dass die OVAG 2019 einen Rekordabsatz an erneuerbaren Energien erreicht habe. Wie aber von der OVAG selbst gemeldet, liege sie damit nur bei 30 Prozent des jährlichen Kundenbedarfs an eigenerzeugtem Grünstrom. Die angestrebten 50 Prozent seien nicht erreicht worden und auch die Vorgaben aus dem Klimaprogramm seien gefährdet. Es gebe dabei viele externe Faktoren, wie das von der Bundesregierung geänderte Erneuerbare-Energien-Gesetz und die dort nicht mehr verfolgte aktive Förderung von Windkraft und Fotovoltaik. Allerdings habe die OVAG selbst auch kein Konzept, um sich gegen Mitbewerber zu behaupten. Die Zahl der OVAG- Windkraftprojekte im Verbandsgebiet sei zugunsten von Mitbewerbern massiv zurückgegangen, und dies liege unter anderem in der passiven Strategie der Kooperation, die darauf abziele, nur dort Anlagen zu errichten, wo keine Widerstände zu erwarten seien.

Aktuell verliere die OVAG offenbar auch im Repowering- Markt, "da auch hier Mitbewerber der OVAG Altanlagen vor der Nase wegkaufen, um sie dann zu repowern".

Die von der OVAG mitgezählten Projekte Biogasanlage in Berstadt und die Lieferung aus dem Wasserkraftwerk in Lißberg taugten nur bedingt für eine Erfolgsgeschichte. So gebe es das Wasserkraftwerk seit 90 Jahren. Die Biogasanlage sei eher ein Demonstrationsobjekt dafür, "wie etwas unwirtschaftlich betrieben werden und nebenbei einen enormen Flächenbedarf haben kann". Beim Thema Blockheizkraftwerke hinke die OVAG ihren Möglichkeiten hinterher.

Insgesamt habe man im Konzern noch nicht die richtige Strategie gefunden. So würden Themen wie die künftige Elektrifizierung des Mobilitäts- und Wärmesektors mit zusätzlicher Stromnachfrage, ein Ausbau des Erneuerbare-Energien-Portfolios und der Aufbau neuer Speicherkapazitäten zwar angesprochen, jedoch nicht angegangen. Planungen dazu existierten nicht.

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