Die "Steinexpo" zieht alle zwei Jahre bis zu 50 000 Besucher auf das Gelände des MHI-Steinbruchs bei Nieder-Ofleiden. Trotz der aktuellen Lockerungen bei Veranstaltungen entschied das Land, dass die Messe Ende August nicht stattfinden darf. ARCHJVFOTO: KS
+
Die "Steinexpo" zieht alle zwei Jahre bis zu 50 000 Besucher auf das Gelände des MHI-Steinbruchs bei Nieder-Ofleiden. Trotz der aktuellen Lockerungen bei Veranstaltungen entschied das Land, dass die Messe Ende August nicht stattfinden darf. ARCHJVFOTO: KS

Das große Baggern erst im Frühling

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
    schließen

Nachdem Großveranstaltungen mindestens bis zum 31. August untersagt wurden, fiel auch für die große Messe "Steinexpo" in Homberg-Nieder-Ofleiden der Hammer. Jetzt steht der neue Termin fest. Die Veranstalter sehen sogar Vorteile.

Die Messe war ursprünglich vom 26. bis 29. August geplant. Der neue Termin steht nun nach zahlreichen Gesprächen fest. Die 11. Internationale Demonstrationsmesse für die Roh- und Baustoffindustrie wird (noch unter Corona-Vorbehalt) vom 14. bis 17. April 2021 am bekannten Ort im MHI-Steinbruch Nieder-Ofleiden stattfinden. "Es heißt, die Hoffnung stirbt zuletzt", so Kathleen Niendorf vom Veranstalter Geoplan. Tatsächlich blieb die Hoffnung hinsichtlich der "Steinexpo" 2020 bis weit in den April erhalten. Schließlich obliege es den Bundesländern, über die konkreten Regelungen zu entscheiden und festzulegen, ab welcher Größe und unter welchen Kriterien Veranstaltungen unter das proklamierte Verbot fallen. Dann allerdings hätten die hessischen Behörden doch entschieden, dass die "Steinexpo" nicht wie geplant Ende August stattfinden kann. Das heiße für die nationalen und internationalen Fachbesucher ebenso wie für die Aussteller aus den Bereichen Baumaschinen, Aufbereitungstechnik, Zusatzausrüstungen sowie Dienstleistungen, dass sie für ihr nächstes Zusammenkommen noch einige Monate Geduld aufbringen müssen.

Dr. Friedhelm Rese, Geschäftsführender Gesellschafter des Messeorganisators Geoplan: "Schweren Herzens muss die ›Steinexpo‹ 2020 aufgrund behördlicher Vorgaben verschoben werden. Über den neuen Termin haben wir im engen Kontakt mit den Betreibern des Messesteinbruchs und den zuständigen Behörden entschieden."

Lange auf anderen Zeitpunkt gehofft

Der Messechef ergänzt: "Unser Team hatte die ›Steinexpo‹ gemeinsam mit der bewährten Planungsmannschaft, dem Betreiber des Steinbruchs und den Ausstellern bereits engagiert und mit viel Herzblut vorbereitet." Die Verschiebung treffe den eher kleineren Messeveranstalter mit einiger Wucht. Dennoch heiße es jetzt, nach vorn zu schauen: "Gemeinsam werden wir die nächste ›Steinexpo‹ wieder zur erfolgreichen Plattform für die Roh- und Baustoffindustrie machen."

Besonders erfreut zeigt sich Rese über das große Verständnis der bereits angemeldeten Aussteller: "Fast alle spiegelten zurück, dass diese Entscheidung aus der Perspektive von Ende April die einzig vernünftige Lösung war. Alle Unternehmen, die sich auf der Messe engagieren, hoffen natürlich auf einen wiederholten Erfolg. Dieser stellt sich in einem beruhigten, sicheren Umfeld aber viel einfacher ein als in einer Stop-and-go-Phase."

Mit der Verschiebung in den April 2021 findet die "Steinexpo" ein ganzes Jahr vor der im April 2022 folgenden "bauma" statt und eröffne quasi das kommende Messejahr der Branche. Damit handelten die Veranstalter auch im Sinne der Aussteller, indem die arbeitsintensiven Messe-Planungen, -Vorbereitungen, und -Personaleinsätze entzerrt würden.

Aus Sicht der Branche ist der Frühjahrstermin auch besser auf die Gewinnungssituation abgestimmt, denn die Messe finde bekanntermaßen nicht an einem "normalen" Messeplatz statt, sondern in einem aktiv betriebenen Basalt-Steinbruch. Diese Tatsache ist mit besonderen Herausforderungen für beide Seiten verknüpft. Die Veranstalter müssen die Konzeption jeweils an das verfügbare Gelände anpassen, während der Steinbruchbetreiber bei seiner Gewinnungsplanung ebenso die Anforderungen für die nächste Messedurchführung im Blick behält.

"So schwierig die Zeiten auch sind - es zeigt sich gerade jetzt mehr als deutlich, dass wir stolz darauf sein können, für derart bodenständige Branchen innerhalb der mineralischen Roh- und Baustoffindustrie zu arbeiten. Nach meinem Eindruck ist der Bezug zur Realität hier besonders groß. Man schaut über den eigenen Tellerrand, spricht eine gemeinsame Sprache und verhält sich solidarisch. Das so deutlich zu erfahren, ist bei allen Schwierigkeiten, auf die wir gerne verzichtet hätten, am Ende eine großartige Sache. Ich wünsche mir, dass wir das als Wert schätzen und gemeinsam über die Corona-Zeit hinaus verinnerlichen", fasst Friedhelm Rese seine Eindrücke zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare