Förster Peter Kraus zeigt in Ober-Ohmen ein von Borkenkäfern befallenes Rindenstück FOTO: RS
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Förster Peter Kraus zeigt in Ober-Ohmen ein von Borkenkäfern befallenes Rindenstück FOTO: RS

Das große Krabbeln beginnt

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Vogelsbergkreis(pm). Die Trockenheit setzt den Waldbäumen massiv zu und fördert die Ausbreitung des Borkenkäfers. Die Baumart Fichte ist besonders betroffen. Die Folgen der Corona-Krise sind in der Forstwirtschaft deutlich spürbar. Die Lieferketten von der Holzernte über den Transport bis zum Holzabsatz sind beeinträchtigt und stagnieren teilweise. Durch die Stürme zu Beginn des Jahres 2018 und die anschließende extreme Dürre bis 2019 ist eine hoch brisante Waldschutzsituation entstanden, die sich aller Voraussicht nach auch in diesem Jahr fortsetzen wird. "Alles spricht dafür, dass sich der Borkenkäfer wieder massenhaft vermehrt. Wir rechnen auch in diesem Jahr mit vielen weiteren absterbenden Bäumen", sagt Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs HessenForst.

Noch intakten Wald retten

Um der Lage einigermaßen Herr zu bleiben, hat der Landesbetrieb seine Vorgehensweise auf die verschärfte Borkenkäfersituation abgestimmt. Zuerst wird das im Februar gefallene Windwurfholz aufgearbeitet. Sturm "Sabine" brachte im Landeswald über 300 000 Bäume zu Fall, zumeist Nadelholz. Gleichzeitig werden frisch befallene Bäume so schnell wie möglich aus dem Wald gebracht. Dadurch soll den Käfern das Brutmaterial entzogen und die erwartete explosionsartige Vermehrung, dort wo sie nicht gestoppt werden kann, zumindest verlangsamt werden. Oberste Priorität hat die Rettung der intakten Waldbestände in Ost- und Südhessen, sowie der Schutz des benachbarten Waldbesitzes. In der Hauptflugzeit des Käfers kontrollieren die Forstleute laufend die Fichtenbestände.

Der Fokus der Maßnahmen liegt auf dem sogenannten waldschutzrelevanten Holz, also den frisch befallenen Fichten. Abgestorbene Bäume taugen nicht mehr zur Borkenkäferbrut. Sie bleiben im Wald, wenn von ihnen keine Gefahr für die Verkehrssicherung ausgeht. Als weitere Herausforderung nennt Gerst die großen, zur Wiederbewaldung anstehenden Freiflächen. Rüsselkäfer, Kurzschwanzmäuse und das Wild setzen den neuen Kulturen zu. "Das wird ein schwieriges Jahr. Ich bedanke mich jetzt schon bei allen Mitarbeitern und Unternehmern für ihr Engagement für den Wald. Und ich bitte die Bevölkerung um Verständnis für die notwenigen Maßnahmen, die das gewohnte Waldbild weiter stark verändern werden."

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